"Wir sind wieder da": Club wittert Morgenluft

SID
Montag, 21.04.2008 | 14:05 Uhr
fußball, bundesliga, koller, mintal
© DPA
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Nürnberg - Abbruch, Einbruch, Aufbruch - der 1. FC Nürnberg hat vor dem Abstiegs-Endspiel gegen Arminia Bielefeld ein kräftiges Lebenszeichen von sich gegeben. "Wir sind wieder da", stellte Matchwinner Jan Koller nach dem wichtigen 1:0 gegen den VfL Wolfsburg fest.

Mit dem ersten Heimsieg des Jahres wurde der letzte Platz an den MSV Duisburg übergeben, vor der endgültigen Rettung steht aber zunächst das brisante Duell mit dem Ex-Klub von Trainer Thomas von Heesen an.

"Von den restlichen fünf Spielen müssen wir mindestens noch drei oder vier gewinnen", forderte Marek Mintal vor dem Heimspiel. Mut machte ausgerechnet Wolfsburgs Trainer Felix Magath: "So muss sich der Club keine Sorgen machen."

"Die Pechsträhne ist vorbei"

Die Aufbruchstimmung, die Kollers spätes Siegtor im FCN-Lager auslöste, soll gegen den Mitkonkurrenten Bielefeld für weitere drei Punkte sorgen. "Die Pechsträhne ist vorbei, die Mannschaft hat wieder Zuversicht und Selbstvertrauen", sagte Präsident Michael A. Roth erleichtert.

Martin Bader hakte die Abbruch-Partie vom 11. April und den Einbruch beim 0:3 gegen den VfB Stuttgart ab: "Nach Stuttgart wollten viele schon ein Kreuz mit der Aufschrift "Ruhe sanft" für uns bestellen. Aber diese Leistung stimmt mich positiv. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie sich bis zum letzten Spieltag wehren will."

Ausgelassen feierten die Fans den ersten Heimsieg seit mehr als vier Monaten, gewohnt nüchtern entgegnete von Heesen dem Hoffnungsschimmer. "Wir mussten am Ende unser Glück erzwingen", stellte der Coach angesichts der lange fahrlässig vergebenen Chancen fest.

Endspiel gegen Bielefeld

"Das, was die Mannschaft gezeigt hat, ist das Maß, um in der Liga zu verbleiben", stimmte er seine Spieler auf das "Endspiel" gegen die Arminia ein und erinnerte an die Notwendigkeiten des Abstiegskampfes: "Man muss beißen, 90 Minuten Gas geben. Man muss richtig dagegenhalten und die Zweikämpfe aggressiv gestalten. Das sind Tugenden, die die Spieler bisher nicht so kannten, da ihnen die Situation unbekannt war."

Koller kam den Vorstellungen seines Trainers nahe. Eindrucksvoll setzte er sich gegen Alexander Madlung durch, ehe er mit Wut und Wucht den Ball ins Tor drosch.

"Fantastisch. Jan ist wieder da", lobte von Heesen und nahm erfreut zur Kenntnis, dass dem Stürmer die schöpferische Pause von 270 Minuten auf der Bank gut getan hat. Auch Mintal, in dieser Saison nur noch Joker, überzeugte.

Kluge vor dem Comeback

Gegen Bielefeld muss er aber womöglich wieder auf die Bank. Denn neben Zvjezdan Misimovic steht auch Peer Kluge vor dem Comeback.

Gelassen reagierte Magath auf die "verdiente Niederlage, aber wir müssen aus dieser Nummer schnell wieder rauskommen. Zur Zeit scheint die Mannschaft nicht daran zu glauben, dass sie gewinnen kann."

Vom UEFA-Cup ist keine Rede mehr, aber das Zittern um den Klassenverbleib wie in den vergangenen zwei Jahren bleibt den Wölfen erspart. "Wir bewegen uns auf dem Niveau, wo wir hingehören und immer hinwollten- auf einem guten Mittelfeldplatz."

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