Abstiegs-Showdown in der Bundesliga

Bloß keine Panik!

Von Vincent Alberola / Jochen Tittmar
Freitag, 25.04.2008 | 14:12 Uhr
Skela, Cottbus, Rathgeb, Rostock
© Imago
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München - 17 gegen 15, 16 gegen 14 - oder auch: der Abstiegs-Showdown der Bundesliga.

Am 30. Spieltag treten gleich vier der letzten fünf Mannschaften gegeneinander an (Sa., 15.30 Uhr im SPOX-TICKER und bei Premiere), für zwei dieser Teams ist es fast schon der letzte Strohhalm im Kapf um den Klassenerhalt.

Nürnberg, das Bielefeld empfängt, wie auch für Rostock (in Cottbus) droht bei einer Niederlage der womöglich entscheidende Knockout.

Wie kommen das Keller-Quartett mit dem Druck klar? Welche Folgen hätte das Worst-Case-Szenario? SPOX.com bat die vier sportlchen Verantwortlichen der Klubs zum Interview. Im einzelnen: Steffen Heidrich (Cottbus), Detlev Dammeier (Bielefeld), Herbert Maronn (Rostock) sowie Martin Bader (Nürnberg).

Warum steigt Ihr Verein nicht ab?

"Weil wir in den letzten Spielen, Schalke ausgenommen, sehr gefestigt auftraten, weil wir gute Nerven gezeigt haben, weil die Mannschaft als Team zusammengewachsen ist. Der Trend war bei uns sehr positiv und wir haben uns freigeschwommen. Energie hat es in der eigenen Hand."

"Wir haben in den letzten Wochen auf einem konstant guten Niveau gespielt. So wie gegen Bremen, Hamburg oder in Hannover, auch wenn wir die Partien leider nicht gewonnen haben. Beim 1:0 gegen Leverkusen haben wir wiederum bewiesen, dass wir auch mit dem Druck umgehen können."

 "Die Mannschaft hat im bisherigen Saisonverlauf oft nachgewiesen, dass sie das Potenzial für die Bundesliga besitzt. Sie wird in den kommenden Spielen die für den Klassenerhalt nötigen Punkte holen."
"Weil wir konzentriert und ruhig weiterarbeiten werden."

Was würde sich in Liga zwei ändern?

 

"Der gravierendste Unterschied ist das Fernsehgeld, das sich halbieren würde. Für uns ist es allerdings so, dass es sehr geordnet weiter gehen würde, weil fast alle Spieler Verträge für die 2. Liga haben, die dementsprechend auch angepasst sind. Selbst wenn wir in den sauren Apfel beißen müssten, wären wir gut gerüstet."

"Natürlich würde sich der Etat verkleinern, aber bei uns haben die Spieler zu 95 Prozent Verträge, die auch für Liga zwei gelten, so dass wir nicht die ganz große Panik hätten. Klar wird es den einen oder anderen geben, dem ein Abstieg nicht schmeckt, doch grundsätzlich bestehen die Verträge und das ist für uns erstmal relativ wichtig."

"Das ist nicht der Zeitpunkt, um über die 2. Liga zu reden. Im Moment gilt unsere ganze Konzentration den verbleibenden Partien bis zum 17. Mai."

"Das Gesicht des Kaders würde ein anderes werden - auch wenn wir versuchen werden, mit dem Großteil der Mannschaft den direkten Wiederaufstieg zu realisieren. Aber lassen Sie uns erst einmal den 17. Mai abwarten."

 Welche speziellen Maßnahmen werden im Saisonendspurt ergriffen?

"Keine außergewöhnlichen Sachen, denn außergewöhnliche Sachen beinhalten immer auch mehr Druck. Der Druck ist eh schon da und jeder Spieler weiß, worum es geht. Die Spieler haben sich am Mittwochabend zu einem Mannschaftsabend zusammengesetzt und sich eingeschworen. Ich denke, dass war eine sehr gute Geschichte."

"Wir haben bisher noch keinen Mentaltrainer oder ähnliches konsultiert. Wir vertrauen momentan auf die Ruhe im Umfeld und im Verein sowie auf das ruhige Arbeiten der Mannschaft mit dem Trainer. Wir versuchen, keine Panik reinzubringen."

"Wir sind in Vorbereitung auf das Cottbus-Spiel einen Tag früher als sonst ins Trainingslager gegangen. In der Woche gab es auch noch einmal eine teambildende Maßnahme mit unseren Mentaltrainern."

"Wir verändern nichts."

Inwieweit macht sich der Druck im Verein bemerkbar?

"In der Endphase der Meisterschaft wird vieles in das Umfeld und in die Mannschaft hineingetragen. Aber wir haben das gut im Griff. Bei uns herrscht Ruhe. Trainer und Mannschaft können in Ruhe arbeiten, sie sind hochkonzentriert." 

"Nicht nur die Spieler, sondern alle Mitarbeiter sind sehr angespannt. Das betrifft auch die gesamte Geschäftsstelle, ein paar Personalien hängen ja vom Klassenverbleib ab. Wir versuchen aber trotzdem alles, was in den Medien auftaucht oder irgendwelche Panikmache auslösen könnte, relativ ruhig anzugehen und nicht alles überspitzt zu sehen."

"Für uns ist diese Situation ja nicht neu. Wir werden die Ruhe bewahren und uns auf das Wesentliche konzentrieren. Damit haben wir in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht. Mit dem Druck des Abstiegskampfs leben wir seit Saisonbeginn."

"Es ist alles wunderbar bei uns. Jeder geht freudig zu Arbeit, das Umfeld ist ruhig ... Nein, natürlich gibt es Druck, aber diesen Druck haben wir schon seit Monaten, wir stehen nicht seit gestern auf einem Abstiegsplatz. Jedes Spiel ist für uns ein Endspiel, in jede Partie gehen wir rein und sagen: 'Wir wollen punkten, damit wir am letzten Spieltag über dem Strich stehen.'"

 Wie viele Punkte reichen für den Klassenerhalt?

"Dazu werde ich mich nicht mehr äußern. Vor fünf, sechs Wochen hat man noch gesagt, 29 oder 30 könnten dieses Jahr vielleicht schon reichen. Das stimmt definitiv nicht. Wir müssen auf jeden Fall noch zwei Siege einfahren, um relativ sicher zu sein." 

"Ich möchte mich nicht festlegen, es kommt immer darauf an, gegen wen man Punkte holt. Gegen die direkte Konkurrenz sind Zähler besonders wertvoll, daher ist die Partie in Nürnberg besonders wichtig. Wir wollen das Spiel unbedingt positiv gestalten."

"Es ist müßig, darüber zu spekulieren. Wichtig ist letztlich nur die Platzierung."

"Erfahrungsgemäß gilt, dass es nicht mehr als 40 sein müssen. Doch wenn man sieht, dass Duisburg in Bremen und in Hamburg gewinnt und zu Hause gegen Karlsruhe und gegen Cottbus verliert, ist es überhaupt nicht mehr vorhersehbar, was reichen wird."

 

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