Bei Bayer spielt die Angst mit

SID
Montag, 28.04.2008 | 11:15 Uhr
fußball, bundesliga, leverkusen, sarpei
© DPA
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Leverkusen - Der Traum von der Champions League ist geplatzt, jetzt geht bei Bayer Leverkusen sogar die Furcht vor dem Verpassen des UEFA-Cups um.

"Wir haben Angst zu verlieren, das lähmt", bekannte Bayer-Torjäger Stefan Kießling nach dem glücklichen 2:2 gegen den VfL Wolfsburg, mit dem die Leverkusener aber immerhin wieder auf den vierten Tabellenplatz der Bundesliga kletterten.

"Sorgen mache ich mir um gar nichts", begegnete Bayer- Chefcoach Michael Skibbe energisch Fragen zum drohenden Scheitern im Europacup-Gerangel. "Da, wo wir jetzt stehen, wollen wir am Saisonschluss mindestens stehen."

Die 48 bereits gewonnenen Punkte sind für ihn eine gute Ausgangsposition, obwohl der Hamburger SV und der VfB Stuttgart mit gleicher Zählerzahl hinter der Werkself auf der Lauer liegen.

Skibbe zeigt Verständnis

"Wir können es aus eigener Kraft schaffen. Das ist unser Vorteil", meinte Kießling. Der Ausfall von Nationalspieler Bernd Schneider nach einer Bandscheiben-Operation bis zum Ende der Spielzeit ist angesichts des sichtbaren Energieabbaus bei den jungen Bayer-Profis jedoch ein Handicap. "Der Schneider in der Form der Rückrunde der vergangenen Saison hätte uns noch gut getan", sagte Skibbe.

Dass seinen jungen Kicker in der Endphase der Meisterschaft immer mehr die Luft ausgeht, kann er durchaus verstehen. "Die jungen Spieler haben lange an ihrem Optimum gespielt. Immer auf gleichem Niveau zu spielen, ist schwierig", meinte Skibbe, dessen Mannschaft immerhin an 19 von bisher 30 Spieltagen auf einem Europacupplatz stand.

Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser verschweigt allerdings nicht sein "ungutes Gefühl, wenn man die Leistungen der letzten Wochen anschaut".

Schließlich half Fortuna gegen die Wolfsburger mit, auf UEFA-Cup-Kurs zu bleiben. Die Gästeführung durch Edin Dzeko (13. Minute) glich Theofanis Gekas (33.) aus.

"Gefühlte Niederlage"

Nach dem 2:1 der Wölfe durch Makoto Hasebe (44.) war es aber dessen Mitspieler Ricardo Costa (73.), der das 2:2 fabrizierte. "Wir haben noch nicht die Routine, so einen Vorsprung über die Zeit zu bringen", resümierte VfL-Trainer Felix Magath, der mit nun vier Punkten Rückstand auf Platz fünf den UEFA-Cup-Einzug wohl ad acta legen kann. Für Torwart Diego Benaglio war es deshalb im doppelten Sinn eine "gefühlte Niederlage".

Die Bayer-Profis wetterten gegen Schiedsrichter Manuel Gräfe, der bei zwei Handspielen (60./66.) von Christian Gentner keine Absicht erkannte und auch beim 2:1 durch Hasebe kein Foul gegen Leverkusens Hans Sarpei sah.

"Das waren zwei klare Elfmeter und ein Foul", schimpfte Kießling. Die beiden Trainer wollten in dieses Lamento nicht einstimmen. "Man muss die Fehler nicht beim Schiedsrichter suchen. Beide Elfer muss man nicht geben", meinte Skibbe.

Auch Magath übte grundsätzliche Kritik an der Handspiel-Regel. "Das Thema ist ein Riesenproblem. Dem Schiedsrichter wird aufgebürdet, in einem Bruchteil einer Sekunde zu erkennen, was ein absichtliches oder unabsichtliches Handspiel war", sagte der VfL- Coach. "Ich denke, dem Referee wird geholfen, wenn es eine klare Regel gibt: Alles, was an die Hand geht, wird gepfiffen."

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