Nach Wieses Kung-Fu-Attacke

"Das war fast ein Mordversuch!"

Von Jochen Tittmar
Donnerstag, 08.05.2008 | 08:31 Uhr
fußball, bundesliga, wiese, olic, bremen, hamburg
© Getty
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München - Werder Bremen gewinnt beim Hamburger SV mit 1:0. Interessant, wertvoll für Werder und vielleicht auch entscheidend im Kampf um die Champions League.

Dass diese Partie den Fußballfans noch eine Weile im Gedächtnis bleiben wird, liegt allerdings weniger an diesem 1:0 an sich, sondern an einer einzigen Szene: Es läuft die 42. Spielminute. HSV-Angreifer Ivica Olic macht Naldo im Laufduell nass und stürmt auf den Werder-Strafraum zu. An sich nichts Ungewöhnliches.

Was dabei jedoch Tim Wiese plötzlich durch den Kopf geisterte, war schon sehr außergewöhnlich. Wie von Sinnen rannte der Keeper aus seinem Sechzehner und trat in Kung-Fu-Manier nach dem Ball. Getroffen hat er allerdings Olic. Und zwar nur Olic. Und nichts anderes. Der Kroate zog sich dabei eine Prellung im Schulter-Hals-Bereich zu.

Ungewöhnlich dann wieder, dass Schiedsrichter Lutz Wagner nur den Gelben Karton zückte. Die einzig logische Folge für dieses unfassbare Einsteigen wäre allerdings Rot gewesen. 

Gelb "absolut ausreichend"

Und dabei ist es völlig egal, wo genau dieses Foulspiel stattgefunden hat. An allen anderen Orten auf dem Spielfeld hätte ein und dieselbe Strafe erfolgen müssen: Rot!

Mehr als verwunderlich also, dass sich Werder-Manager Klaus Allofs in der Halbzeit vor das Premiere-Mikrofon stellte und sich erdreistete, von einer "absolut ausreichenden" Gelben Karte zu sprechen.

Nun ja, während eines Spiels sind ja noch eine Menge Emotionen mit drin, doch selbst nach dem Schlusspfiff erschloss sich Allofs kein anderes Bild: "Es war keine Absicht, dass er ihn getreten hat. Er will den Ball spielen und tritt nur daran vorbei."

Wiese ist es "scheißegal"

Wiese selbst schloss sich seinem Vorsprecher an und gab wenigstens zu, dass das "sicherlich gefährliches Spiel ist. Es tut mir leid, dass ich ihn ein bisschen getroffen habe. Ich bin natürlich auch froh, dass da nichts Schlimmeres passiert ist."

Hätte er Olic nur ein bisschen weiter links getroffen, wäre der Kroate "um einen Kopf kleiner".

Angesprochen, was er von einer Roten Karte gehalten hätte, meinte Wiese: "Manche Schiris geben dafür vielleicht Rot, aber das ist mir jetzt auch scheißegal. Wir haben das Spiel gewonnen - und deswegen interessiert mich das gar nicht mehr."

Fragliche Schiri-Ansetzungen

Einzig Premiere-Experte Franz Beckenbauer scheute sich nicht, drastische Worte zu finden: "Das war schon fast Mordversuch!"

Mit der Beurteilung dutzender Zweikämpfe und Rangeleien hatte vor allem auch Schiedsrichter Wagner allerhand Probleme. Die Partie wurde nach einer halben Stunde immer ruppiger, was dazu führte, dass das Spiel dem überforderten Wagner mehr und mehr entglitt.

Doch anstatt nun eine wilde Schiri-Schelte zu betreiben, sollte man an dieser Stelle auch mal die Ansetzungen des DFB hinterfragen. Ein Florian Meyer, der unbestritten zu Deutschlands besten Pfeifenmännern zählt, leitete am Mittwochabend die Partie zwischen Augsburg und Köln.

In der 2. Liga wohlgemerkt, während eine Klasse höher das Nordderby und der Kampf um die Champions League tobt. Ungewöhnlich und erstaunlich zugleich.

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