Sonntag, 24.02.2008

Nach der erneuten Schlappe

Chaos in Bielefeld

Bielefeld - Der Zorn des Fußball-Volkes auf Michael Frontzeck und Reinhard Saftig entlud sich mit voller Wucht. Der Trainer und der Manager von Arminia Bielefeld wurden von den Fans als aktuell Hauptverantwortliche für den Absturz der Profimannschaft ausgemacht.

Fußball, Bundesliga, Bielefeld, Frontzeck
© DPA

"Frontzeck raus", "Saftig raus" - mit ungewohnter Aggressivität und Häme machten die Anhänger ihrem Frust nach dem 0:2 (0:1) gegen den Abstiegs-Mitkonkurrenten MSV Duisburg lautstark Luft. Der Sicherheitsdienst musste aufgebrachte Fans davon abhalten, in das Innere der Haupttribüne und in den Kabinentrakt vorzudringen.

Frontzeck und Saftig reagierten trotz aller Schmähungen besonnen. "Die Rufe tun nicht gut, aber nach diesem Spiel hat man keine Argumente", sagte Saftig, der sich vorbehaltlos zum neuen Chefcoach bekannte.

"Ein ganz klares Ja. Der Trainer wird in Rostock auf jeden Fall auf der Bank sitzen - und er wird es auch bleiben", beantwortete er Fragen nach der Zukunft des Middendorp-Nachfolgers. Eine Garantie wollte Saftig aber nicht ausstellen: "Mit dieser Wortwahl muss man immer vorsichtig sein."

Frontzeck von der Leistung erschrocken 

Der 43-jährige Frontzeck war über die Leistung seines Teams "erschrocken" und zeigte nach den Toren der Duisburger Silvio Schröter (8. Minute - das Tor im SPOX-Replay anschauen) und Manasseh Ishiaku (48. - das Tor im SPOX-Replay anschauen) sogar Nachsicht mit seinen Kritikern unter den 19.200 Zuschauern.

"Ich habe absolutes Verständnis dafür. Dass es nach der vierten Niederlage hintereinander Unmutsäußerungen gibt, ist normal", kommentierte er die Pleite, die Vereinspräsident Hans-Hermann Schwick auf die Palme brachte.

"Ich bin stinksauer"

Doch der 60-Jährige richtete seinen Unmut ausschließlich gegen das Team. "Ich bin stinksauer. Da bringt es nichts, etwas schönzureden. Da fällt mir nichts ein", meinte Schwick, der bedingungsloses Aufbäumen im Abstiegskampf vermisste.

"Die Mannschaft hat den Fans und uns Verantwortlichen nicht das Gefühl vermittelt: Wir schaffen das", sagte er. Routinier Rüdiger Kauf nahm Frontzeck in Schutz: "Er kann nichts dafür. Er ist die ärmste Sau hier."

Klares Ja zu Frontzeck

Außer Saftig halten auch Schwick ("Wir müssen in die Hände spucken") und Finanz-Geschäftsführer Roland Kentsch an Frontzeck fest. "Davon gehe ich aus", reagierte Schwick auf Fragen, ob der Coach bleibt. "Es ist nie einer allein schuld. Abgerechnet wird nach dem 34. Spieltag", meinte Kentsch.

"Und natürlich wird Frontzeck im Spiel bei Hansa Rostock auf der Bank sitzen. Gar keine Frage", ergänzte er, während Schwick im "ZDF" dann doch eine Einschränkung machte: "Der Richtige ist immer der Erfolgreiche."

Keine Ausreden mehr

Das 0:2 gegen Aufsteiger Duisburg bringt Bielefeld bei 18 Punkten und nur noch einem Zähler Vorsprung auf die Zebras in eine massive Schieflage. "Die Mannschaft ist gefordert. Für sie gibt es keine Ausreden mehr", sagte Schwick.

Der MSV dagegen entledigte sich der dringlichsten Probleme. "Es ist wichtig, dass wir wieder dran sind", zeigte sich Trainer Rudi Bommer erleichtert. "Wir leben noch."


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