Hertha kämpft an vielen Fronten

SID
Freitag, 29.02.2008 | 19:42 Uhr
Hertha, Berlin, Duisburg
© Getty
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Berlin - Der ewige Kampf von Hertha BSC um besseres Image und mehr Fan-Begeisterung wird gegen das Kellerkind MSV Duisburg auf eine neue harte Bewährungsprobe gestellt.

Im Freitag-Spiel des 22. Spieltags (20.30 Uhr im SPOX-TICKER und bei Premiere) droht im Berliner Olympiastadion gegen den Tabellen-17. eine Saison-Minuskulisse. Manager Dieter Hoeneß sieht nur ein wirklich wirksames Mittel, das Image seines Vereins dauerhaft aufzupolieren: Hertha muss besser und erfolgreicher Fußball spielen.

"Das Image orientiert sich nur an der Tabelle", erklärte der 55-Jährige und ergänzte: "So darf es eigentlich nicht sein, aber es ist so."

Kampf gegen die Erwartungen

Seit seinem Amtsantritt vor fast elf Jahren kämpft der einstige Stürmer Hoeneß darum, die großen Erwartungen in der deutschen Hauptstadt mit den Möglichkeiten des Vereins in Einklang zu bringen. "Wir sind uns darüber im Klaren, aber Image hat immer mit Erwartungen zu tun. Erfüllst du die Erwartungen, ist alles wunderbar - dann verändert sich auch das Image positiv. Wir haben viel auf sozialem Gebiet gemacht, das geht alles unter, wenn du 12. bist. Wenn du Erster bist, werden auch das soziale Engagement und die Jugendarbeit gewürdigt."

Deshalb will Hoeneß bis zu seinem angekündigten Ausstieg als Manager im Jahr 2010 alle Anstrengungen auf die sportliche Substanz konzentrieren: "Wir müssen darauf schauen, dass wir guten Fußball produzieren und keine Alibis aufbauen. Gute Spieler kannst du nicht mit Image, sondern nur mit Barem verpflichten."

Hertha hat "enorme Ressourcen"

Nebenschauplätze will Hoeneß nicht mehr aufmachen - auch nicht über das rekonstruierte, aber nur bedingt zuschauerfreundliche Olympiastadion. "Es macht keinen Sinn, darüber zu diskutieren, weil wir es nicht ändern können. Es ist ein wunderschönes Stadion, vielleicht nicht optimal geeignet für Fußball. Aber es heißt: Alle Energie in den sportlichen Bereich", betonte Hoeneß.

Hoeneß will 2010 einen Verein mit "solidem Fundament" übergeben. Eine Verlängerung seines Vertrages als Manager schloss er aus. "Ob wir in zwei Jahren in der Champions League stehen, ist auch nicht die Messlatte, es geht um die Tendenz", unterstrich der Manager, der von den "enormen Ressourcen" des Hauptstadtclubs überzeugt ist. "Hertha hat nichts verkauft, ist nicht an die Börse gegangen. Analysten schätzen, dass der Club 150 Millionen Euro wert ist", zeichnete Hoeneß ein optimistisches Zukunftsbild.

Die Zuschauerzahl schwindet weiter

Zunächst aber muss das Team von Trainer Lucien Favre durch den grauen Alltag. Malik Fathi fehlt wegen seiner Beckenprellung, Josip Simunic hat Leistenprobleme, auch Patrick Ebert ist angeschlagen. Zwar haben die Berliner zuletzt sieben Punkte aus drei Spielen gesammelt und sich damit vom ganz großen Druck befreit. Doch richtig überzeugen konnte Hertha im eigenen Stadion seit Monaten nicht mehr.

Das jüngste 1:0 in letzter Sekunde gegen Arminia Bielefeld hatten nur noch 32.031 Fans live gesehen. Gegen Duisburg - zuletzt 2:0-Sieger in Bielefeld - werden es noch weniger sein. "Zu Hause ist es für uns auch nicht leichter als auswärts", bemerkte der Schweizer Favre, der bei Hertha einen radikalen personellen Umbruch eingeleitet hat. Gegen den MSV werden erneut Jungprofis wie Fabian Lustenberger (19) oder Gojko Kacar (21) in der Startelf erwartet.

Durch die Vertragsverlängerung mit Vermarkter Sportfive konnte Hertha seit längerer Zeit wieder in kickendes Personal investieren, baute darüber hinaus Verbindlichkeiten ab. Die Ernte erwartet Hoeneß erst ab der kommenden Saison: "Wir dürfen nicht pausenlos getrieben werden. Wir haben schon alles im Schnelldurchlauf gemacht."

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Hertha BSC: Drobny - Chahed, Friedrich, Simunic, von Bergen - Ebert, Lustenberger, Kacar, Skacel - Raffael - Pantelic

MSV Duisburg: Starke - Fernando Santos, Grlic, Schlicke - Weber, Tararache, Willi - Schröter, Georgiew - Niculescu, Ishiaku

Schiedsrichter: Felix Brych (München)

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