Katerstimmung bei Bayern-Verfolgern

SID
Freitag, 14.03.2008 | 13:37 Uhr
fußball, bundesliga, wolfsburg, bremen
© Getty
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Düsseldorf - Noch vor wenigen Wochen wurde die Prognose belächelt, nun könnte sie Wirklichkeit werden. Wie von Manager Uli Hoeneß weit vor Saisonbeginn angekündigt, benötigt die Konkurrenz wohl bald ein Fernglas, um den FC Bayern München an der Bundesliga-Spitze im Blick zu behalten.

Es scheint, als hätten sich die Verfolger schon vor dem 24. Spieltag mit dem Alleingang der Münchner abgefunden. Angesichts des Knockouts im UEFA-Cup wird in Bremen und Hamburg mehr von Schadensbegrenzung als von einer Aufholjagd gesprochen.

"Wir müssen durch diese schwierige Phase durch. Unser Ziel ist Platz zwei", sagte Werder-Manager Klaus Allofs.

Katerstimmung im Norden

Anders als beim FC Bayern, der das 1:2 im UEFA-Cup gegen Anderlecht aufgrund des Viertelfinaleinzugs locker verschmerzen konnte, macht sich in Bremen und Hamburg Katerstimmung breit.

Groß ist die Sorge, dass sich der Abschied von der internationalen Bühne negativ auf den Bundesliga-Endspurt auswirken könnte. Alle Beteiligten halten sich deshalb mehr denn je mit Kampfansagen an die Bayern zurück.

HSV-Coach Huub Stevens vermied vor dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund gar den Begriff Champions League: "Wir wollen einen internationalen Startplatz. Das wäre für uns schon wie ein Titel."

Wie in Hamburg reift auch in Bremen die Erkenntnis, die Saison ohne einen erhofften Titel abzuschließen. Das 3:6 am vergangenen Spieltag gegen Stuttgart und der vergebliche Sturmlauf im UEFA-Cup-Duell mit den Glasgow Rangers sorgten für Ernüchterung.

"Glück läuft uns nicht hinterher"

Ein Heimsieg gegen Wolfsburg soll den negativen Trend stoppen. "Das Glück läuft uns momentan nicht hinterher. Aber vielleicht gelingt es uns, das Positive von heute mitzunehmen", sagte Allofs nach dem 1:0 über die Schotten, bei dem die Bremer zwar positive Ansätze zeigten, aber nicht den erforderlichen zweiten Treffer erzielten.

Nur eine Niederlage des unangefochtenen Spitzenreiters beim Tabellenletzten aus Cottbus könnte für neue Spannung im Titelkampf sorgen.

Viel spricht jedoch nicht dafür, dass der Wunsch der schwächelnden Bayern-Jäger in Erfüllung geht. Schließlich gelang Energie in der Rückrunde noch kein Sieg.

Mittelfeldspieler Mark van Bommel kündigte einen engagierteren FC Bayern als am Mittwoch im UEFA-Cup an: "Samstag ist ganz anders als gegen Anderlecht. Ich hoffe, dass wir in Cottbus drei Punkte holen und uns in Ruhe auf das DFB-Pokal-Halbfinale vorbereiten."

Favre auf der Bank

Weniger eindeutig als an der Tabellenspitze ist die Lage im unteren Drittel der Tabelle. Die Gefahrenzone beginnt beim Tabellen-14. Hansa Rostock, der mit einem Heimsieg über Hertha BSC einen wichtigen Schritt Richtung Klassenverbleib tun will.

Obwohl das DFB-Sportgericht gegen Lucien Favre nach den Vorkommnissen am vorigen Spieltag in Dortmund eine Innenraumsperre für ein Spiel und eine Geldstrafe in Höhe von 15.000 Euro aussprach, wird der Hertha-Trainer auf der Bank sitzen.

Weil die Berliner Berufung einlegten, ist das Urteil nicht rechtskräftig.

Vor einer ähnlich schweren Aufgabe wie Schlusslicht Cottbus steht der 1. FC Nürnberg, der unter der Regie des neuen Trainers Thomas von Heesen bei den Himmelstürmern aus Leverkusen antreten muss.

Club muss punkten

Die vergangenen acht Auswärtsspiele der Franken gingen allesamt verloren. Zudem verheißt die starke Form des Gegners wenig Gutes.

"Wir haben mit der Mannschaft einen großen Schritt gemacht. Dieses Jahr wollen wir mehr. Das haben wir uns vorgenommen", sagte Bayer-Routinier Sergej Barbarez nicht nur mit Blick auf den UEFA-Cup.

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