Gang in eine neue Epoche

Die Worte Gottes

Von Stefan Rommel
Samstag, 12.01.2008 | 09:31 Uhr
© Imago
Advertisement
Serie A
Corinthians -
Gremio
Ligue 1
Saint-Etienne -
Montpellier
Premier League
West Ham -
Brighton
J1 League
Kobe -
Tosu
A-League
Sydney FC -
Sydney Wanderers
Primera División
Levante -
Getafe
Premier League
Chelsea – Watford
Premier League
Huddersfield -
Man United
Primera División
Real Betis -
Alaves
Ligue 1
Monaco -
Caen
Serie A
Sampdoria -
Crotone
Premier League
Southampton -
West Brom
Primera División
Valencia -
Sevilla
1. HNL
Hajduk Split -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
Amiens -
Bordeaux
Ligue 1
Angers -
Toulouse
Ligue 1
Metz -
Dijon
Ligue 1
Nantes -
Guingamp
Ligue 1
Rennes -
Lille
Premier League
Man City -
Burnley (DELAYED)
Primera División
Barcelona -
Malaga
Serie A
Neapel -
Inter Mailand
Primeira Liga
Porto -
Pacos Ferreira
Premier League
Stoke -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Crystal Palace (Delayed)
Primera División
Villarreal -
Las Palmas
Eredivisie
PSV – Heracles
Serie A
Chievo Verona -
Hellas Verona
Championship
Ipswich -
Norwich
CSL
Evergrande -
Guizhou
Eredivisie
Feyenoord -
Ajax
Premier League
Everton -
Arsenal
Ligue 1
Nizza -
Strassburg
Serie A
Atalanta -
Bologna
Serie A
Benevento -
Florenz
Serie A
AC Mailand -
Genua
Serie A
SPAL -
Sassuolo
Serie A
FC Turin -
AS Rom
Premier League
ZSKA Moskau -
Zenit
Primera División
Celta Vigo -
Atletico Madrid
Ligue 1
Troyes -
Lyon
Premier League
Tottenham -
Liverpool
First Division A
Anderlecht -
Genk
Serie A
Udinese -
Juventus
Premier League
Dynamo Kiew -
Schachtjor Donezk
Primera División
Leganes -
Bilbao
Super Liga
Roter Stern Belgrad -
Lucani
Primera División
Real Madrid -
Eibar
Serie A
Lazio -
Cagliari
Ligue 1
Marseille -
PSG
Allsvenskan
Malmö -
AIK
Primera División
Real Sociedad -
Espanyol
Primera División
La Coruna -
Girona
Copa del Rey
Saragossa -
Valencia
Serie A
Inter Mailand -
Sampdoria
League Cup
Arsenal -
Norwich
League Cup
Leicester -
Leeds
League Cup
Swansea -
Man United
League Cup
Man City -
Wolverhampton
Copa del Rey
Murcia -
Barcelona
Copa Libertadores
River Plate -
Lanus
Serie A
Atalanta -
Hellas Verona
First Division A
Genk -
Brügge
Serie A
Bologna -
Lazio
Serie A
Cagliari -
Benevento
Serie A
Chievo -
Milan
Serie A
Florenz -
FC Turin
Serie A
Genua -
Neapel
Serie A
Juventus -
SPAL
Serie A
AS Rom -
Crotone
Serie A
Sassuolo -
Udinese
Premiership
Aberdeen -
Celtic
League Cup
Chelsea -
Everton
League Cup
Tottenham -
West Ham
Coupe de la Ligue
Strasbourg -
Saint-Etienne
Copa del Rey
Elche -
Atletico Madrid
Copa Libertadores
Barcelona SC -
Gremio
Copa Sudamericana
Fluminense -
Flamengo
Copa del Rey
Fuenlabrada -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Nizza
Championship
Leeds -
Sheffield Utd
A-League
Adelaide Udt – Melbourne City
Primera División
Alaves -
Valencia
Premier League
Man Utd -
Tottenham
Premiership
Hearts -
Rangers
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Premier League
Liverpool -
Huddersfield
Championship
Cardiff -
Millwall
Primera División
Sevilla -
Leganes
Ligue 1
Bordeaux -
Monaco
Serie A
Milan -
Juventus
Premier League
Bournemouth -
Chelsea
Championship
Hull -
Nottingham
Ligue 1
Caen -
Troyes
Ligue 1
Dijon -
Nantes
Ligue 1
Guingamp -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Rennes
Ligue 1
Strasbourg -
Angers
Premier League
Arsenal -
Swansea (DELAYED)
Primera División
Bilbao -
Barcelona
Serie A
Rom -
Bologne
Primeira Liga
Boavista -
Porto
Premier League
Watford -
Stoke (Delayed)
Premier League
West Bromwich – Man City (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
West Ham (Delayed)
CSL
Hebei -
Guangzhou Evergrande
J1 League
Kofu -
Kobe
Primera División
Getafe -
Real Sociedad
Eredivisie
Vitesse -
Eindhoven
Serie A
Benevento -
Lazio
Championship
Birmingham -
Aston Villa
Premier League
Zenit -
Lok Moskau
First Division A
Club Brugge -
Sint-Truiden
Premier League
Brighton -
Southampton
Ligue 1
Lyon -
Metz
Serie A
Crotone- Florenz
Serie A
Neapel -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Chievo
Serie A
SPAL -
Genua
Serie A
Udinese -
Atalanta
Primera División
Girona -
Real Madrid
Ligue 1
Toulouse -
Saint-Etienne
Premier League
Leicester -
Everton
Primera División
Eibar -
Levante
Primera División
Malaga -
Celta Vigo
Serie A
FC Turin -
Cagliari
Ligue 1
Lille -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Belgrano
Serie A
Hellas Verona – Inter Mailand
Premier League
Burnley -
Newcastle
Primera División
Espanyol -
Real Betis
Primera División
Las Palmas -
La Coruna

