Samstag, 26.04.2008

Nach der Wutrede

Doll hofft auf Ende der Chaos-Tage

Frankfurt/Main - Nach dem Punktgewinn bei Eintracht Frankfurt hofft Thomas Doll auf das Ende der Chaos-Tage bei Borussia Dortmund und neue Rückendeckung durch die Vereinsführung.

Doll, Wuttrede, Dortmund
© DPA

"Der BVB ist ein großer Verein, in dem immer etwas Unruhe herrscht. Ich hoffe, dass die nächste Woche normal abläuft. Ich versuche, meinen Job so gut wie möglich zu machen, pünktlich zur Arbeit zu kommen und die Mannschaft ordentlich zu trainieren. Mehr kann ich nicht tun. Schaun' mer mal, wie es weitergeht", sagte der trotz eines laufenden Vertrags umstrittene BVB-Trainer nach dem 1:1 (0:0) in der Main-Metropole.

Wir haben nichts mit dem Abstieg zu tun

Die deutliche Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit stimmte Doll zuversichtlich, dass die Borussia eine verkorkste Bundesliga-Saison noch zu einem versöhnlichen Ende führen und er seinen Posten auch in der kommenden Saison behalten kann.

"Der Punkt war wichtig, um wieder in die Spur zu kommen. Man hat gesehen, dass die Jungs gewillt sind, aus der brenzligen Situation herauszukommen und wir nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben. Das Ergebnis war auch für mich wichtig, denn als Trainer zählen Resultate", sagte Doll.

Zorc fordet nun Leistung

Gegen die seit vier Spielen sieglosen Hessen war sein Team vor 51 500 Zuschauern allerdings erst nach dem Rückstand durch einen Kopfball von Benjamin Köhler nur 42 Sekunden nach Wiederanpfiff aufgewacht.

"Das Gegentor war gut für uns, denn danach haben wir richtig guten Fußball gespielt", befand Marc-André Kruska, der nur fünf Minuten später den Ausgleich durch Jakub Blaszczykowski vorbereitete. "Die erste Halbzeit war sehr sachlich, in der zweiten Halbzeit kam viel Herz dazu", fasste Sportdirektor Michael Zorc den Auftritt der Schwarz-Gelben zusammen.

Er fordert nun im Saison- Endspurt überzeugende Vorstellungen und Siege.

Wörns kritisiert Doll

Ob die von Doll erhoffte Ruhe einkehrt, ist allerdings fraglich. "Was mit dem Trainer in den letzten Wochen passiert ist, war nicht so lustig. Aber auch das Bild, das der Verein da abgegeben hat, ist kritikwürdig.Die Medien schreiben schließlich nur, was sie an Informationen bekommen. Es kann nicht sein, dass bei uns jeder sein eigenes Süppchen kocht. Das muss selbstkritisch hinterfragt werden", redete Kapitän Christian Wörns Klartext.

Der 35 Jahre alte Manndecker lieferte eine überragende Vorstellung ab und erhielt wie sein ebenfalls überzeugender Nebenmann in der Innenverteidigung, Robert Kovac, ein Extra-Lob von Doll: "Sie haben das, wie schon gegen Bayern, sehr gut gemacht und gezeigt, dass sie noch nicht zum alten Eisen gehören."

Wörns, der den BVB am Saisonende definitiv verlassen wird, aber noch nicht über eine Fortsetzung der Karriere entschieden hat, konnte sich über die aufmunternden Worte des Trainers jedoch nicht recht freuen.

"Natürlich haben wir mit unseren Leistungen im Saisonverlauf Angriffsflächen geboten, aber ein bisschen Vertrauen hätte schon gut getan", sagte er mit einem Seitenhieb an die Adresse von Doll.

Das war eine einmalige Aktion

Dessen Wutrede hatte im Team ohnehin weniger Spuren hinterlassen als angenommen. "Im Training hat man davon nichts gemerkt. Die Diskussion interessiert uns sowieso nicht, denn sie wird von Außen hereingetragen", sagte Mladen Petric. Doll war wohl zur selben Erkenntnis gelangt. Er versprach: "Das war eine einmalige Aktion."


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