Samstag, 15.03.2008

Hamburg - Dortmund 1:0

Alles reiner Zufall

Hamburg - Der Hamburger SV hat sich von seinem UEFA-Cup-K.o. erholt und mit einem 1:0 (0:0) über Borussia Dortmund zumindest für 24 Stunden den zweiten Platz erobert. Das Tor für die Hanseaten erzielte Paolo Guerrero (63.).

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© Getty

Drei Tage nach dem Europapokal-Aus gegen Bayer Leverkusen zeigten die Hamburger vor 57.000 Zuschauern in der ausverkauften Nordbank-Arena eine engagierte Leistung und bauten ihre Erfolgsserie auf neun Spiele ohne Niederlage aus.

"Ein schönes Tor - aber das war ganz harte Arbeit", sagte Verteidiger Bastian Reinhardt. Der HSV untermauerte damit seine Ambitionen auf einen Champions- League-Startplatz in der nächsten Saison.

Volle Konzentration auf Jena

Die im unteren Tabellendrittel notierten Dortmunder kassierten dagegen ihre elfte Saisonniederlage. "Ab jetzt beginnt für uns die Vorbereitung für Jena", sagte BVB-Trainer Thomas Doll unmittelbar nach dem Abpiff. Am kommenden Dienstag empfängt Dortmund den Tabellenvorletzten aus der 2. Liga zum Halbfinale im DFB-Pokal.

Und die Dortmunder machen keinen Hehl daraus, dass die Partie gegen Carl Zeiss für sie das "Spiel des Jahres" bedeutet. Immerhin könnte sich die Doll-Elf dabei mit einem Sieg direkt für den UEFA-Pokal qualifizierern, sollten auch die Bayern das DFB-Pokal-Finale erreichen.

In der Liga dagegen wird die Borussia wohl nicht mehr aus dem tabellarischen Niemandsland herausfinden. Entsprechend schonte Doll auch seine angeschlagenen Spieler für das Pokal-Spiel: Sebastian Kehl und Alexander Frei standen erst gar nicht im Kader. Und auch die Elf, die gegen Hamburg auf dem Platz stand, wirkte phasenweise unkonzentriert und pomadig. Vor allem in der ersten Hälfte war der HSV sowohl läuferisch als auch spielerisch klar überlegen. Zur Pause wies die Statistik ein Chancenverhältnis von 17:4 zu Gunsten der Hanseaten aus.

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Bilic auf der Tribüne

"Wir sind froh, dass wir drei Punkte eingefahren haben. Das Resultat der Bayern interessiert mich nicht", sagte HSV-Trainer Huub Stevens zum Ausrutscher des Rekordmeisters in Cottbus.

Unter den Augen des kroatischen Nationaltrainers Slaven Bilic, der als möglicher Nachfolger des am Saisonende scheidenden HSV-Trainers Huub Stevens im Gespräch ist, entwickelte sich früh eine sehenswerte und abwechslungsreiche Partie.

"Ich will hier nur meine Spieler Mladen Petric, Robert Kovac und Ivica Olic beobachten", sagte Bilic. HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer meinte zu dem Besuch: "Das ist wirklich nur Zufall."

Über den generellen Stand der Verhandlungen mit einem neuen Trainer wollte er sich, wie gewohnt, nur sehr zurückhaltend äußern: "Wir haben uns noch nicht für einen Kandidaten entschieden. Aber wir haben bereits sehr gute Gespräche geführt."

Trochowski wieder in der Startelf

Vor allem vor dem Seitenwechsel konnten sich die Borussen konnten sich bei ihrem Torhüter Marc Ziegler bedanken, dass sie nicht schon früh in Rückstand gerieten.

Nationalspieler Piotr Trochowski, der von Stevens diesmal in die Anfangsformation beordert worden war, zwang den BVB-Schlussmann mit Distanzschüssen (3.-Freistoß/6.) zu großen Paraden.
Bei zwei Pfostenknallern von David Jarolim (17.) und erneut Trochowski (33.) hatten die Dortmunder Glück. Auf der Gegenseite bewies HSV-Torhüter Frank Rost erneut seine derzeit herausragende Form, als er einen Freistoß von Petric (13.) parierte.

Als der HSV im zweiten Durchgang das Tempo der ersten Halbzeit zunächst nicht mehr aufnehmen konnte und die Dortmunder binnen weniger Minuten gleich vier erfolgversprechende Tormöglichkeiten hatten, brachte Stevens Stürmer Olic für Verteidiger Thimothee Atouba.

Olic legt für Guerrero auf

Der Kroate servierte dann auch acht Minuten später die Vorlage für das entscheidende Tor durch Guerrero, der den Ball aus kurzer Distanz einschoss. "Gerade, als wir mutig spielten, haben wir das 0:1 gekriegt", sagte Doll. Das Tor im SPOX-Replay

Insbesondere für den BVB-Trainer war die Partie "kein ganz normales Spiel", wie er vor dem Anpfiff bekannte. Erstmals seit seiner Entlassung beim HSV vor gut 13 Monaten war er an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt.

Die Zuschauer empfingen den einstigen HSV-Profi und -Trainer mit Beifall. Während der ersten Halbzeit leistete er sich mit seinem HSV-Kollegen Stevens allerdings einen heftigen Disput an der Seitenlinie - offenbar über eine Schiedsrichterentscheidung.

SPOX

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