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Fandel & Co. bestehen EM-Test

SID
Donnerstag, 17.04.2008 | 13:35 Uhr
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Regensdorf - Mit harter Hand gegen Schwalbenkönige und besonderer Strenge bei brutalen Fouls sollen der deutsche Referee Herbert Fandel und seine elf internationalen Schiedsrichter-Kollegen die Partien der Fußball-Europameisterschaft leiten.

"Wir müssen die Spieler schützen. Wir wollen die besten Spieler auch am Ende des Turniers noch im gesunden Zustand sehen", sagte Hugh Dallas vom UEFA-Schiedsrichterkomitee in Regensdorf zum Abschluss eines viertägigen Seminars für die EM-Referees.

In ihrem EM-Quartier vor den Toren Zürichs absolvierten die Schiedsrichter auch einen letzten Fitnesstest, mit dem sie sich endgültig für das Turnier vom 7. bis 29. Juni in der Schweiz und Österreich qualifizierten.

Test bestanden

Alle zwölf von der UEFA nominierten Schiedsrichter bestanden die finale Härteprüfung.

 "Es ist schon eine gewisse Erleichterung zu spüren, dass diese Barriere beseitigt ist", sagte Fandel.

Unter anderem mussten die Unparteiischen Sprintübungen über 40 Meter in maximal 6,2 Sekunden und eine Ausdauerübung mit Läufen über 20 Mal 150 Meter in jeweils maximal 30 Sekunden bestehen.

Vor der WM 2006 waren die Assistenten des Griechen Kyros Vassaras und des Spaniers Manuel Enrique Mejuto Gonzales an den Kriterien gescheitert, wodurch die Referees nicht zum Turnier nach Deutschland kommen konnten.

Der Kyllburger Fandel und seine Assistenten Carsten Kadach (Suderburg) und Volker Wezel (Tübingen) bestanden wie alle anderen Referees diesmal den Test. Auch Vassaras und Gonzales sind bei der EM dabei.

Simulanten werden kosequenter bestraft

Bei den 31 EM-Endrundenspielen sind die Schiedsrichter von der UEFA in besonderem Maße angewiesen, gesundheitsgefährdende Fouls direkt mit einem Platzverweis zu bestrafen.

Neben den üblen Fouls sollen die Referees auch Simulanten konsequent Einhalt gebieten. Eine Gelbe Karte droht, unabhängig, ob sie einen Elfmeter oder einen Freistoß schinden wollen.

Eine Verwarnung blüht ebenso den Spielern, die sich durch Worte oder Gesten über Schiedsrichterentscheidungen beschweren. Bei sogenannter Rudelbildung werden die verantwortlichen Akteure ebenso mit Gelb bestraft.

Alle EM-Teams werden eine DVD mit entsprechenden Spielszenen erhalten, um ihre Akteure zu instruieren.

Fandel endlich bei WM dabei

"Es ist wichtig, dass wir mit einer einheitlichen, konsequenten Linie agieren", beschrieb Fandel die UEFA-Instruktionen vor seinem ersten Einsatz bei einem großen Turnier.

Bei der WM 2006 hatte er noch Markus Merk den Vortritt lassen müssen. Bisherige Höhepunkte in der sportlichen Karriere des Konzertpianisten waren die Leitung von zwei DFB-Pokalendspielen sowie die Einsätze in den Endspielen des UEFA-Cups 2006 und der Champions League 2007.

International war er zudem bei Olympia 2000 und beim Confederations Cup 2005 im Einsatz.

Fandel drückt DFB-Elf die Daumen

Welches Gruppenspiel er leiten wird, erfährt Fandel am 5. Juni, wenn die ersten Ansetzungen festgelegt werden.

Jedes der zwölf Referee-Teams kommt bei zwei Vorrundenbegegnungen zum Einsatz. Anschließend hängt Fandels Verbleib vom Erfolg der deutschen Mannschaft ab.

Bleibt das Team von Bundestrainer Joachim Löw im Turnier, droht dem deutschen Referee das frühe EM-Aus. "Im Mittelpunkt steht der Fußball. Ich bin ein Fan der Mannschaft. Ich wünsche mir, dass sie sehr weit kommt", sagte Fandel.

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