Meira macht den Meister mutig

SID
Mittwoch, 12.03.2008 | 14:38 Uhr
meira, stuttgart, bundesliga, fußball
© DPA
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Cottbus - Nach dem vierten Bundesliga-Sieg nacheinander ist der Mut zum VfB Stuttgart zurückgekehrt - in Cottbus dagegen geht mehr denn je die Angst um.

"Jetzt sind wir wieder dran und wollen weiter vorn mitmischen", kommentierte VfB-Manager Horst Heldt den Angriff auf die Europacup-Plätze. Nach dem 1:0 bei Tabellen-Schlusslicht Energie liegt Schalke auf Rang fünf nur noch einen einzigen Punkt entfernt.

Nach schmerzlichen Nachwirkungen des ungewohnten Meister-Ruhms in der Hinrunde kommt die Stabilität ins Team von Trainer Armin Veh zurück, auch wenn Thomas Hitzlsperger noch warnte: "Nach dem Pokal- K.o. gegen Jena waren wir noch in der nächsten Talsohle, plötzlich sind alle euphorisch. Da müssen wir vorsichtig sein."

Doch auch der Nationalspieler betonte nach der wegen des Orkantiefs "Emma" verschobenen Partie der 22. Runde: "Wir wollen noch weiter kommen."

Energie-Spieler haben "Angst" 

Während Veh besonders herausstellte, dass der VfB nach vielen, vielen Gegentoren nun in Cottbus endlich einmal "stabil und kompakt" die Null gesichert hatte, musste Energie-Coach Bojan Prasnikar bei seinem Personal erkennen: "Jeder Spieler hat Druck und Angst."

Zwar fanden die Lausitzer auf dem frisch verlegten Rasen vor 13.150 Fans im eigenen Stadion zur zuletzt arg vermissten Kampfkraft und Leidenschaft zurück. "Doch das allein reicht nicht, nach vorn war es zu wenig", bemerkte Manager Steffen Heidrich. "Wir machen zu viele kleine Fehler", ergänzte Prasnikar.

Einen der gröbsten Schnitzer der Gastgeber hatte Stuttgarts angeschlagener Kapitän Fernando Meira unbedrängt per Kopf zum "Goldenen Tor" (30. Minute) genutzt.

Matchwinner hätte gar nicht spielen sollen 

Dabei hätte der Matchwinner eigentlich wegen einer hartnäckigen Adduktoren-Blessur "gar nicht spielen können", berichtete Heldt. Doch als sich im Abschlusstraining herausstellte, dass nach dem gesperrten Cacau und dem ohnehin verletzten Sami Khedira auch Abwehrmann Serdar Tasci (Knieprobleme) und Top-Torjäger Mario Gomez (Muskelverspannung) in Cottbus nicht auflaufen konnten, biss Patient Meira auf die Zähne.

"Er hat sich bereit erklärt zu spielen, auch mit der Gefahr, dass er länger ausfällt", berichtete Veh und begründete, warum er dieses "große Risiko" eingegangen war: "Wir spielen in der Bundesliga, da ist jedes Spiel wichtig." Im Fall Gomez, der 2008 in vier Spielen schon sieben Tore markiert hat, aber verzichtete Veh: "Da wäre das Risiko noch größer gewesen."

Entscheidung in den direkten Duellen 

Für Energie-Manager Heidrich wird elf Runden vor Saison-Ende eine Tendenz immer deutlicher: "Die kleinen Mannschaften, die unten stehen, können gegen die Großen keine drei Punkte mehr einfahren. Es hat den Anschein, dass sich der Abstieg in den direkten Duellen entscheiden wird."

Über eine gewisse Phase könne ein Klub wie Energie die enormen Rückstände bei Etat und Investitionen ausgleichen, "auf Dauer aber nicht". Für Energie bleibe die Hoffnung, dass es den anderen Kellerkindern Duisburg, Bielefeld und Rostock ähnlich gehe.

Dass den torkelnden Cottbusern ausgerechnet gegen den souveränen Tabellenführer FC Bayern ein Überraschungs-Punkt gelingen könnte, glauben selbst in der Lausitz nur die allergrößten Optimisten. "Das ist doch eine schöne Aufgabe für uns, wir können nur gewinnen", brachte Heidrich die Einstellung des Schlusslichts auf den Punkt. Die wichtigeren Spiele für Cottbus kommen danach.

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