Jubiläumsspiel zum Heißlaufen

Von Daniel Paczulla
Samstag, 16.02.2008 | 11:11 Uhr
Thomas von Heesen, Thomas Schaaf, 1. FC Nürnberg, Werder Bremen
© Getty
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München - Genau ein Jahr nach seinem Rücktritt bei Arminia Bielefeld ist Thomas von Heesen zurück auf der großen Fußball-Bühne.

Nach 365 Tagen genüsslicher Ruhe und Idylle geht's es für den neuen Trainer vom 1. FC Nürnberg seit Dienstag sofort im Eiltempo los. "Wir haben keine Sekunde mehr Zeit, abzuwarten und zu sehen, was passiert", betont der 46-Jährige im "Kicker"-Interview.

Von einer Eingewöhnungszeit kann man nicht sprechen. Denn der Club steht auf einem Abstiegsplatz und muss so schnell wie möglich punkten.     

Nur Außenseiter

Doch die erste Aufgabe in der Liga für den neuen Mann an der Seitenlinie hat es in sich. Im 900. Bundesligaspiel gastieren die Franken in Bremen (ab 15.30 Uhr im SPOX-TICKER und bei Premiere).

Somit wartet bereits 40 Stunden nach der knappen 0:1-Niederlage im UEFA-Cup gegen Benfica Lissabon schon der nächste harte Brocken. Von einem leichten Auftakt für von Heesen kann man da nicht sprechen - eigentlich.

Betrachtet man die Partien von einem anderen Blickwinkel, kann man diese beiden Spiele auch positiv sehen. Wie schon in Portugal sind die Cluberer auch in Bremen klarer Außenseiter.

Von Heesen kann die Begegnungen dazu nutzen sein Team zu studieren, um dann in der kommenden Woche zu reagieren - Warmspielen für das erste Endspiel am nächsten Sonntag.  

"Ich habe ein gutes Gefühl"

Dann empfangen die Nürnberger Energie Cottbus zum direkten Duell der Abstiegskandidaten. Das wird für den neuen Coach das erste von 14 Endspielen im Kampf um den Klassenerhalt.

Von da an zählt es. Zwar meinte von Heesen, dass er "immer gewinnen will", aber für das Gastspiel an der Weser dürften die Erwartungshaltungen noch nicht so groß sein.

Einen Beleg bietet auch die Statistik. Von den 24 Auftritten im Weserstadion konnte der Club nur drei gewinnen. Die 18. Niederlage wäre somit keine Überraschung. Dennoch fahren die Franken optimistisch in den Norden.

"Wenn ich die Partie in Lissabon als Maßstab nehme, habe ich ein gutes Gefühl für die kommenden Wochen", erklärt von Heesen. Sorgen bereitet dem Coach nur die kurze Regenerationszeit. "Hoffentlich war sie ausreichend", grübelt der Trainer, dem in personeller Hinsicht nicht viele Möglichkeiten bleiben.

Warnung von Schaaf

Musste von Heesen in Lissabon auf Robert Vittek (Rückstand nach Knie-OP), Marek Mintal (Innenbanddehnung), Zvjezdan Misimovic (Bänderriss) verzichten, stehen mit Tomas Galasek (Gelbsperre) und Angelos Charisteas (Adduktoren) zwei weitere wichtige Spieler nicht zur Verfügung.

"Wir werden trotzdem alles unternehmen, um etwas Zählbares aus Bremen mitzubringen", sagt von Heesen.

Das wollen die Bremer verhindern und endlich ihren ersten Sieg in der Liga im Jahr 2008 holen. Obwohl sie als Favorit in die Partie gehen, wollen sie den FCN nicht unterschätzen.

"Ein Trainerwechsel gibt eigentlich immer einen gewissen Schwung in die Mannschaft. Die Plätze werden neu verteilt, es ist eine Aktivierung", warnt Trainer Thomas Schaaf seine Spieler.

Topspiel im Wildpark 

Dabei muss der Coach neben Tim Borowski (Gelb-Sperre) und Naldo (Rot-Sperre) wohl auch auf Patrick Owomoyela (Erkältung) und Boubacar Sanogo (Mandeln) verzichten. "Ich habe sie noch im Kopf, aber die Tendenz ist eher negativ", so Schaafs Einschätzung.

Auch ohne die vier Akteure wollen die Bremer mit einem Dreier vorübergehend mit den Bayern gleichziehen. Der Rekordmeister kann am Sonntag aber in Hannover nachlegen. Somit findet das Top-Spiel am Samstag in Karlsruhe statt.

Im Wildparkstadion empfängt Karlsruhe (Platz sechs) im Duell der UEFA-Cup-Aspiranten Bayer Leverkusen (Platz vier). Und der KSC geht selbstbewusst an die Aufgabe.

Rolfes kennt das Erfolgsrezept 

"Leverkusen ist eines der spielstärksten Teams der Liga", lobt Trainer Edmund Becker den Kontrahent. "Wir sind aber sehr gut aus den Startlöchern gekommen und unser Ziel muss es deshalb sein, die drei Punkte zu behalten."

Zudem wollen sich die Badener, die zwei Zähler Rückstand auf die Werks-Elf haben, für die 0:3-Hinspielpleite in der BayArena revanchieren. Dort haben sie gut mitgehalten, aber die Tore nicht gemacht. Und darauf bauen die Leverkusener.

"Es liegt uns, wenn der Gegner mitspielt", erklärt Manuel Friedrich. Und das Rezept für ein Auswärtserfolg verrät Simon Rolfes: "Hohes Tempo und schnelle Kombinationen."

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