Schalke wird Zweiter

Von Daniel Paczulla
Sonntag, 04.05.2008 | 19:36 Uhr
Bremen, Schalke, Kuranyi, Mertesacker
© Getty
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München - Spannung um die Deutsche Meisterschaft? Fehlanzeige! Theoretisch sind die Bayern schon seit Wochen Meister. Praktisch ist es nur noch eine Frage der Zeit - vielleicht ist es schon am Sonntagabend so weit.

Mit dem 2:0 (0:0)-Sieg gegen Cottbus hat Werder Bremen die entgültige Titel-Entscheidung am Samstag noch einmal vertagt. Viel spannender als die Meister-Frage ist sowieso, wer es am Ende auf die Champions-League-Plätze schafft.

Hinter den Bayern rangeln Bremen, der FC Schalke, der Hamburger SV, der VfB Stuttgart und Bayer Leverkusen um die Plätze.

Während sich Bremen, Hamburg und Stuttgart am 31. Spieltag keine Blöße gaben, büßte Schalke im Kampf um Platz zwei ein. Genauso Leverkusen, die in der letzten Minute noch beim MSV Duisburg verloren haben. 

Für zwei Teams bleibt wenigstens noch der UEFA-Cup, einer schaut am Ende in die Röhre und wird im UI-Cup durch die Fußball-Provinz tingeln müssen. SPOX.com blickt auf die Ausgangslage im Saisonendspurt und wagt eine Prognose.

Werder Bremen (57 Punkte)

Form: Gut. Mit dem 2:0 gegen Cottbus setzte Werder seinen guten Lauf fort. Zudem spielten die Bremer zum ersten Mal seit acht Partien mal wieder zu Null. Trainer Thomas Schaaf zeigte erneut sein gutes Händchen. In der 56. Minute wechselte er mit Markus Rosenberg und Hugo Almeida den Sieg ein. Damit hat Bremen aus den letzten fünf Begegnungen 13 Punkte geholt. Der schwarze März - 1 Sieg, 1 Remis, 3 Niederlagen - ist damit schon fast vergessen.

Stimmung: So lala. Eigentlich müsste die Laune an der Weser gut sein. Dennoch kommt man nicht wirklich zur Ruhe. Sportlich bereitet die Abwehr (44 Gegentore) Sorgen - sie ist anfällig bei Kontern. Viel untypischer für Bremer Verhältnisse sind die Querelen außerhalb des Platzes. In der Hinrunde sorgte Carlos Alberto für Unruhe. Um Diego verstummen die Wechselgerüchte nicht. Neuster Brandherd ist Ivan Klasnic mit seiner Klage gegen die Vereinsärzte.

Restprogramm:

Hamburger SV (A)
Hannover 96 (H)
Bayer Leverkusen (A)

Schlecht. Zwei Auswärtsspiele bei direkten Konkurrenten sind kein Pappenstiel. Entscheidend wird die Partie in Hamburg. Mit einem Sieg haben sie das Ticket für die Königsklasse so gut wie sicher. Bei einer Niederlage beginnt das große Zittern mit einem möglichen Endspiel in Leverkusen. Ungünstig: Torsten Frings fehlt beim HSV wegen einer Gelbsperre. Dennoch bleibt Frings gelassen: "Ich habe das ganze Jahr gefehlt. Also werden wir dieses Spiel auch überleben."

FC Schalke 04 (55 Punkte)

Form: So lala. Die Knappen mussten den ersten Rückschlag unter den neuen Trainern Mike Büskens und Youri Mulder hinnehmen. Mit dem 1:1 gegen Hannover verpassten sie Big Points. Ein erster Rückschritt nach dem Trainerwechsel? "Ich sehe das nicht so negativ", meinte Büskens. Die Bilanz spricht für das Duo - 3 Spiele, 7 Punkte, 7:1 Tore. Dazu zeigt die Mannschaft mehr Spielfreude als unter Slomka.

Stimmung: Gut. "In der letzten Woche stand ich hier, da war alles rosarot, und jetzt soll alles wieder tiefschwarz werden? Nein!", sagte Büskens nach dem Hannover-Spiel. Die Spieler sahen das Remis vielleicht als Hallo-Wach-Effekt. "Wir sollten es als Warnung verstehen, dass die direkte Champions-League-Qualifikation kein Selbstläufer wird", meinte Heiko Westermann.

Restprogramm:

VfL Bochum (A)
Eintracht Frankfurt (H)
1. FC Nürnberg (A)

Gut. Schalke hat auf dem Papier her ein einfaches Restprogramm. Für Bochum und Frankfurt geht es um nichts mehr. Dasselbe könnte für Nürnberg gelten - wenn deren Abstieg bis dahin besiegelt ist. Allerdings weckt die nächste Partie böse Erinnerung an die letzte Saison. Am 31. Spieltag hatten die Knappen im Ruhrstadion 1:2 verloren - kurz darauf verloren sie auch die Meisterschaft.

