Montag, 19.05.2008

Doll und Skibbe vor dem Aus?

Die Schlinge zieht sich zu

München - Am 19. April stand Borussia Dortmund im DFB-Pokal-Finale gegen Bayern München (1:2 n.V.). Am 6. Mai sicherte sich der BVB den Klassenerhalt durch einen 3:2-Sieg gegen Stuttgart.

skibbe, doll
© Imago

Zwei wichtige Tage im Leben des Thomas Doll mit einigermaßen erfolgreichem Ausgang, wurde der BVB nach der knappen Niederlage gegen Bayern doch allseits gelobt.

Der wichtigste Tag für Doll ist allerdings heute und der Ausgang für den Dortmunder Trainer wohl weniger erfolgreich. Doll muss gemeinsam mit Manager Michael Zorc bei BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Präsident Reinhard Rauball zum Rapport antreten, der Vereinsführung die schlechteste Saisonplatzierung (Rang 13) seit 20 Jahren, die 62 Gegentore, sein taktisches und personelles Labyrinth erklären sowie ein überzeugendes Konzept für die Zukunft vorlegen.

Doch auch eine rhetorische Sternstunde dürfte Doll nicht mehr vor dem Rauswurf retten. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung sprach sich der mächtige Wirtschaftsrat um Rauball, Dortmunds Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer und Hauptsponsor-Boss Werner Müller (Evonik) gegen Doll aus.

"Kann nicht für alles den Kopf hinhalten" 

Doll mimt den Ahnungslosen, der Glaube an eine Weiterbeschäftigung schwindet aber. "Ich kann hier nicht für alles den Kopf hinhalten. Ich habe einen Vertrag bis 2010. Auf alles andere habe ich keinen Einfluss."

Zorc und Watzke betonten nach dem 2:4 gegen Wolfsburg unisono, dass die Saison trotz des Einzugs in den UEFA-Cup "unbefriedigend" verlaufen sei. Gegen Doll spricht zudem, dass mit Jürgen Klopp seit Sonntag ein Trainer auf dem Markt ist, auf den Watzke schon seit längerem scharf ist.

Dortmund müsste allerdings schnell handeln, denn Klopp steht hoch im Kurs. Auch bei Bayer Leverkusen. Manager Rudi Völler hält Klopp für einen "sehr guten Trainer". Und Michael Skibbe ist nach dem Absturz der Bayer-Elf auf Platz 7 nicht mehr unumstritten.

Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser sagte am Samstag: "Wir haben phasenweise brillant gespielt. Aber Fakt ist auch, dass wir unsere Saisonziele nicht erreicht haben. Und ein Trainer wird daran gemessen, ob die gesetzten Ziele erreicht werden. Wir müssen über Maßnahmen nachdenken. Und das schließt alles mit ein."

Auch Völler rückt von Skibbe ab

Völler betonte zwar, dass Skibbe auch Trainer war, "als wir den schönsten Fußball gespielt haben", einen Freibrief will er seinem Kumpel Skibbe aber nicht ausstellen.

"Die 'Skibbe raus'-Rufe der Zuschauer spielen bei unseren Überlegungen keine Rolle. Sonst könnten wir ja per Telefon und SMS abstimmen lassen wie bei 'Deutschland sucht den Superstar'. Was aber nicht heißt, dass wir nicht kritisch sind. Wir werden alles knallhart, offen und ehrlich ansprechen", erklärte Völler.

Ginge es nach Holzhäuser, soll Skibbe am besten selbst die Papiere abgeben: "Die Frage ist doch, wie viel Bonus ein Trainer hat. Das werden wir herausfinden müssen. Vielleicht will er sich das selbst ja nicht mehr antun. Das hat auch eine menschliche Komponente."

Mannschaft pro Skibbe

Die Mannschaft steht allerdings hinter Skibbe. Sergej Barbarez hatte den 42-Jährigen im Interview mit SPOX.com als "besten Trainer für Leverkusen" bezeichnet. Tranquillo Barnetta forderte die Entscheidungsträger auf, an Skibbe festzuhalten. "Ich will, dass er bleibt. Er leistet sehr gute Arbeit, kann sie aber nur mit dem Kader leisten, den er zur Verfügung hat. Und der war wohl in dieser Saison nicht gut genug", sagte der Schweizer.

Skibbe weiß, dass er den Verantwortlichen "einiges erklären muss". Insofern teilt er das Schicksal mit Doll. Vielleicht auch demnächst, wenn beide erstmal wieder arbeitslos sind.

Thomas Gaber

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