Samstag, 05.04.2008

Siebenkampf um Europa

Wölfe heulen am lautesten

München - Als der VfL Wolfsburg im Herbst 2004 auf Platz eins der Tabelle stand, wurden schon Umbaumaßnahmen am städtischen Rathaus diskutiert. Das dortige Amtshaus hat nämlich keinen Balkon. Dabei gehört eine Meisterschaft auf einem solchen gefeiert.

Wolfsburg, Grafite, Marcelinho
© Getty

Da der VfL am Ende doch weit von der Meisterschaft entfernt war, wurden die Pläne wieder verworfen. Zugegeben, auch in diesem Jahr wird ein Balkon nicht vonnöten sein. Aber Wolfsburg hat sich durch starke Leistungen und die Unbeständigkeit der Spitzenteams aus Bremen, Hamburg und Leverkusen den Champions-League-Plätzen angenähert.

Zusammen mit sechs anderen Teams streitet sich der VfL in den nächsten Wochen um die Tickets für Europa. Und die Form spricht klar für Wolfsburg, so dass die Niedersachsen durchaus von Europa träumen dürfen.

Für sieben Teams ist in den verbleibenden neun Spieltagen von Platz zwei bis acht noch alles alles drin. Grund genug für SPOX.com, die Mannschaften und deren Form unter die Lupe zu nehmen. Wer nach dem 27. Spieltag die besten Karten hat und wer doch für den UI-Cup melden sollte, erfahren Sie im Ranking.

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 VfL Wolfsburg

Die Wölfe sind das Team der Rückrunde: Sieben Siege, zwei Unentschieden, eine Niederlage - beeindruckende Zahlen.

Noch beeindruckender die Spielweise: Gut organisiert und zielstrebig in der Offensive. Das Resultat ist nach dem 3:2 über Hannover Platz sieben und nur fünf Punkte Rückstand auf Platz zwei.

Zu den Aussichten auf eine Europapokalteilnahme meinte Ashkan Dejagah: "Wenn es so weiter geht, warum nicht? Wenn wir so weiter machen, wird es auch klappen." Die Konkurrenz zittert schon...

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 VfB Stuttgart

Nach katastrophalem Saisonstart hat sich der Meister stabilisiert und klammheimlich herangepirscht - nicht zuletzt wegen Mario Gomez.

Gegen Hamburg zeigte die Mannschaft von Armin Veh, dass sie auch ohne Gomez gewinnen kann. "Wenn wir nach diesen Problemen noch den UEFA-Cup erreichen, ist das eine super Leistung", meinte Armin Veh gewohnt defensiv.

Bei drei Punkten Rückstand auf Platz zwei und sechs Siegen aus den letzten acht Spielen wäre etwas mehr Mut allerdings durchaus angebracht.

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Schalke 04

Eines muss man den Schalker schon lassen: Obwohl sie den unattraktivsten Fußball der Top-Teams spielen, verstehen sie es zu punkten. 13 Zähler aus den letzten fünf Spielen haben die Königsblauen plötzlich wieder auf Platz zwei gespült.

Gegen Rostock durften Vicente Sanchez und Albert Streit von Beginn an ran, was immerhin für ein bisschen Kreativität sorgte. Ansonsten lebt das Spiel der Schalker von ihrer Physis und guten Defensivorganisation.

So wird es schwer genug, am Ende unter die ersten Drei zu kommen.
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Eintracht Frankfurt

Auch wenn die Eintracht gegen den Club einen Dämpfer hinnehmen musste, gehört sie zu den aufstrebenden Teams der Liga.

Die Niederlage ist kein herber Rückschlag im Kampf um die Europacup-Plätze, sondern ein normaler Vorfall in einem Entwicklungsprozess.

Durch die Siege der vergangenen Wochen hat die Mannschaft ein enormes Selbstvertrauen entwickelt, das den Mangel an Qualität im Vergleich zu den anderen Top-Teams noch weitere Wochen wettmachen kann.

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Werder Bremen

Niederlage, gegen Stuttgart, Niederlage gegen Wolfsburg und Niederlage gegen Duisburg. Bremen schien in der vergangenen Woche den Tiefpunkt erreicht zu haben.

In Berlin zeigte sich die Truppe von Thomas Schaaf deutlich verbessert, beispielhaft zu sehen an den Nationalspieler Torsten Frings und Tim Borowski.

Von einer Trendwende zu sprechen, ist aber noch zu früh. Erst das Spiel gegen Schalke in der nächste Wochen wird zeigen, ob Werder die Krise  überwunden hat.

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Hamburger SV

"Wenn ich das Wort Krise höre, dann lache ich. Die Mannschaft hat super gespielt, nur die Tore nicht gemacht", sagte Huub Stevens nach der Niederlage in Stuttgart.

Treffer sind aber das berühmte Salz in der Suppe und davon hat der HSV in den letzten Wochen einfach zu wenig gemacht und zu viele kassiert.

Spiele, die in der Vorrunde noch 1:0 gewonnen wurden, enden jetzt 1:1. Fünf Mal gab es in der Rückrunde dieses Ergebnis. Auch weil Rafael van der Vart seiner Form meilenweit hinterherläuft und seit sieben Spielen auf einen Treffer wartet. Vor drei Wochen noch Bayern-Jäger, läuft der HSV jetzt Gefahr sogar die UEFA-Cup-Teilnahme zu verspielen.

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Bayer Leverkusen

Es scheint fast so, als hätten die Leverkusener einige Wochen über ihrem Niveau gespielt. Gegen Bayern, Frankfurt und im UEFA-Cup gegen St. Petersburg wurden die Schwächen der Mannschaft schonungslos aufgedeckt - und jetzt auch noch der Last-Minute-K.o. in Dortmund.

Naiv und zweikampfschwach eröffneten die Bayer-Profis den Gegnern eine Vielzahl an Chancen. Dazu hängt Bernd Schneider seit Wochen im Tief und ist mehr Belastung als Hilfe.

In dieser Form droht am Ende der undankbare sechste Platz - oder sogar noch schlechter.

Andreas Lehner

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