Hamburger SV (51 Punkte)

Form: So lala. Nach sechs Partien ohne Dreier haben die Hamburger beim 3:1 in Rostock ihren Negativlauf erstmal gestoppt. Zudem schoss der HSV erstmals seit acht Spielen mehr als nur ein Tor. Rafael van der Vaart konnte mal wieder überzeugen (ein Tor, ein Assists) und der Angriff traf - zwei Treffer von Ivica Olic. "Ich hoffe, der Knoten ist wieder geplatzt", erklärte der Kroate.

Stimmung: So lala. "Jetzt müssen wir dranbleiben und nachlegen", meinte van der Vaart. Der Erfolg dürfte die Lage in Hamburg zunächst entspannt haben. Neben der sportlichen Talfahrt hatte es im Umfeld mächtig geknistert. Die Querelen um Thimothee Atouba, die Suspendierung von Vincent Kompany und die verbale Attacke von van der Vaart zeigten, dass die Nerven blank lagen.

Restprogramm:

Werder Bremen (H)
Energie Cottbus (A)
Karlsruher SC (H)

So lala. "Wenn wir in der Königsklasse spielen wollen, müssen wir alle drei Spiele gewinnen", sagte Olic. Richtungweisend wird direkt das nächste Spiel. Schlägt der HSV den Nordrivalen, sind sie dran. Danach stehen lösbare Aufgaben auf dem Programm. Bei einer Pleite geht es nur noch um den UEFA-Cup.

VfB Stuttgart (51 Punkte)

Form: Gut. "In der Anfangsviertelstunde haben wir Gas gegeben ohne Ende. Jeder wollte den Ball, die Mannschaft hat vor Spielfreude gesprüht", schwärmte Mario Gomez. Angeführt vom starken Yildiray Bastürk schossen sie Frankfurt mit 4:1 regelrecht aus dem Stadion. Der VfB ist zu Hause eine Macht - bestes Team der Liga. Allerdings schwächeln sie in fremden Stadien (3 Siege, 10 Niederlagen).

Stimmung: Gut. Die Laune bei den Schwaben ist wieder freundlich. Nach dem 19. Spieltag betrug der Rückstand auf die internationalen Rängen noch neun Punkte. Nun sind sie wieder mittendrin. Dennoch denken die Schwaben nicht an die Königsklasse. "Ziel ist der fünfte Platz", erkläre Trainer Armin Veh.

Restprogramm:

Borussia Dortmund (A)
VfL Wolfsburg (H)
Arminia Bielefeld (A)

So lala. Bleibt es bei der Auswärtsschwäche hat der VfB schlechte Karten im Kampf um die internationalen Plätze. Jedoch sind die Aufgaben machbar. Bei den schwachen Dortmundern haben sie eine große Chance, auf fremden Platz Selbstvertrauen zu tanken.

Bayer Leverkusen (48 Punkte)

Form: Schlecht. Aus den letzten sieben Spielen holte Leverkusen nur vier Zähler - fünf Pleiten. Im April hat die Werks-Elf komplett den Faden verloren. Dazu kam das Aus im UEFA-Cup gegen Zenit St. Petersburg. Mit ein Grund dafür sind die verletzungsbedingte Ausfälle von Bernd Schneider und Tranquillo Barnetta.

Stimmung: Schlecht. Es rumort in Leverkusen. Nach den schlechten Ergebnissen machte sich Unzufriedenheit breit. "Wir müssen uns den Arsch aufreißen", hatte Rene Adler kritisiert. Und nun die Last-Minute-Pleite in Duisburg. Der Blick geht nach unten. "Keine Frage, das wir jetzt eine schwere Kiste, direkt in den UEFA-Cup einzuziehen", meinte Simon Rolfes.

Restprogramm:

Hertha BSC Berlin (H)
FC Hansa Rostock (A)
SV Werder Bremen (H)

So lala. Mit Rostock wartet noch so ein Abstiegskandidat, der hauptsächlich Kampf entgegenzusetzen hat. Damit hatte die Bayer-Elf in den letzten Woche Probleme. Durch aggressives Spiel wurde ihnen schon oft der Schneid abgekauft. Dazu geht es am letzten Spieltag gegen Bremen - ein echtes Endspiel.

Und wie geht es aus?

SPOX-Prognose: Schalke wird sich am Saisonende Platz zwei sichern. Sie haben das einfachste Programm. Bei Bremens Restprogramm ist es nahezu ausgeschlossen, dass Werder alle drei Partien gewinnen wird. Mario Gomez wird den Meister auf Rang vier schießen. Mit dem VfB im UEFA-Cup wird dank der starken Defensive der HSV spielen. Der undankbare sechste Platz bleibt Leverkusen.

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