Freitag, 07.03.2008

Dortmund vor dem Hertha-Spiel

Und schon träumen sie wieder

München - Eigentlich ist es nur ein Duell zweier Mannschaften aus dem Mittelfeld der Tabelle.

© Imago

Aber wenn Borussia Dortmund heute Abend (ab 20.15 Uhr im SPOX-TICKER und bei Premiere) Hertha BSC Berlin empfängt, treffen auch zwei Teams aufeinander, die in den letzten Wochen einigen Grund zur Freude hatten.

Während die Hertha zuletzt vier Spiele nacheinander nicht verloren hat und dabei zehn von möglichen zwölf Punkten geholt hat, macht sich der BVB berechtigte Hoffnungen auf einen Platz im UEFA-Pokal in der nächsten Saison.

Allerdings hat das nichts mit einer vernünftig gespielten Saison in der Liga zu tun, sondern dem zweiten Bildungsweg des DFB-Pokals. Und genau darin liegt die große Gefahr für die Borussia für die Zeit bis zum Finale am 19. April - auch wenn das niemand so recht zugeben will.

Jeder redet vom Pokal

"Ich habe keine Bedenken, dass wir in sportliche Schieflage geraten", sagt etwa Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. In echte Abstiegsgefahr werden die Dortmunder wohl in der Tat nicht mehr geraten. Dafür ist das Polster von zwölf Punkten auf Rang 16 schon zu komfortabel.

Aber die Strategie, jetzt die Kräfte für den Rest der Saison nur noch auf einen möglichen Pokalsieg oder zumindest Finaleinzug gegen die Bayern zu lenken, erscheint als risikoreiches Vabanquespiel.

In und um Dortmund gibt es kein anderes Thema mehr als das anstehende Halbfinale gegen den Zweitligisten Carl Zeiss Jena, die Prioritäten sind klar verteilt.  "Wir wollen in das Endspiel, möglichst gegen die Bayern - dann wäre der Weg nach Europa frei", gibt Watzke freimütig zu.

Und auch Sportdirektor Michael Zorc gerät beim Thema DFB-Pokal nur noch ins Schwärmen. "Jetzt wollen wir unbedingt und mit aller Macht nach vielen Jahren endlich wieder ins Finale nach Berlin. Ich weiß noch, wie toll es 1989 war, so, als wäre es gestern gewesen."

Kontinuität ein Fremdwort

Die Hausaufgaben in der Liga könnten darunter extrem leiden. Für Trainer Thomas Doll ein echtes Problem.

"Dabei spielen wir in der Liga keine gute Saison, das tut richtig weh. Wir haben etwas gutzumachen", fordert er vor dem Hertha-Spiel und angesichts Tabellenplatz 13 der ambitioniert in die Saison gestartete Borussia.

Zu oft schon ist der BVB in dieser Saison den Tod der Selbstgefälligkeit gestorben, ist nach kleinen Hochs immer wieder in ein Tief geschliddert und lässt somit jene Kontinuität vermissen, die von einem derart erfahrenen Kader eigentlich selbstredend gefordert werden muss.

Sieben Spieler fallen aus

Gegen die Hertha fehlen allerdings mit Dede (Rot-Sperre), Marc-Andre Kruska (Sprunggelenk), Robert Kovac (Gelb-Sperre), Florian Kringe, Jakub Blaszczykowski (beide Muskelfaserriss), sowie den Langzeitverletzten Roman Weidenfeller (Reha) und Philipp Degen (Leisten-Operation) gleich sieben Spieler.

Bei den Gästen aus Berlin ist die Personallage schon viel entspannter. Lediglich Arne Friedrich fehlt wegen der fünften Gelben Karte. Knipser Marko Pantelic meldete sich fit, hat seine Wadenverletzung rechtzeitig auskuriert.

Hertha gibt sich frech

Die Blickrichtung der Herthaner geht nach dem Mini-Lauf sogar schon wieder Richtung internationales Geschäft. "Dazu gehen wir in Dortmund aber nicht auf einen, sondern auf drei Punkte", sagt Trainer Lucien Favre selbstbewusst.

Keeper Jaroslav Drobny spuckt auch große Töne. "Die 80.000 in Dortmund werden schnell ungeduldig, wenn es nicht läuft. Wir müssen dafür sorgen, dass es so kommt. Dann wird das Spiel wird zur Hölle - für Dortmund. Nicht für uns!"

"Ein echtes Risiko"

Und da ist ja auch noch die Sache mit den Pokalgedanken im Hinterkopf der Gastgeber.

"Das ist ein echtes Risiko, alle reden hier im Umfeld nur noch vom DFB-Pokal. Das muss schnellstens aus den Köpfen raus, eine ganz gefährliche Situation", schwört Mladen Petric seine Mitspieler auf die Bundesliga ein - und spricht einen Satz später selbst wieder vom Pokal: "Außerdem hat Jena schon drei Bundesligisten rausgeworfen."

Für die schwarz-gelben Fans ist der Trip nach Berlin quasi schon gebucht. Bereits jetzt gehen voreilige Kartenwünsche für das Endspiel im Berliner Olympiastadion ein.

Stefan Rommel

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