Dienstag, 29.01.2008

Transfers und Gerüchte

Diego wehrt sich - ein bisschen

München - Der Brasilianer Djar hat seinen Job als Wirtschaftsingenieur an den Nagel gehängt und ist nun hauptberuflich Vater. Wie jeder andere Vater steht er dabei seinem Sohn auch als Berater zu Seite.

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© Getty

Das Ungewöhnliche an dieser Vater-Sohn-Beziehung allerdings ist, dass er damit Geld verdient - und zwar ganz erhebliche Millionensummen. Djar's Sprössling nämlich hört auf den Namen Diego, ist ein begnadeter Fußballer und macht als Regisseur von Werder Bremen seit anderthalb Jahren von sich Reden.

Mittlerweile ist halb Europa hinter dem Spielmacher her. Und Vater Djar ist sich dessen durchaus bewusst. "Es dauert nicht mehr lange, dann spielt Diego bei Real Madrid", ließ er am Montag im "Spiegel" wissen.

Madrids Sportdirektor Predrag Mijatovic dementierte zwar erst kürzlich sein Interesse, das aber ist bei Real durchaus gängige Praxis - im Vorfeld einer Verpflichtung.

Branchenübliche Floskeln

Diego selbst behauptete am Montag noch vehement, sein Vater sei mit Sicherheit falsch zitiert worden, ansonsten aber verliert sich auch der 22-Jährige lediglich in brachenüblichen Floskeln.

Das Interesse anderer Klubs - auch Turin schickt regelmäßig Scouts nach Bremen - sei ein Zeichen der Wertschätzung, aber: "Ich spiele jetzt für Werder. Alles andere überlasse ich dem Manager und dem Präsidenten."

Der Manager in Bremen ist Klaus Allofs und der "verschwendet keinen Gedanken" an einen Wechsel Diegos im Sommer, immerhin habe er erst vor kurzem den Vertrag des Brasilianers bis 2011 verlängert.

Allofs: "Es gibt unterschiedliche Interessen"

Allerdings räumte Allofs in der "Welt" auch ein: "Bei ein paar gewissen Punkten mit seinem Vater gibt es natürlich unterschiedliche Interessen." Die Bremer Interessen liegen auf der Hand: Werder will erfolgreich Fußball spielen, mit Diego als kreativem Herzstück.

Djar dagegen will die Karriere seines Sohnes vorantreiben und nicht zuletzt auch an den Handgeldern, die im Falle eines Transfers fällig wären, mitverdienen. Er soll Allofs bereits informiert haben, dass Bremen für Diego lediglich ein Zwischenstopp ist, ein Sprungbrett zu einem europäischen Spitzenverein.

Diego geht - aber wann?

Die Erkenntnis, dass ein derart talentierter und begehrter Spieler aber nicht bis an Ende seiner Tage für Werder spielen würde, dürfte den auch Manager jedoch nicht unbedingt aus heiterem Himmel getroffen haben. Die Frage ist also weniger, ob Diego geht, sondern wann er geht.

Wie SPOX.com von einem engen Vertrauten des Brasilianers erfuhr, ist ein Wechsel im Sommer allerdings unwahrscheinlich. Es müssten dann schon enorme Summen geboten werden, bei denen weder der Spieler noch der Verein "nein" sagen könnten.

Das Interesse von Juventus spiele dabei jedoch weder beim Spieler noch im Beraterkreis eine größere Rolle, Real Madrid sei dagegen durchaus im wieder ein Thema - vor allem bei Diegos Vater.    

Ballack bleibt in London

Michael Ballack indes hat den Spekulationen um eine vorzeitige Rückkehr zum FC Bayern im Sommer einen Riegel vorgeschoben. "Ich spiele für eine große Mannschaft und will mit ihr noch Großes erreichen. Ich habe kein Interesse an einem Wechsel. Ich bin hier vollkommen zufrieden, meine Familie und ich haben uns gut an das Leben in England gewöhnt", so der Chelsea-Star am Montag.

Sein Vertrag in London läuft noch bis zum 30. Juni 2010, über die Zeit danach will sich Ballack im Moment noch keine Gedanken machen: "Vielleicht werde ich um ein Jahr verlängern, vielleicht werde ich wechseln, vielleicht werde ich meine Karriere beenden. Im Fußball weiß man nie", sagte der 31-Jährige.

Ono doch nach Bochum

Dagegen verdichten sich die Anzeichen für einen Wechsel von Shinji Ono zum VfL Bochum. Der 55-malige japanische Nationalspieler der Urawa Red Diamonds flog am Montag nach Deutschland, um sich am Dienstag einer sportärztlichen Untersuchung zu unterziehen.

Ono soll einen stark leistungsbezogenen Vertrag erhalten. Das hatte VfL-Sportdirektor Stefan Kuntz erklärt, nachdem der 28-Jährige Anfang Januar das Probetraining wegen Beschwerden im Sprunggelenk abbrechen musste.

Ono, Asiens einstiger Fußballer des Jahres, wechselte 2001 zu Feyenoord Rotterdam und gewann 2002 den UEFA-Pokal durch einen 3:2-Finalerfolg gegen Borussia Dortmund. 2006 war er nach fünf Jahren bei den Niederländern in die J-League zurückgekehrt.

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SPOX

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