München - Am Freitag um 15:56 Uhr musste der Tagungssaal Garmisch im Arabella Sheraton Grand in München ein Inferno aus Blitzlichtern über sich ergehen lassen wie noch nie zuvor.

Schließlich war der Papst noch nie zu Gast im Sheraton und damit kann er auch noch nie im Tagungssaal Garmisch gewesen sein. Und nur der Papst persönlich hätte mehr Hype, mehr Mediengewitter, mehr Wahnsinn erzeugen können.

Dabei wurde nur der neue Trainer eines Fußballklubs vorgestellt. Und kein Heilmittel gegen Darmkrebs. Egal, rund 250 Journalisten und einigen Schaulustigen war es der Stress wert, ihn zu sehen: Jürgen Klinsmann.

Die besten O-Töne des neuen Bayern-Trainers jetzt bei SPOX.TV

Ihm zu Ehren bestellte der FC Bayern München seine ganze Armada zum Termin. Alle Alphatiere (Uli Hoeneß) waren anwesend und der Rekordmeister bot eine tolle Show.

Konzept oder gar Philosophie 

Aber vor allem bot er eine neue Form der Transparenz. Karl-Heinz Rummenigge, Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß und sogar Karl Hopfner stellten und beantworteten alle wichtigen Fragen selbst. So manch übereifriger Zuhörer musste verkniffen seine listigen Fragen aus den Blöcken streichen.

Es könnte ein kleiner Vorgeschmack auf das gewesen sein, was die Fußballinteressierten erwartet und wie der FC Bayern demnächst in Erscheinung treten wird. Denn in Jürgen Klinsmann haben sich die Bayern nicht nur eine Person eingekauft. Sie haben ein Konzept erstanden und womöglich sogar eine ganze Philosophie.

Bisher bestimmten die Granden das Geschehen an der Säbener Straße, ab Juli 2008 wird Klinsmann der Drehbuchautor sein.

Klinsmann ist der Reformer, er soll derjenige sein, der die Bayern fit macht für den beschwerlichen Weg zurück ganz nach oben in Europa. Zwei Jahre hat er dafür Zeit. "Das ist der Rahmen. Aber das muss dann ja nicht das Ende der Fahnenstange sein", sagte Rummenigge.

Die Granden verzichten auf Macht

Worauf sich die Bayern da einlassen, scheint den Beteiligten nur zu klar. Wo früher noch Klinsmanns Schwächen ausgemacht wurden, liegen nun seine Stärken. Wo er früher "beratungsresistent" war (Beckenbauer) und "stillos" (Hoeneß), geht er jetzt "seinen eigenen Weg" (wieder Beckenbauer) und hat "eine klare Linie" (wieder Hoeneß).

Überhaupt der Manager: Vom wutschnaubenden Kritiker hat sich Hoeneß gewandelt zum Klinsmann-Fan. Auch wenn er nicht müde wurde zu beteuern, dass "das Verhältnis zum Jürgen die ganze Zeit über gut war".

