Bundesliga

Arminia entlässt Geschäftsführer Saftig

SID
Dienstag, 26.02.2008 | 12:03 Uhr
Saftig, Arminia, Bielefeld
© Getty
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Bielefeld - Die sportliche Krise bei Arminia Bielefeld hat zu einer weiteren personellen Konsequenz geführt.

Knapp drei Monate nach dem ehemaligen Trainer Ernst Middendorp muss auch Manager Reinhard Saftig gehen. Der 56- Jährige wurde am Dienstag von seinen Aufgaben entbunden. "Das Präsidium hat sich in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat entschlossen, die nächste Spielzeit mit einer neuen Sportlichen Leitung zu planen", teilte der Verein mit.

Ein Nachfolger für Saftig, dessen Vertrag erst im November bis 2010 verlängert worden war, steht noch nicht fest.

Hain nimmt Spieler in die Pflicht

"Wir sind mit der allgemeinen sportlichen Situation nicht zufrieden. Aber wir und Herr Saftig wollen im Guten auseinandergehen", sagte Vereinspräsident Hans-Hermann Schwick der dpa. Gründe für den Entschluss wollte der 60-Jährige deshalb nicht nennen und verwies auf die Zukunfts-Pläne. "Da macht es keinen Sinn, in dieser Phase noch mit dem bisherigen Amtsinhaber weiterzumachen."

Arminia-Spielführer Mathias Hain sagte dem TV-Sender Eurosport, die Profis trügen die Verantwortung für die aktuelle Lage. "Es ist in dem Geschäft leider so, dass es immer einfacher ist, einzelne Personen auszutauschen", meinte Hain. Es sei "ein Problem der Spieler und eigentlich nicht des Trainers oder des Sportdirektors."

Fans hatten Saftigs Rücktritt verlangt

Saftig war seit Juni 2005 für die Ostwestfalen als Sport-Geschäftsführer tätig.  Er zeigte sich verwundert vom Schritt der Verantwortlichen: "Ich bin schon überrascht, das ging schon sehr schnell. Ich hatte es nicht erwartet", sagte er der dpa.

"Der Verein bedankt sich bei ihm für seine bisherige Arbeit und wünscht ihm für den weiteren Weg alles Gute" - mit dieser Formulierung wurde der ehemalige Bundesliga-Trainer (Bayern München, Borussia Dortmund, Hannover 96, VfL Bochum, Bayer Leverkusen) abrupt, aber nicht unerwartet verabschiedet.

Die Fans hatten bei der 0:2-Niederlage am Samstag gegen den ebenfalls abstiegsbedrohten MSV Duisburg massiv gegen Saftig demonstriert und dessen Demission verlangt.

Fünf Pflichtspiel-Niederlagen in Serie

"Ich gebe keine Garantien. Mit dieser Wortwahl muss man immer vorsichtig sein", hatte Saftig noch im Anschluss an die Pleite gegen Duisburg auf die Zukunft des aktuellen Chefcoachs Michael Frontzeck und seine eigene Perspektive bei der Arminia reagiert.

Er bezeichnete sich selbst als "Buhmann" und übernahm für die Einstellung Frontzecks zum 1. Januar die Verantwortung: "Ich habe den Trainer verpflichtet, und ich stehe dazu."

Doch seit dem Amtsantritt Frontzecks, der im Vorjahr mit Aachen aus der Bundesliga abgestiegen war, hat Bielefeld alle fünf Pflichtspiele verloren und steht als Tabellen-15. nur noch einen Punkt vor den Abstiegsplätzen.

Dreijährige Amtszeit geht zu Ende 

Vereinspräsident Hans-Hermann Schwick, der am Dienstagmittag ebenso wie Saftig und Finanz-Geschäftsführer Roland Kentsch nicht für eine weitere Stellungnahme zu erreichen war, hatte schon am Samstag eingeräumt, dass die Probleme enorm seien: "Es ist unruhig", hatte der 60-Jährige die missliche Lage umschrieben.

Während der fast dreijährigen Amtszeit Saftigs bei der Arminia waren vor Frontzeck die Trainer Frank Geideck, Thomas von Heesen, Middendorp und Detlev Dammeier für die Profimannschaft verantwortlich.

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