HSV auf Champions-League-Kurs

SID
Montag, 18.02.2008 | 14:23 Uhr
David Jarolim
© Getty
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Hamburg - David Jarolim spielte Huub Stevens perfekt in die Karten. Mit seinem Doppelschlag beim 3:0 (1:0) gegen den VfL Bochum bestätigte der Tscheche die Philosophie des Niederländers.

Gegen Leverkusen auf die Bank gesetzt, war der emsige Mittelfeldspieler schon beim FC Zürich bis unter die Haarspitzen motiviert und steuerte ein Tor zum 3:1 bei.

Auch in seinen letzten vier Monaten beim Hamburger SV will Stevens keinen Deut von seiner Politik der harten Hand abweichen. "Stevens hat gesagt, dass er das geahnt hat. Wenn er mich draußen lässt, schieße ich danach ein Tor", sagte Jarolim (im Bild links) grinsend nach drei Treffern in vier Tagen und kündigte sogleich ein heißes Spiel beim FC Bayern an: "Wir können auch in München gewinnen".

"Zuckerbrot und Peitsche"

Ob der Coach die Erfolgserlebnisse des sonst nicht gerade als Torjäger bekannten 28-Jährigen tatsächlich geahnt hat, bleibt sein Geheimnis.

Die herzliche Umarmung am Spielfeldrand mit dem tschechischen Nationalspieler zeigte aber auch die große Erleichterung darüber, dass sein Rezept mit dem Titel "Zuckerbrot und Peitsche" wieder einmal aufgegangen ist.

Immerhin musste Denker und Lenker Rafael van der Vaart ersetzt werden, der von der Tribüne nur mitfiebern konnte. "Es ist ein schreckliches Gefühl, die Jungs spielen zu sehen", sagte der verletzte Kapitän, ohne den der HSV in fünf Saisonspielen viermal siegte und ein Unentschieden holte.

Stevens lobt das Team

"Man kann Rafael einfach nicht ersetzen", sagte Stevens, "deshalb gilt mein besonderes Kompliment der Mannschaft, wie sie ohne ihren Kapitän aufgetreten ist".

Wichtigster Mann auf dem Platz neben Jarolim war Ivica Olic, der mit seinen Ideen die Bochumer Abwehr schwindelig spielte und zum neunten Mal (40.) traf.

Auch Piotr Trochowski in der Van-der-Vaart-Rolle hinter der einzigen Spitze Paolo Guerrero blühte auf und zeigt vor der Europameisterschaft zunehmend mehr Robustheit im Zweikampfverhalten.

Sonntag bei den Bayern

Für die EM ins Gespräch brachte sich Torhüter Frank Rost, der sogar als Nummer drei mit nach Österreich und in die Schweiz fahren würde. "Ich rechne mir schon Chancen aus, wenn meine Leistung stimmt. Ich muss mich hinter niemandem verstecken", sagte der 34-Jährige dem "Kicker".

"Es ist doch eine Auszeichnung, bei so einem Turnier dabei zu sein", meinte der viermalige Nationalspieler, der vom VfL kein einziges Mal ernsthaft geprüft wurde.

Beim FC Bayern am Sonntag und in der Woche darauf im Pokal in Wolfsburg wird sich zeigen, wie gut die Hamburger ohne van der Vaart wirklich sind.

"Noch keine Trainervorstellung in dieser Woche" 

Und ob sie es sich leisten können, einen so erfahrenen Abwehrspieler wie Thimothee Atouba auf Dauer auszuschließen. Collin Benjamin vertrat den undisziplinierten Kameruner bestens, angesichts der hohen Belastungen in den kommenden Wochen scheint eine mit Nachwuchsakteuren besetzte Auswechselbank aber ein zu hohes Risiko.

Mit welchem Coach der Bundesliga-Dritte die Zukunft plant, soll sich bald entscheiden. "In dieser Woche wird es noch keine Vorstellung geben", schränkte der Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann allerdings ein.

Im Gespräch sind Christian Gross (FC Basel), Fred Rutten (Twente Enschede), Jürgen Klopp (Mainz) und Bruno Labbadia (Greuther Fürth).

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