Dabei muss er dem knochenharten Verhandler Klinsmann eine ganz essenzielle Sache abtreten: Macht. Klinsmann wird der 20. Trainer in Bayerns Bundesligageschichte werden. Zugleich wird er der mächtigste Bayern-Trainer aller Zeiten und wohl auch der teuerste. Angeblich verdient er in den zwei Jahren 16 Millionen Euro.

Querdenker, kontrovers und progressiv

Sein Betreuer- und Trainerteam habe er schon im Kopf. Und wohl auch die ein oder andere strukturelle Veränderung für ein Wirtschaftsunternehmen, das jährlich rund 250 Millionen umsetzt, manchmal aber den Anschein erweckt, es würde immer noch geführt wie eine mittelständische - sagen wir, um im Bild zu bleiben - Bäckerei.

Aber die Bayern scheinen genau das zu wollen. Sie wollen lernen von einem, der schon den größten Sportfachverband der Welt auf links gezogen hat. "Den Laden auseinandernehmen", hat Klinsmann das damals beim DFB genannt.

Uli Hoeneß nennt es jetzt fortschrittlich. "Der Jürgen ist ein Querdenker, er ist kontrovers und geht neue Wege. Das brauchen wir beim FC Bayern. Er ist ein progressiver Typ und lässt vielleicht auch so spielen."

Eine neue Epoche

Vor der Saison hatten die Bayern 70 Millionen für eine neue Mannschaft ausgegeben und erstmals "den Irrsinn" des Wettbietens auf dem europäischen Markt zumindest partiell mitgemacht. Nur der Trainer, oberster Angestellter und letztlich verantwortlich für den Erfolg, war noch - bei allem Respekt für Ottmar Hitzfeld - aus einer vorigen Zeitrechnung.

Mit Klinsmanns Amtsantritt drücken die Bayern die Reset-Taste und steuern in eine neue Epoche. Sie sind dabei, sich selbst neu zu erfinden. In großen Unternehmen wird diese Methode alle paar Jahre angewendet.

Das Gesamtkunstwerk wird veredelt. So sieht zumindest der Plan aus. Franz Beckenbauer drückte es moderat aus: "Der Jürgen ist ein moderner Trainer. Er bringt einen neuen Stil mit und neue Praktiken mit. Und alle seine Erfahrungen aus den USA."

Hoeneß saß einige Meter daneben, seine Backen schimmerten rot. Aber dieses Mal musste er sich nicht aufregen über nassforsch-quängelnde Mitglieder oder miese Stimmung. Das Blut schoss ihm in den Kopf, weil er so beseelt war. Beseelt von seiner Führungscrew und sich selbst, endlich wieder einen ganz großen Coup gelandet zu haben.

Ein verschmitztes Lächeln eroberte sein Gesicht, dann zog er den Kopf zur Napoleon-Geste hoch, fast so wie der von ihm wenig geliebte Oskar Lafontaine. "Ha, hab ich's Euch wieder allen gezeigt." Er sagte das natürlich nicht. Aber er dachte es sich.

Annäherung an den DFB

Zumal die Bayern fast schon traditionell mal wieder zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Klinsi ist bald da, und mit ihm dürfte sich auch das teilweise kritische Verhältnis zum DFB nach und nach entspannen.

Der Ex-Bundestrainer freut sich schon darauf, mit dem aktuellen Bundestrainer wieder gemeinsam Ziele zu verfolgen. Allerdings in anderer Funktion.

Davor muss der unerfahrene Klinsmann aber aller Dementis zum Trotz eine zwangsläufig experimentelle Situation in den Griff bekommen. Ein Wagnis ist es nämlich allemal.

Aber Klinsmann ist trotz aller Leidenschaft und Gier auf die neue Herausforderung intelligent genug, alle Szenarien vorher durchgespielt zu haben. Und er verfügt über das nötige Werkzeug, auch bedrohlicher Situationen Herr zu werden.

Energiefelder sollen entstehen

Am Ende der Beinahe-Apokalypse im Sheraton Hotel stellte er dann noch seine Philosophie vor. Sie unterscheidet sich kaum von der aus der Zeit zwischen Sommer 2004 und Sommer 2006 und geht so: "Wir wollen jeden Spieler besser machen, jeden Tag. Zwischen den Spielern und um die Spieler sollen Energiefelder entstehen."

Ganz schön viel Tamtam um eine doch recht schlichte Erkenntnis. Für den FC Bayern im Moment aber so etwas wie die Worte Gottes.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung