Sonntag, 24.02.2008

FC Bayern - Hamburg 1:1

Hamburg hält die Liga spannend

München - Der FC Bayern München ist in der Bundesliga im eigenen Stadion keine Macht mehr - trotzdem ist er mit dem 1:1 im Spitzenspiel gegen den Hamburger SV der 21. Meisterschaft wieder ein Stück näher gekommen.

© Getty

Dank des Patzers von Werder Bremen (0:1 in Frankfurt) baute der Topfavorit seine Tabellenführung am 21. Spieltag auf vier Punkte vor dem schärfsten Verfolger (40 Zähler) aus und hielt auch den HSV auf Distanz, der hinter die punktgleichen Leverkusener (beide 38) auf Rang vier zurückfiel.

Die Hamburger waren vor 69.000 Zuschauern in einer am Ende hektischen Partie durch Ivica Olic (59.) in Führung gegangen. Zé Roberto rettete den Münchner zwei Wochen nach dem 1:1 gegen Bremen zumindest einen Punkt in der einstigen Festung Allianz Arena (die Tore im SPOX-Replay anschauen!).

In der hektischen Nachspielzeit kassierte Bayer-Akteur Mark van Bommel wegen einer Undiszipliniertkeit noch die Gelb-Rote Karte (90.+2). Van Bommel hatte von dem nicht immer sicher wirkenden Schiedsrichter Lutz Wagner wegen Meckerns die Gelbe Karte gesehen.

Als sich Wagner umdrehte, applaudierte der Holländer hämisch und ließ sich zu einer unschönen Geste hinreißen. Wagner bemerkte dies und schickte den Holländer vom Feld. Van Bommel fehlt damit in der nächsten Woche beim Spitzenspiel auf Schalke.

 

Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld war nicht nur wegen der Unbeherrschtheit des Holländers unzufrieden: "Es ist sehr ärgerlich, dass wir zwei Punkte verloren haben." HSV-Kollege Huub Stevens formulierte dagegen Titelambitionen: "Wir haben gezeigt, dass die Meisterschaft noch nicht entschieden ist."

Auch der HSV habe "noch nicht aufgegeben", erklärte Stevens kämpferisch. Der starke Torhüter Frank Rost formulierte das neue HSV-Minimalziel: "Wir hoffen, dass wir nächstes Jahr in der Champions League spielen."

Ribery und van der Vaart nur auf der Bank

Das Spitzenspiel vor ausverkauftem Haus begann ohne zwei Spitzenkönner: Bayerns Antreiber Franck Ribéry nahm nach seiner auskurierten Muskelverletzung ebenso zunächst auf der Bank Platz, wie der von einem Bänderiss im Sprunggelenk genesene HSV-Regisseur Rafael van der Vaart. "Das Risiko ist einfach zu groß", lautete unisono die Begründung der Trainer Ottmar Hitzfeld und Huub Stevens.

Das kreative Defizit war auf beiden Seiten unübersehbar, die genialen Überraschungsmomente fehlten in einer körperlich sehr intensiv geführten Partie. Die ersten Warnschüsse gaben die um Kombinationen bemühten Bayern durch Zé Roberto (11.) und Luca Toni (18.) ab.

An der Seite des italienischen Weltmeisters stürmte wieder Miroslav Klose, der aber bis zu seiner Auswechslung kaum Gefahr ausstrahlte. Lukas Podolski musste trotz seiner zwei UEFA-Pokal-Tore beim 5:1 gegen den FC Aberdeen bis zur 74. Minute auf der Bank schmoren, erst dann durfte er Klose ersetzen.

Schwerer Patzer von Lucio

Der HSV war mit dem Ex-Münchner Paolo Guerrero als einziger Spitze in erster Linie auf Torsicherung aus. "Es ist ein taktisches Spiel", kommentierte Franz Beckenbauer zur Halbzeit bei Premiere. Ein Distanzschuss von Guerrero, den Oliver Kahn sicher parierte, eröffnete die attraktive zweite Spielhälfte, in der es hektischer wurde und die Bayern den Angriffsdruck forcierten.

Klose verzog jedoch aus aussichtsreicher Position (56.), ehe ein Blackout von Lucio den Spielverlauf auf den Kopf stellte: Der bis dahin gut spielende Innenverteidiger verlor den Ball am eigenen Strafraum leichtfertig gegen David Jarolim, dessen Zuspiel Olic aufnahm und eiskalt vor Kahn zu seinem 10. Saisontor nützte. "Ein Geschenk", wie Hitzfeld bemerkte.

Ribery bereitet Ausgleich vor

Umgehend kam Ribéry. "Ich hoffe, er ist ein Super-Joker für uns", hatte Hitzfeld vor dem Spiel gesagt - und so kam es: Der Franzose war kaum auf dem Platz, schon trat er als Vorbereiter des 1:1 durch das vierte Saisontor von Zé Roberto nach einem umstrittenen Einwurf für die Münchner in Erscheinung.

Jetzt nahm der Schlagabtausch der beiden DFB-Pokal-Viertelfinalisten richtig Fahrt auf.

Mit Ribéry für Bastian Schweinsteiger kam gleich mehr Tempo ins Bayern-Spiel, auf der Gegenseite brachte Stevens aber auch noch van der Vaart, der aber keine entscheidenden Akzente setzen konnte.

Mehr im Blickpunkt stand bei den Hamburger Torhüter Frank Rost, der auch in der Schlussphase gegen Toni (84.) und Ribéry (90.+1) auf dem Posten war.


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