Nürnbergs Niedergang im Wortlaut

Hans Meyer und der Allmächtige

Von Daniel Börlein
Samstag, 17.05.2008 | 23:03 Uhr
Nürnberg, Abstieg
© Getty
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München - Fußball ist etwas für echte Männer, heißt es. Nichts für Sensibelchen oder Typen mit schwachen Nerven. Jacques Abardonado ist dafür ein Paradebeispiel.

Der Franzose ist ein Mann fürs Grobe. Einer, der den Gegnern richtig weh tun kann und jemand, der ohne großes Tam Tam wieder aufsteht, wenn ihm weh getan wurde.

Als der Abstieg des 1. FC Nürnberg durch die Niederlage gegen den FC Schalke besiegelt wurde, war diesem Abardonado sein Ruf allerdings egal: Harter Hund hin oder her, der 29-Jährige weinte bitterlich. Nur wenige Meter entfernt vergoss auch Javier Pinola dicke Tränen, während der Rest der Mannschaft aufgelöst auf dem Spielfeld stand und einfach nur ins Leere starrte.

"Es ist brutal, es ist paralysierend", sagte Manager Martin Bader, um den Blick allerdings umgehend Richtung Zukunft zu wenden. "Wir wollen natürlich den Wiederaufstieg realisieren."

Nürnbergs Abstieg im Daumenkino

Rückendeckung für von Heesen

Und zwar mit Abstiegs-Trainer Thomas von Heesen, wie Bader unmissverständlich klarmachte. "Da gibt es von meiner Seite überhaupt keine Diskussionen. Wir brauchen mit von Hessen einen Trainer, der die Mannschaft und das Umfeld kennt."

Allerdings konnte dieser von Heesen auch nicht ändern, dass der Club zum siebten Mal aus der Bundesliga abstieg. Konnte eine Mannschaft, der fortwährend großes Potenzial bescheinigt wurde, nicht zum Klassenerhalt führen. Und er war nicht in der Lage, Umfeld und Beteiligten in bedrohlicher Situation die Augen zu öffnen.

"Wir haben gewusst, dass wir eine Mannschaft haben, die gut Fußball spielen kann. Davon haben wir uns blenden lassen, im dem wir gesagt haben: Das wird schon", sprach Bader nun das aus, was man sich beim Club über Monate nicht eingestehen wollte. Allein, es war zu spät.

Der Niedergang im Wortlaut:

"Es ist bekannt, dass Mannschaften, die überraschend etwas erreicht und am oberen Limit gespielt haben, in der kommenden Saison aufpassen müssen."

26.06.07: Der Club ist Pokalsieger, hat sich unter anderem mit Misimovic, Charisteas und Kluge verstärkt. Hans Meyer erstickt trotzdem gleich beim Trainingsauftakt jegliche Euphorie.

"Wenn wir uns nicht ziemlich schnell besinnen, werden wir eine ganz, ganz komplizierte Saison erleben."

25.08.07: Meyer nach 0:1-Niederlage gegen Werder Bremen, der zweiten Heimpleite in Folge.

"Wir werden uns schon bald wieder in Gegenden bewegen, wo die Sonne mehr scheint."

31.10.07: Kurswechsel von Meyer. Und das, obwohl der Club in der Bundesliga mittlerweile auf Platz 15 liegt, punktgleich mit einem Abstiegsplatz und eben in der 2. Runde des DFB-Pokals an Zweitligist Jena gescheitert ist.

"Für die Vorbereitung im Januar ist das eine richtige Hilfe."

20.12.07: Durch einen 3:1-Sieg bei AE Larissa übersteht der Club die Gruppenphase. Meyer ist optimistisch. In der Liga überwintern die Franken allerdings auf einem Abstiegsplatz.

"Ich liebe den Druck. Man muss ihn nur richtig kanalisieren und in positive Energien umwandeln."

 12.02.08: Optimismus hin oder her, Meyer ist raus. Von Heesen ist der neue Mann. Und der liebt nach eigener Aussage Druck. Klingt gut, obwohl der Club mit zwei Zählern Rückstand auf einem Abstiegsplatz steht.

"Rückschläge sind für mich Herausforderungen."

21.02.08: Der Club hat in der Liga immer noch zwei Punkte Rückstand auf Rang 15, ist dafür nun aber auch im UEFA-Cup raus. Von Heesen gibt sich dennoch angriffslustig.

"Der Effekt, den man sich von einem Trainerwechsel erhofft, ist noch nicht eingetreten."

26.03.08: Der Club ist mittlerweile Vorletzter und Manager Bader rekapituliert die Folgen des Trainerwechsels. Noch hat man aber neun Spieltage Zeit für die Wende. Und der Druck steigt ja auch. Gut also, dass man von Heesen hat.

"Gott hat uns noch eine Chance gegeben."

10.05.08: Der Club verliert zwar am vorletzten Spieltag in Berlin, muss beim Saisonfinale gegen Schalke also gewinnen und auf Schützenhilfe des VfB gegen Bielefeld hoffen. Nun ist aber auch noch der Allmächtige auf Seiten der Nürnberger, wie Angelos Charisteas weiß.

"Wir kommen wieder - Wir sind der Club!"

17.05.08, 17.23 Uhr: Der Druck ist weg, der Herrgott wohl auch, Hans Meyer ohnehin längst. Was bleibt, ist die Kampfansage auf der Nürnberger Anzeigetafel.

Zuallererst ist dieser Club aber abgestiegen. Aber das nur mal so am Rande.

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