Härtere Gangart in Bremen - Rückhalt für Trainer

SID
Mittwoch, 02.04.2008 | 15:38 Uhr
fußball, bundesliga, schaaf, bremen
© Getty
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Bremen - Im sonst so beschaulichen Bremen ist es für die Werder-Profis ungemütlich geworden. Mit der Streichung von freien Tagen, verschärften Trainingseinheiten und ungewohnten Drohungen reagieren die Verantwortlichen auf die Krise.

Nur die berühmte Trainerfrage, die wird in Bremen trotz der jüngsten Misserfolge nicht gestellt. "So etwas ist unnötig", sagte Manager Klaus Allofs und erklärte zur Arbeit von Trainer Thomas Schaaf: "Ich kann keinen Fehler erkennen."

Die Bremer wollen mit Ruhe und ohne Panikreaktionen auf den sportlichen Niedergang mit nur acht Punkten in neun Rückrunden- Spielen reagieren. Dennoch ist unverkennbar, dass sich Schaaf und Allofs für eine härtere Gangart entschieden haben.

Training wie im Sommer

"Ich habe schon lange nicht mehr so viel trainiert", sagte Ivan Klasnic zu der deutlich verschärften Übungseinheit am Dienstag, die Beobachter an das traditionelle Konditions-Trainingslager im Sommer erinnerte. "Es war sehr intensiv", bestätigte Sebastian Boenisch.

Nachdem die Spieler bereits am Sonntag nach Standpauke und Videoanalyse ein Straftraining absolvieren mussten, beorderte Schaaf sie auch für Mittwochnachmittag zu einer Einheit, die ursprünglich nicht geplant war.

"Wir müssen die Dinge aufnehmen, die wir am Wochenende gesehen haben, sie reflektieren und daran arbeiten. Das ist unser Job", sagte Schaaf zu der Verschärfung und Ausweitung des Trainings.

Ohne Erfolg noch härteres Training

Es seien angesichts der Vorstellung beim 1:2 gegen den Abstiegskandidaten MSV Duisburg einige Fehler zu beheben: "Das ist natürlich nicht in einer Einheit umzusetzen." Klasnic schwant: "Wenn sich jetzt der Erfolg einstellen sollte, könnte es sein, dass der Trainer dieses Training beibehält." Wenn er sich nicht einstellen sollte, dürfte es allerdings noch ungemütlicher werden.

Ein intensiveres Übungsprogramm allein reicht aber wohl nicht. "Hartes Training ist sehr wichtig, aber ohne mannschaftliche Geschlossenheit und selbstbewusstes Auftreten werden wir auch in Zukunft keinen Erfolg haben", sagte Per Mertesacker.

Der Nationalspieler ging bei seiner Analyse auch auf Konflikte innerhalb des Teams ein, die in den vergangenen Wochen sichtbar geworden waren: "Die Foulaktionen, Aggressionen in der Kabine und das alles kam in einer Phase, in der wir so etwas überhaupt nicht gebrauchen konnten, als wir international hätten Fuß fassen müssen."

Persönliche Eitelkeiten hinten anstellen

Torsten Frings forderte daher: "Wir müssen jetzt alle persönlichen Dinge hinten anstellen und wer mit wem nicht kann. Wenn wir das nicht abstellen, gewinnen wir in den kommenden Wochen kein Spiel mehr."

Anders als bei den meisten anderen Bundesligisten wird bei Werder der Druck auf die Spieler erhöht, nicht auf den Trainer. Die Bremer setzen auf Kontinuität, Schaaf bleibt unantastbar.

Stattdessen drohte Allofs den Spielern: "Wer unser Unternehmen, die Qualifikation für die Champions League, gefährdet, wird die Folgen zu spüren bekommen." Für Werder-Verhältnisse ist das ein ungewohnt scharfer Ton.

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