Samstag, 10.05.2008

Kampf um die UEFA-Cup-Plätze

Eigentlich darf nur Wolfsburg

München - Das gab's in 45 Jahren Bundesliga noch nie: Einen Spieltag vor Saisonende liegen gleich vier Teams punktgleich auf den Rängen vier bis sieben und kämpfen in einem Herzschlagfinale um die zwei begehrten UEFA-Cup-Plätze.  

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© Getty

Dass nun auch die Wölfe im Fight um Europa mitmischen, verdanken sie ihrer eigenen Spielfreude und dem Unvermögen des VfB. Mit einem ungefährdeten 4:0-Erfolg schickte die Magath-Elf die Schwaben wieder nachhause. Leverkusen kommt durch den Dreier in Rostock ebenso wie Stuttgart und Wolfsburg auf 51 Zähler. Auf demselben Punktestand stagniert der HSV nach der blamablen 0:2-Niederlage in Cottbus.

Die schönsten Bilder des 33. Spieltags 

Der 34. Spieltag wird also die Antwort auf eine Reihe von Fragen geben: Wer spielt im nächsten Jahr im UEFA-Cup, wer muss in den UI-Cup und wer geht leer aus? 

Gegensätzlicher Saisonverlauf

Die Ausgangslage spricht vor dem letzten Schlagabtausch der Spielzeit für die Bayer-Elf und den HSV. Denn nur sie können die Tickets nach Europa noch aus eigener Kraft lösen. Siegen sie in ihren Heimspielen gegen Werder und den KSC, dann hätten die beiden Klubs ihre Saisonziele gerade noch so erreicht.

Wolfsburg als Tabellen-Sechster sowie der VfB auf Platz sieben müssen dagegen auf einen Ausrutscher der Konkurrenz hoffen. Stuttgart empfängt Arminia Bielefeld. Die Wölfe gastieren bei Borussia Dortmund. 

Doch wie kam es eigentlich zum aktuellen Kopf-an-Kopf-Rennen von Leverkusen, Hamburg, Stuttgart und Wolfsburg? Der Saisonverlauf der UEFA-Cup-Kandidaten hätte gegensätzlicher nicht sein können. Wer hätte also den Einzug in den internationalen Wettbewerb am ehesten verdient? Vielleicht Leverkusen?

Adler einziger Bayer-Lichtblick

Die Werkself ist im Bundesliga-Endspurt von der Rolle. Seit ihrem sang- und klanglosen Ausscheiden im UEFA-Cup gegen Zenit St. Petersburg hat die Truppe von Trainer Michael Skibbe dürftige sieben Punkte in sieben Spielen ergattert, den Dreier gegen die morallosen Rostocker schon mit eingerechnet. Der Coach durfte sich folgerichtig laute "Skibbe-Raus"-Rufe der eigenen Fans anhören.

Einzig und allein Rene Adler hält Bayer noch auf Kurs. Der Shootingstar sorgt seit Wochen mit Top-Leistungen dafür, dass sich Sportdirektor Rudi Völler noch freuen kann. "Jetzt haben wir ein Endspiel gegen Bremen. Darauf freuen wir uns. Wir können noch alle unsere Saisonziele erreichen", sagt ein opportunistischer Völler.

Schwache Rückrunde des HSV

Ihre Ziele können auch die Hamburger noch erreichen. Predigt Coach Huub Stevens doch seit Saisonbeginn, dass man nie auf die Meisterschaft geschielt hätte, sondern mit einem internationalen Platz zufrieden sei. Mit Verlaub, aber viel mehr kann man mit dermaßen uninspirierten Vorstellungen wie gegen Duisburg, Berlin oder Cottbus auch nicht erwarten.

Wer zieht in den UEFA-Cup ein? Entscheide selbst mit dem Tabellenrechner!

Die Hansestädter haben mit ihren 40 Saisontoren gerade einmal sechs Buden mehr als Absteiger Duisburg zustande gebracht und zehren momentan noch von ihrer starken Hinrunde. 32 Punkte konnten Olic, van der Vaart und Co. vor der Winterpause hamstern, in der Rückrunde waren es deren magere 19.

VfB: Zuhause hui, auswärts pfui

Noch dünner sieht das Auswärts-Punktekonto des VfB Stuttgart aus. Außerhalb des Gottlieb-Daimler-Stadions brachte es der entthronte Meister auf ganze 14 Pünktchen. Genau dort liegt eines der großen VfB-Probleme 2007/08. Auf fremdem Rasen zeigte Stuttgart fast ausnahmslos sein fades, einfältiges und elanloses Auswärts-Gesicht.

Letztes Beweisstück: Die 0:4-Blamage in der Volkswagen Arena, bei der außerdem zwei weitere Problemfelder der Schwaben deutlich wurden: Ihre Disziplinlosigkeit und das frappierende Torhüterproblem.

Sportdirekter Horst Heldt redet derweil die zahlreichen individuellen Fehler seiner Profis klein: "Die Saison ist sehr anstrengend gewesen, auch vom Kopf her. Jetzt, im letzten Drittel, neigt man eher zu solchen Situationen."

Wölfe sind in der Verlosung

Keine Ausreden muss dagegen Wölfe-Coach Felix Magath zu Tage fördern. Dank eines furiosen Schlussspurts und einer konstant starken Rückrunde hat sich der VfL vor dem letzten Spieltag noch in eine verheißungsvolle Ausgangslage katapultiert.

Mit seiner Aussage nach dem Triumph gegen den VfB drückt Magath das momentane Wolfsburger Selbstverständnis aus: "Wir haben jetzt natürlich Rückenwind und spielen ganz klar um die UEFA-Cup-Qualifikation."

Genau diese haben sich die Niedersachsen aufgrund ihrer erfolgsorientierten Spielweise und exzellenten Rückrunde auch redlich verdient.

Nach der Winterpause konnten nur der Liga-Krösus FC Bayern und Schalke 04 mehr Zähler als die Wölfe erbeuten. Der Einzug in den internationalen Wettbewerb wäre somit durchaus gerechtfertigt.

Ob die Magath-Schützlinge sich auch tatsächlich auf Florenz, Sevilla oder Marseille freuen dürfen, beantwortet das Herzschlagfinale am kommenden Wochenende.

Torsten Adams

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