Energie tobt

Bayer genießt Rang 3

SID
Sonntag, 03.02.2008 | 12:05 Uhr
Fußball, Bundesliga, Cottbus, Leverkusen
© DPA
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Cottbus - Rudi Völler und Bayer 04 genossen still den leichten Duft der Champions League - der FC Energie wetterte umso lauter gegen das vermeintliche Unrecht.

"Heute war alles gegen uns", kommentierte ein frustrierter Cottbus-Coach Bojan Prasnikar die Entscheidungen von Referee Lutz Wagner und dessen Assistenten, die beim 3:2 (0:1)-Sieg der spielerisch überlegenen Gäste die dramatische Schlussphase wesentlich beeinflusst hatten.

"Alle strittigen Entscheidungen wurden gegen uns gepfiffen", beschwerte sich Verteidiger Mario Cvitanovic nach zwei aberkannten Abseits-Toren. "In der Mannschaft fehlt jeder Glaube an Gerechtigkeit", legte Manager Steffen Heidrich nach und verband die Theorie von der unabsichtlichen Benachteiligung des Underdogs mit einer Kampfansage: "Uns kriegen sie nicht so leicht raus aus der Bundesliga."

In der Tat entschied Schiedsrichter Wagner in allen Grenzfällen pro Leverkusen, sogar Bayer-Coach Michael Skibbe räumte ein, trotz "70 Minuten hervorragenden Fußballs" am Ende auch einen Tick Glück beansprucht zu haben. Mindestens die Aberkennung des Tores von Neuzugang Branko Jelic entlarvten die TV-Kameras als falsch.

Die neue Qualität des Werksteams 

Und während ein Ziehen am Cottbuser Michal Papadopulos in der ersten Hälfte keinen Elfmeterpfiff auslöste, zeigte Wagner kurz vor dem Ende beim Stande von 2:2 bei einem Schubser von Stiven Rivic gegen Pirmin Schwegler auf den Punkt - Nationalspieler Simon Rolfes machte mit seinem zweiten Tor den sechsten Leverkusener Sieg im siebten Spiel nacheinander perfekt (86.). "Den Elfmeter zu pfeifen nach den zwei Abseitsentscheidungen ist mutig, aber berechtigt", sagte Skibbe.

Rolfes' Doppelpack und der Treffer des Russen Dimitri Bulykin brachten Bayer in der Tabelle auf jenen dritten Platz, auf dem das Träumen vom großen europäischen Fußball und vom großen Geld beginnt.

"Natürlich blicken wir mit einem Auge auf den dritten Platz", räumte Bayer-Sportdirektor Völler ein, doch "Rudi Nationale" schloss sofort an: "Ein noch extremeres Auge haben wir auf die Konkurrenz hinter uns." Völler verwies auf die neue Qualität des Werksteams in der laufenden Saison, das zum Rückrunden-Auftakt nicht nur spielerische Akzente setzte, sondern auch Mann gegen Mann dagegen hielt: "Jetzt gewinnen wir auch solche Spiele 3:2." Und gegen den Vierten HSV kann Bayer (beide 33 Punkte) Rang drei sogar festigen.

Wie Asterix im gallischen Dorf 

Matchwinner Rolfes verwies auf den Nachteil des glitschigen und tiefen Rasens: "Für uns als technisch gute Mannschaft war es sehr schwer auf diesem Boden, aber wir haben die Ruhe bewahrt." Völler schloss ein Kompliment an die Cottbuser Kämpfer an: "Hier wird nicht jeder drei Punkte holen." Für Kellerkind Energie aber war das kein Trost.

Ausgerechnet Bayer-Leihgabe Papadopulos hatte für die überraschende Führung gesorgt (14.), Christian Bassila gelang nach einer Energieleistung seines Teams vor 14 966 Fans noch einmal der Ausgleich zum 2:2 (77.). "Am Ende zählen nur die Tore. Wir haben vier gemacht, das waren zu wenig", bemerkte sarkastisch Coach Prasnikar, der seinen 55. Geburtstag nicht so recht genießen konnte.

Wie bei Asterix wollen die Protagonisten im "gallischen Dorf" Cottbus nun die Wagenburg zusammenrücken und weiter den ungleichen Kampf annehmen.

"Wir werden nicht den Kopf einziehen, wir werden nach diesem Spiel noch stärker", versprach Prasnikar. Heidrich hatte noch in der Kabine die Mannschaft aufgerichtet. "Wenn es normal gelaufen wäre, hätten wir schon im Herbst vier, fünf Punkte mehr gehabt."

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