Dienstag, 18.12.2007

Diego exklusiv

"Wir werden Meister. Punkt!"

München - Als Diego Ribas da Cunha, genannt Diego, im Sommer 2006 nach Bremen wechselte, hatte er einen prominenten Fürsprecher. Niemand anders als der große Pele lobte den kleinen Wirbelwind, der bei seinem Heimatverein FC Santos seine erste Profi-Station hatte, in den höchsten Tönen.

Diego, Schaaf, Bremen
© Getty

"Seine Ballbeherrschung", geriet der wohl berühmteste Brasilianer ins Schwärmen, "seine Ballbeherrschung ist einfach beeindruckend. Diego ist ein Wahnsinnstechniker, wie Ronaldinho. Da gibt es keinen Unterschied."

Eineinhalb Jahre später ist der 22-Jährige aus dem Bremer Spiel längst nicht mehr wegzudenken. In 50 Spielen für Werder erzielte der Spielmacher 22 Tore und legte seinen Mitspielern 21 Treffer auf - eine beeindruckende Quote.

Spieler der Hinrunde 

Nicht zuletzt wegen seinen guten Leistungen steht Bremen nach dem 17. Spieltag punktgleich mit dem FC Bayern auf Platz zwei.

Der Lohn seiner Mühen: Von den Usern von SPOX.com und den Zuschauern von Premiere wurde er zum besten Spieler der Hinrunde gewählt. Im Interview spricht der 22-Jährige über die Auszeichnung, seine klaren Ziele mit Werder und warum es ihn noch lange nicht aus Bremen wegzieht.

SPOX: Diego, Sie sind von den Usern von SPOX.com zum Spieler der Hinrunde gewählt worden und haben dabei unter anderem Franck Ribery und Rafael van der Vaart hinter sich gelassen. Herzlichen Glückwunsch!

Diego: Danke. Es ist wirklich eine große Ehre für mich - vor allem weil die Konkurrenz so groß war. Vor Ribery und van der Vaart gewählt worden zu sein, erfüllt mich mit Stolz, weil sie beide wirklich großartige Spieler sind. Ribery ist ja auch nicht umsonst gerade zum Fußballer des Jahres in Frankreich gewählt worden.

SPOX: Was ist das Geheimnis Ihres Erfolgs?

Diego: Naja, eigentlich gibt es kein echtes Geheimnis. Der Schlüssel zum Erfolg ist, sich immer auf das Wesentliche zu konzentrieren und sehr hart an sich zu arbeiten. Nur so kann ich dem Team helfen. Und das Ziel ist klar: Ich will Werder helfen, Meister zu werden. Dieses Ziel motiviert mich.

SPOX: Um dem Team zu helfen, müssen Sie mit Ihren Mitspielern kommunizieren. Wie gut ist Ihr Deutsch mittlerweile?

Diego: Ich lerne, lerne, lerne. Deutsch ist wirklich keine einfache Sprache. Manchmal muss ich auf dem Platz schon noch Englisch zur Hilfe nehmen. Aber im Allgemeinen klappt das mit der Verständigung schon ganz gut.

SPOX: Als Spielmacher werden Sie oft gefoult. Trotz der großen Anzahl der Foulspiele sind Sie aber kaum verletzt.

Diego: Sagen wir mal so: Ich habe mich daran gewöhnt. Das ist eben so, wenn man auf dieser Position spielt. Wenn man mit hohem Tempo aufs Tor zu läuft, dann passieren Fouls. Aber bisher hat sich kein Spieler mir gegenüber unfair verhalten und Gott sei Dank habe ich mich bei Fouls noch nie ernsthaft verletzt.

SPOX: Bremen hat wirklich eine großartige Hinrunde gespielt. Aber dem 8:1 gegen Bielefeld und dem 3:2 gegen Madrid stehen auch vermeidbare Niederlagen gegen Piräus und Hannover gegenüber. Wie ist diese Inkonstanz zu erklären?

Diego: Jedes dieser Spiele hatte seine eigene Geschichte. Gegen Bielefeld und Madrid haben wir beispielsweise sehr gut gespielt, vielleicht sogar unsere beste Leistung abgerufen. Gegen Hannover - das war ein Derby und Hannover hatte lange nicht mehr gegen Bremen gewonnen. Solche Spiele haben ihre eigene Dynamik. Wir haben alles probiert, aber verloren. Und das Rückspiel gegen Piräus - nun, das war so ein Tag, an dem aber auch wirklich gar nichts geklappt hat.

SPOX: Manchmal hat man das Gefühl, dass Werder alles spielerisch zu lösen versucht und dabei das Kämpfen vergisst.

Diego: Ich denke schon, dass wir kämpfen können. Das haben wir schon oft bewiesen. Aber manchmal muss man eben auch anerkennen, dass das andere Team an diesem Tag besser ist.

SPOX: Zur Rückrunde wird Torsten Frings wieder fit sein. Wie wichtig ist er als Leader?

Diego: Torsten ist wirklich ein großartiger Spieler. Er fehlt uns schon sehr, das merkt man. Ich kann es kaum erwarten, dass er zurückkommt und uns hilft, die Meisterschaft zu erringen.

SPOX: Wieso hat es Ihr Landsmann Carlos Alberto bisher noch nicht geschafft, in Bremen Fuß zu fassen? Bei Ihnen hat es ja auch auf Anhieb geklappt.

Diego: Man kann seine und meine Situation nicht vergleichen. Er hat einige persönliche Schwierigkeiten zu Beginn der Saison gehabt. Ich hoffe, dass diese jetzt ausgestanden sind. Er ist ein super Fußballer und ich bin überzeugt, dass er den Werder-Fans noch viel Freude bereiten wird.

SPOX: Ihr Anspruch sind Titel. Was passiert, wenn Sie dieses Jahr nicht Meister werden?

Diego: Wir werden dieses Jahr Meister. Punkt.

SPOX: In einem Interview mit der spanischen Sporttageszeitung "AS" soll Ihr Vater, der auch Ihr Berater ist, gesagt haben: "Diego würde liebend gern in Madrid spielen". Stimmt das?

Diego: Das wurde total aus dem Kontext gerissen. Die Frage der Journalisten war eigentlich: "Würde es Diego gefallen, in Madrid zu spielen?" Das ist was ganz anderes, weil jeder Spieler ja wohl gerne in Madrid, London, Barcelona oder Mailand spielen würde. Das sind nun mal großartige Städte mit großen Vereinen, die schon viele Titel erreicht haben. Aber ich bin wirklich sehr glücklich in Bremen und denke überhaupt nicht daran, Werder zu verlassen.

SPOX: In der brasilianischen Nationalmannschaft spielen Sie bereits an der Seite von Robinho und Co., den großen Weltstars des Fußballs. Ihre persönlichen Ziele mit der Selecao?

Diego: Es ist wirklich ein Traum, an der Seite mit Kaka, Ronaldinho oder Robinho zu spielen. Das sind große Künstler. Ich stelle keine Ansprüche - ich will einfach nur immer mein Bestes für mein Land geben und mit Brasilien Titel gewinnen. Das ist mein Ziel.

Interview: Florian Bogner / Leonardo Scheinkman

Diskutieren Drucken Startseite
13. Spieltag
14. Spieltag

Bundesliga, 13. Spieltag

Bundesliga, 14. Spieltag

Die Bundesliga in Zahlen - Alle Opta-Daten zur Saison 2015/2016
Trend

Mats Hummels wechselt vom BVB zum FC Bayern. Richtige Entscheidung?

Ja
Nein

www.performgroup.com

Copyright © 2016 SPOX. Alle Rechte vorbehalten.