Dienstag, 26.02.2008

Wegen vermeintlichen Absprachen

DFB und DFL im Visier des Kartellamts

Frankfurt/Main - Die Dachverbände des deutschen Fußballs sind ins Visier des Bundeskartellamtes geraten. Bei einer vom Amtsgericht Bonn angeordneten Durchsuchung der Geschäftsräume von DFB und DFL beschlagnahmten Ermittler in Frankfurt/Main Unterlagen.

© Getty

Es bestehe der Verdacht "wettbewerbsbeschränkender Absprachen", sagte eine Sprecherin des Kartellamtes in Bonn. "Dieser Vorfall ist für uns alle unfassbar", erklärte der Generalsekretär des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Wolfgang Niersbach. "Wir erkennen nicht den Hauch eines Ansatzes für unrechtmäßiges Verhalten bei uns."

Kartellbehörde, DFB und Deutsche Fußball Liga (DFL) betonten, dass die Durchsuchung in keinem Zusammenhang mit den aktuellen TV-Ausschreibungen der DFL stehe.

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Vorwürfe laut DFB "absurd und unrealistisch"

Auslöser der Aktion war ein Bericht der "Sport Bild" aus dem Frühjahr 2007, in dem ein Konflikt zwischen dem Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen und dem DFB um den damaligen Leverkusener Sponsor (RWE) geschildert wird.

Darin wurde Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser, der nach dem Tod von Werner Hackmann vom 15. März bis zum 7. August 2007 auch Interims-Präsident des Ligaverbandes war, mit den Worten zitiert: "Es kann nicht sein, dass der DFB und der Ligaverband oder auch seine Vereine sich gegenseitig Konkurrenz bei den Sponsorenverhandlungen machen."

Über die vermutete Gründung einer Arbeitsgruppe von DFL und DFB speziell zum Thema Sponsoring erklärte DFB-Mediendirektor Harald Stenger am Dienstag: "Es gibt in allen Bereichen einen ständigen Informationsaustausch zwischen DFB und DFL. Es ist völlig absurd und unrealistisch zu unterstellen, dass dort Absprachen getroffen werden."

Dienstaufsichtsbeschwerde steht im Raum

DFB und DFL, denen das Verfahren und der darin geschilderte Verdacht nach eigenen Angaben bislang unbekannt waren, wiesen die Vorwürfe zurück und bezeichneten die Aktion als "unverhältnismäßig". Der Fußball-Bund werde "alle Facetten der Rechtmäßigkeit dieser Ermittlungsmaßnahme überprüfen lassen, insbesondere die Verhältnismäßigkeit der Durchsuchung".

Außerdem ziehe der DFB auch "Dienstaufsichtsbeschwerden gegen die beteiligten Behörden in Erwägung", erklärte der Verband in einer Pressemitteilung.

Niersbach erhebt Vorwürfe

Zudem erhob Niersbach Vorwürfe gegen die Bonner Behörde.

"Hätte uns das Bundeskartellamt direkt kontaktiert, hätte es eine saubere Antwort mit allen gewünschten Unterlagen erhalten. (...) Die Durchsuchung, die auf dem Verdacht einer Ordnungswidrigkeit und nicht einer Straftat basiert, ist ein trauriges Beispiel dafür, wie in der Zusammenarbeit mit Behörden jede Vertrauensbasis zerstört werden kann", sagte der 57-Jährige.

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