Nürnberg vergibt große Chance

Blazek der Buhmann

Von SPOX
Sonntag, 24.02.2008 | 19:00 Uhr
blazek, club, nürnberg
© Imago
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Nürnberg - Der Ton wird rauer in Nürnberg. Das liegt nicht nur am dürftigen 1:1 (0:0) gegen Energie Cottbus, sondern vor allem an Club-Keeper Jaromir Blazek.

Der hatte - wie schon bei der 0:1-Hinspielniederlage im UEFA-Cup bei Benfica Lissabon - entscheidenden Anteil am Nürnberger Gegentor und wirkte auch in einigen anderen Situationen unsicher.

So grapschte der Tscheche in Hälfte eins an einer Ecke vorbei und hatte im zweiten Abschnitt selbst bei einer harmlosen Rückgabe so seine Probleme. Von den Rängen hagelte es daraufhin Pfiffe und erstmals wurden Rufe nach Ersatztorwart Daniel Klewer laut.

Daraufhin ließ sich der Keeper zu einer unbeherrschten Geste gegen das eigene Publikum hinreißen. Mit dem Zeigefinger auf den Lippen forderte er die Zuschauer auf, ruhig zu sein.

"Das ist kontraproduktiv"

Auf diese Aktion angesprochen, ließ Trainer Thomas von Heesen seinem Unmut freien Lauf: "Er darf sich nicht mit den Zuschauern und Fans anlegen. Das ist kontraproduktiv. Das hat hier nichts zu suchen."

Von Heesen weiter: "Er ist professionell genug. Wenn die Zuschauer unzufrieden sind, dann haben sie bestimmt allen Grund dazu. Aber so wie heute kann die Stimmung zwischen Torwart und Fans nicht sein."

Für die missmutige Stimmung sorgte aber auch die Leistung der gesamten Mannschaft.

Übervorsichtig und harmlos

In einem niveauarmen Spiel agierten sowohl Cottbus als auch Nürnberg, bei denen der wiedergenesene Marek Mintal in der Startelf stand, in der ersten halben Stunde übervorsichtig und einfallslos.

Energie erarbeitete sich zwar ein Übergewicht, blieb aber die ganze erste Halbzeit harmlos und fiel nur durch die grell-orangen Trikots auf. Die Clubberer machten im Spielaufbau zu viele Fehler. Erst in der 32. Minute bekamen die Zuschauer die erste Torraumszene überhaupt geboten.

Marco Engelhardt setzte sich auf der rechten Seite durch, Energie-Torwart Gerhard Tremmel kam aber vor dem heranstürmenden Jan Koller an den Ball.

Reinhardt mit der besten Chance

Dominik Reinhardt zwang Tremmel kurz darauf mit einem Schuss aus 30 Metern zu einer Parade. Für Gefahr sorgte auch noch Angelos Charisteas nach einem Eckball von Tomas Galasek.

"Cottbus steht mit acht Mann hinten drin. Da ist es schwer, nur mit hohen Bällen zu agieren", sagte Club-Sportdirektor Martin Bader zur Halbzeit bei Premiere und setzte auf das Prinzip Hoffnung: "Es sollte auch mal ein Ball reingehen."

Diesen Wunsch erfüllte Engelhardt, der nach feiner Vorarbeit von Koller den Ball unter die Latte drosch (58.) (Das Tor im SPOX-Replay).

"Ergebnis ist enttäuschend"

Doch nach Spielende verstummte bei Engelhardt die Freude über seinen ersten Saisontreffer: "Das Ergebnis ist enttäuschend. Beim Gegentor waren wir unkonzentriert, so etwas darf uns nicht passieren."

Der völlig überraschende Cottbusser Ausgleich fiel im direkten Gegenzug. Sörensen setzte sich auf der linken Seite durch, doch statt des erwarteten Passes in das Strafraumzentrum schoss er aufs Tor.

Blazek wurde bei dem noch abgefälschten Treffer auf dem falschen Fuß erwischt und sah äußerst unglücklich aus (Das Tor im SPOX-Replay).

Torwartwechsel in Nürnberg?

Plant der Club nun einen Torwartwechsel? "Das werde ich dann zu der Zeit sagen, wenn es für mich entschieden ist oder auch nicht. Es gibt immer Ansätze mit denen man sich auseinander setzen muss, das ist ganz klar", sagte von Heesen.

In der 74. Minute machte es Blazeks Gegenüber Tremmel besser und verhinderte gegen Charisteas und kurz darauf gegen Koller die Cottbusser Niederlage. Nürnberg fehlten die spielerischen Mittel, um das kompakte Abwehrbollwerk der Lausitzer zu knacken.

"Heute können wir auch mit einem Punkt zufrieden sein", sagte Energie-Torschütze Sörensen. "Aber um in der Bundesliga zu bleiben, müssen wir unsere Heimspiele gewinnen." Nächsten Samstag kommt der VfB Stuttgart ins Stadion der Freundschaft.

Beide Mannschaften bleiben damit auf einem Abstiegsplatz. "Wenn man zu Hause gegen Rostock und Cottbus nicht gewinnt, wird es sehr dünn", meinte Engelhardt. Damit hat er wohl Recht.

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