Bundesliga

Schalke stellt Rutten als neuen Cheftrainer vor

SID
Mittwoch, 23.04.2008 | 10:31 Uhr
Schalke, Rutten, Müller
© Getty
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Gelsenkirchen - Schneller als erwartet hat der FC Schalke 04 mit der Vorstellung von Fred Rutten die zweite niederländische Trainer-Ära bei den Königsblauen eingeläutet.

 "Andreas Müller hat schnell reagiert und einen Trainer gefunden, der zu uns passt. Der Beschluss fiel dann einstimmig im Vorstand", sagte Präsident Josef Schnusenberg bei der Präsentation des 45 Jahre alten künftigen Chefcoaches am Mittwoch.

"Ich war immer interessiert, in einer der großen europäischen Ligen zu arbeiten und bin sehr stolz, dass mich so ein Traditionsverein haben wollte. Dieses Gefühl habe ich in meine Entscheidung einfließen lassen", erklärte Rutten.

Am Morgen wurden mit dem aktuellen Coach des FC Twente Enschede die letzten Details geklärt. Rutten bekommt vom 1. Juli an zunächst einen Zweijahresvertrag.

Halbe Million als Ablöse

Als Co-Trainer sollen ihm die Ex-Profis Michael Büskens und Youri Mulder zur Seite stehen, die Schalke bis zum Saisonende als Interimstrainer eigenverantwortlich betreuen. "Die Beiden haben ein blaues Herz", sagte Rutten, der erst seine Mission in Enschede zu Ende bringen will.

Für eine festgeschriebene Summe von angeblich 500.000 Euro hat ihn Schalke zum Saisonende dort losgeeist. Mit dem niederländischen Ehrendivisionär steht Rutten noch in den Playoff-Spielen um einen Platz in der Champions-League-Qualifikation.

"Ich habe noch die Verantwortung für Twente. Deshalb war es mir wichtig, meine Tätigkeit dort richtig zu Ende zu bringen. Ich möchte dort einen guten Abschied haben."

Holland-Ära, Teil zwei

Im Sommer läutet der Nachfolger des am 13. April entlassenen Mirko Slomka dann offiziell dort die zweite Holland-Ära ein, wo Schalkes Rekordtrainer Huub Stevens (1996 - 2002) lange erfolgreich das Geschehen prägte.

Gleichwohl ist die Verpflichtung des in den Niederlanden als ausgewiesener Fachmann geltenden Familienvaters kein Schritt in die Vergangenheit. Denn Fredericus Jacobus Rutten gilt als moderner Coach mit klaren Vorstellungen vom Offensivfußball.

"Disziplin und Ordnung sind wichtig. Es gibt Regeln, ohne die es nicht geht. Aber am wichtigsten ist der Teamgeist", betonte Rutten. Trotz einiger Parallelen zu Stevens versteht er sich nicht als dessen Kopie: "Huub Stevens ist Huub Stevens. Und ich bin Fred Rutten."

Müller voller Euphorie

Manager Andreas Müller ist sicher, eine "sehr gute Wahl" getroffen zu haben. "Ich hatte in den Gesprächen vom ersten Moment an ein sehr gutes Gefühl, dass er nicht nur gut zu Schalke, sondern auch gut zur Mannschaft passt. Bei Twente sieht man klar seine Handschrift. Die Spielweise des Teams hat mir sehr imponiert", sagte Müller, der Twente schon Anfang des Jahres beobachtete.

"Wenn man Spieler beobachtet, schaut man sich auch die Spielweise der Teams an. Und es gehört immer dazu, den Trainermarkt zu sehen und sich Gedanken zu machen für den Fall..."

Schon am Tag von Slomkas Entlassung knüpfte Müller den Kontakt zu Rutten. In weiteren Gesprächen mit dessen Berater wurde schnell ein gemeinsamer Nenner gefunden.

"Jetzt sind die Spekulationen beendet"

Um weitere Unruhe in den Medien zu vermeiden, kam man überein, Rutten schon jetzt zu präsentieren und im Interesse aller für Klarheit zu sorgen. "Jetzt sind die Spekulationen beendet", sagte Schnusenberg.

Dass Rutten, der nicht nur in Enschede mit Hans Meyer, sondern auch zwischenzeitlich beim PSV Eindhoven mit Guus Hiddink erfolgreich arbeitete, für Schalkes Ambitionen noch die große internationale Erfahrung fehlt, glauben die Verantwortlichen nicht.

"Da mache ich mir gar keine Sorgen", sagte Müller über den besonnen, aber durchaus selbstbewusst auftretenden Coach, der sich nur an das vergleichsweise große Medienaufkommen in der Bundesliga gewöhnen muss.

Klar wurde aber, dass er über eine Portion Humor verfügt. Auf die Frage nach der traditionell großen Rivalität der Nachbarländer antwortete Rutten:
"Wir Holländer sagen immer, dass wir den besten Fußball spielen. Aber die Deutschen gewinnen fast immer mehr als die Holländer."

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