Montag, 14.04.2008

Wer folgt Slomka?

Der Ausnahmezustand naht

München - Youri Mulder und Mike Büskens also. Gewiss, beide sind Sympathieträger und waren dabei beim UEFA-Cup-Sieg 1997 - aber gleich als neues Trainerduo des FC Schalke 04?

Christoph Daum
© Getty

Um 16.11 Uhr, rund drei Stunden nach der Verkündung von Mirko Slomkas Entlassung, gab der Verein bekannt, dass Mulder und Büskens auf Interimsbasis bis zum Saisonende die Verantwortung übernehmen werden.

VIDEO: Andreas Müller über Slomkas Entlassung

Aber dass beide womöglich als Langzeit-Lösung auch über den Sommer hinweg bleiben, gilt als ausgeschlossen.

Mulder, in seiner Heimat Niederlande ein geachteter TV-Experte aber nur mit wenig Coaching-Erfahrung, und Büskens, Trainer der zweiten Mannschaft von S04, fallen mit Sicherheit nicht unter das Anforderungsprofil von Klub-Präsident Josef Schnusenberg. Er sehe auf Schalke endlich einen Mann mit "internationalem Format", sagte er im letzten Herbst.

Die Reaktionen zu Slomkas Entlassung

Ein Jose Mourinho oder Guus Hiddink werden mit Sicherheit nicht den Weg nach Gelsenkirchen finden, zu unbedeutend ist der Revierklub trotz Champions-League-Viertelfinale im europäischen Vergleich. Doch wer könnte ab Sommer Slomkas dauerhafte Nachfolge antreten? Die Pro-und-Contra-Liste der heißesten Kandidaten.

Diashow: Höhen und Tiefen - Slomkas Zeit bei Schalke 04

Der Unberechenbare: Christoph Daum (1. FC Köln)

Daum, Christoph, Köln
© Getty

Was für ihn spricht: Die Zeit in Köln ist wohl vorbei, gilt als Liebling der S04-Oberen. Warum? Weil er vom Selbstverständnis her dem des Klubs entspricht. Zur Erinnerung die womöglich selbst lancierte Überschrift "Jetzt will Chelsea Kölns Daum!" (September 2007). Ein Fast-Blues-Coach als Schalkes neuer Mann? Mehr Format geht nicht...

Was gegen ihn spricht: Personifiziert genau das, was S04 am wenigsten braucht: Unberechenbarkeit. Hört nicht immer auf Vorgesetzte oder die Vernunft, redet sich gerne um Kopf und Kragen. Mit ihm kehrt vielleicht der Erfolg ein - definitiv aber der Wahnsinn.

Der Topfavorit: Fred Rutten (Twente Enschede)

Rutten, Fred, Twente, Enschede
© Imago

Was für ihn spricht: Hervorragender Ruf unter Experten - obwohl ihn in Deutschland kaum jemand richtig kennt. Mulder arbeitet unter Rutten, den auch der HSV wollte, als Stürmertrainer. Etablierte Enschede in der niederländischen Spitze und gilt als hart, ein "Typ wie Huub Stevens" ("Bild").

Was gegen ihn spricht: Wenn Slomka zu wenig Renommee hat, über was verfügt dann Rutten? Ist einfach keine Nummer, von internationalem Format mal zu schweigen. Zumal Twente seine bisher einzige Station als Cheftrainer ist.

 Das Naheliegende: Eric Gerets (Olympique Marseille)

Gerets, Eric, Marseille
© Getty

Was für ihn spricht: Vertreter der Eher-Peitsche-als-Zuckerbrot-Schule, im Vergleich zu ihm wirkt Slomka wie der kuschelige Fozzie Bär. Könnte dem Team die Disziplin einbläuen, die die Chefetage seit langem erwartet. Und: Nach seiner Zeit in Wolfsburg und der Türkei hat er seinen Ruf in Marseille aufpoliert.

Was gegen ihn spricht: Scheiterte in der Bundesliga in Kaiserlautern und Wolfsburg bereits nach eineinhalb bzw. einem Jahr. Gerets ist kompetent, doch in der Kommunikation hat er seine Schwächen. Soll bei Olympique jedoch an Souveränität dazu gewonnen haben.

Das Vitamin B: Dick Advocaat (Zenit St. Petersburg)

Dick Advocaat, Zenit, St. Petersburg
© Getty

Was für ihn spricht: Traditionalist. Spitzname: kleiner General. Erfolg bei Zenit, besitzt als ehemaliger niederländischer und südkoreanischer Nationaltrainer so etwas wie weltmännischen Habitus. Und: Vielleicht helfen die Gazprom-Connections.

Was gegen ihn spricht: Die Dimension seines Scheiterns in Mönchengladbach ist noch immer unerreicht. Stellte sich mit etlichen Millionen sein Team zusammen - und wurde nach fünf Monaten gegangen. Galt auch schon bei den Rangers in Transferangelegenheiten als wenig effektiver Geldverschwender.

Der Außenseiter: Jürgen Klopp (FSV Mainz 05)

Jürgen, Klopp, Mainz
© Getty

Was für ihn spricht: Jung, dynamisch, eloquent. Riesiges Standing in der Öffentlichkeit. Könnte sich auch medial gegen die Schnusenbergs behaupten. Holt beim FSV seit Jahren sehr viel aus dem jeweiligen Kader heraus, lässt einen sehr gepflegten Ball spielen - so wie es die Schnusenbergs auch bei Schalke sehen wollen.

Was gegen ihn spricht: Jung, dynamisch, eloquent. Passt daher nicht in den eingefahrenen S04-Machtklüngel. Zumal Klopp sowieso beim FSV bleibt, sollte der Aufstieg gelingen. Und auch wenn Klopp der TV-Bundestrainer der Nation ist, versprüht er nicht wirklich internationales Flair. Chelsea hat ihm ja auch kein Angebot gemacht.

 

Die SPOX-User sind empört und erschüttert. Hier die Kommentare unmittelbar nach Bekanntwerden der Schalker Entscheidung.

 

Haruka Gruber

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