"Thierry Henry? Warum nicht!"

Von Interview: Alexis Menuge
Montag, 17.12.2007 | 12:41 Uhr
Henry, Ribery
© Imago
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München - Franck Ribery hat in seinen ersten sechs Monaten in Deutschland schon viel erlebt. Erst der Sturm des FC Bayern an die Tabellenspitze, dann den starken Leistungsabfall und zuletzt hausgemachte Probleme an der Säbener Straße en masse.

Im zweiten Teil des Interview mit SPOX.com spricht der 24-Jährige über seine Erfahrungen in München, seinen fiesesten Gegenspieler und erklärt, warum er sich Thierry Henry durchaus auch in Deutschland vorstellen könnte.

SPOX: Sie sind jetzt ein halbes Jahr in München - was macht der Deutschunterricht?

Franck Ribery: Im Durchschnitt gibt es zwei bis drei Unterrichte pro Monat, zusammen mit Luca Toni und Jose Ernesto Sosa. Es macht Spaß (lacht). Natürlich ist es ein bisschen chaotisch, weil jeder mit seinem Dolmetscher da sitzt. Ich kann schon viele Wörter, aber es ist schwierig, Sätze zu formulieren.

SPOX: Welche Wörter kennen Sie bereits?

Ribery: "Servus", "Schau mer mal" (lacht), aber vor allem die Wörter, die man auf dem Platz braucht: "Leo", "Hintermann", "Abseits" und so weiter.

SPOX: Was mögen Sie am Leben in München am meisten?

Ribery: Ich mag die Ruhe und die Sicherheit in der Stadt. Hier kann ich problemlos spazieren gehen. Zwar kommen die Leute auf mich zu und wollen ein Autogramm oder ein Foto. Aber sie bleiben respektvoll.

SPOX: Und was stört Sie?

Ribery: Naja, anders als in Marseille ist das Wetter sicher nicht so toll hier: Viel Regen, die Kälte. Und es gibt zu viele Fahrräder (lacht). Am Anfang musste ich mich daran gewöhnen, als ich mit dem Auto fuhr: Es hätte beinahe einen Unfall gegeben.

SPOX: Haben Sie bei Bayern schon engere Freunde gefunden? Mit wem treffen Sie sich manchmal auch privat?

Ribery: Ich habe vor allem einen sehr guten Freund gefunden: Daniel Van Buyten. Mit ihm treffe ich mich ziemlich oft. Wir gehen essen oder schauen die Spiele der französischen Liga an, vor allem die Begegnungen unseres Ex-Vereins Olympique Marseille. Wenn ich in der Stadt bin, gehe ich auch mal mit Luca Toni was essen. Er hat immer seinen Betreuer dabei, der spricht fließend französisch. So ist die Kommunikation einfacher. Aber in die Disco gehe ich nicht. Ich bin viel zu Hause, da meine Frau im Februar ein zweites Kind bekommen wird. Wir werden eine zweite Tochter kriegen.

SPOX: In der Bundesliga haben Sie viel auf die Socken bekommen. Wer war bislang der fieseste Gegenspieler?

Ribery: Ganz klar der Albaner von Hannover (Altin Lala, Anm. d. Red.). Das war wirklich grenzwertig und er bekam zu Recht die Rote Karte. Nicht der Fußballer Ribery wurde attackiert, sondern der Mensch Ribery. Aber seitdem hat sich alles beruhigt. Zwar werden meine direkten Gegenspieler immer mehr, aber sie spielen nicht unfair.

SPOX: Bei Ihrem Debüt in München haben Sie insbesondere viel Lob von Franz Beckenbauer bekommen.

Ribery: Ich muss sagen: Das hat mich sehr berührt. Dass eine Person wie Franz Beckenbauer in höchsten Tönen von mir spricht, freut mich besonders. Ich bedauere sehr, dass ich ihn noch nie persönlich getroffen habe. Ich würde ihn so gerne mal sehen und ein bisschen mit ihm plaudern.

SPOX: Sie haben den Anfang gemacht - ist es denkbar, dass irgendwann auch andere französische Stars wie Thierry Henry in Deutschland spielen?

Ribery: Warum nicht? Die Bundesliga wird immer attraktiver. Aber nicht bei allen Klubs könnten französische Stars in Deutschland unter Vertrag stehen, sondern in München, Bremen, Hamburg, Schalke oder Stuttgart, wo die Stadien und die Infrastruktur top sind. Wenn mich zum Beispiel ein Karim Benzema von Olympique Lyon nach Bayern fragen würde, würde ich ihm sofort raten zu unterschreiben.

SPOX: Sie gelten als sehr heimatverbunden. Wie häufig haben Sie Heimweh?

Ribery: Es stimmt, ich bin wirklich sehr heimatverbunden. Zwar ist es momentan nicht einfach, nach Frankreich zu fahren, weil ich lieber bei meiner schwangeren Frau bleibe. Aber wenn ich die Gelegenheit habe, fahre ich hin. Dort habe ich noch viele Freunde und ich schaue auch bei meinen ehemaligen Trainern vorbei. Und ich verbringe viel Zeit mit Kindern, die in schwierigen Verhältnissen leben.

SPOX: Sie haben einige Jahre gebraucht, um den Durchbruch zu schaffen. Können wir von Ihrem Bruder Francois ähnliches erwarten?

Ribery: Absolut. Technisch ist Francois sehr stark und er hat einen starken linken Fuß. Er spielt entweder als klassische Nummer zehn oder als linker Mittelfeldspieler. Ich habe vergangene Saison dafür gesorgt, dass er ein halbes Jahr bei der Reserve von Olympique Marseille trainieren darf. Das hat ihm gut getan. Danach wollte er zurück in den Norden und hat in Calais vorgespielt. Nun besitzt er dort einen Vertrag und bekommt immer mehr Rhythmus in der dritten Liga. Er ist erst 20. Er hat genügend Qualität, um es zu schaffen und ich werde ihm helfen, seine Ziele zu erreichen. Ich bin ja auch erst mit 22 Profi geworden.

Hier geht es zurück zu Teil I: Ribery über zu Kopf gestiegenen Ruhm, führungslose Bayern und die Kritik von Oliver Kahn

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