Montag, 31.03.2008

Tscheche denkt an Abschied

Jarolim "kotzt" es an

München - Acht Sekunden ist wahrlich eine sehr kurze Zeit. Aber in acht Sekunden kann auch eine Menge passieren.

David Jarolim
© Getty

Für David Jarolim reichte es zu einer Schwalbe und einer Tätlichkeit. Es könnte aber auch für ihn der Anstoß gewesen sein, den Hamburger SV trotz Vertrags bis 2010 vorzeitig zu verlassen und ins Ausland zu wechseln.

"Ich denke darüber nach, Deutschland zu verlassen", sagt der 28-jährige Tscheche gegenüber dem "Kicker" und ergänzt: "Ich sehe eine Kampagne gegen mich laufen und das kotzt mich an! So macht es keinen Spaß mehr in Deutschland."

Schwalbe und Tätlichkeit

Bereits in der jüngeren Vergangenheit hatten Rudi Völler, Heribert Bruchhagen und Felix Magath das Verhalten des Tschechen auf dem Feld angeprangert. Und im Spiel gegen Bielefeld polierte er erneut sein Image als Schauspieler und Buhmann der Liga auf.

In der 66. Minute ließ sich Jarolim zunächst gegen Rüdiger Kauf fallen. Kurz danach griff er Markus Schuler in den Unterleib und flog vom Platz.

"Ich habe mich provozieren lassen" 

"Für meine Reaktion gibt es keine Entschuldigung. Es tut mir leid", meint Jarolim und versucht, seinen Ausraster zu erklären: "Ich habe mich provozieren lassen, als ein Bielefelder 'Drecks-Tscheche' zu mir sagte und sie zu zweit auf mich los sind. Das ist mein größter Fehler."

Ein Fehler, den Jarolim nun teuer bezahlen muss. Neben dem Zorn seines Trainers Huub Stevens, wartet auf ihn eine saftige Geldstrafe vom Verein sowie eine Sperre vom DFB-Sportgericht.

Und obendrauf vielleicht noch der Abschied aus Deutschland. Schon fatal, was in acht Sekunden so passieren kann.

Daniel Paczulla

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