Vergebliche königsblaue Müh

Von Daniel Börlein
Samstag, 27.10.2007 | 12:15 Uhr
© Getty
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München - Rund 270.000 Einwohner verteilen sich in Gelsenkirchen auf 18 Stadtteile. Einer davon heißt Schalke. Etwa 30.000 Menschen leben dort.

Irgendwie komisch, dass in Deutschland trotzdem Schalke bekannter ist als Gelsenkirchen - zumindest in Fußball-Deutschland. Das kleine Schalke hat das große Gelsenkirchen überflügelt.

Der ortsansässige Fußballklub, FC Schalke 1904 e.V., nahm sich dies vor einiger Zeit zum Vorbild und beschloss, viele andere Bundesligavereine überflügeln zu wollen. Das Ziel: Hinter Rekordmeister Bayern München die Nummer zwei in Deutschland werden. Der härteste Gegner: Werder Bremen.

Transfers von Ailton und Krstajic

Der Klub von der Weser hatte sich längst in der Spitzengruppe der Liga etabliert, sich regelmäßig für den europäischen Wettbewerb qualifiziert und hier und da auch mal eine deutsche Meisterschaft bejubelt.

Schalkes Problem an der ganzen Sache ist allerdings, dass es dem Klub bis heute nicht gelungenen ist, Werder zu überflügeln. Die Bremer sind hinter den Bayern noch immer die zweite Kraft.

Und das, obwohl sich Schalke in all den Jahren redlich mühte. Mal versuchte man die direkte Konkurrenz mit Transfers zu schwächen. 2003 war das. Schalke verkündete noch während der Bundesliga-Vorrunde, Bremens Leistungsträger Mladen Krstajic und Ailton für die kommende Saison verpflichtet zu haben. Kurzfristig brachte es nichts: Werder wurde am Ende Meister, Schalke nur Siebter.

Regelmäßig im Achtelfinale

Auch ein größeres Stadion und Millionen-Deals mit russischen Gaskonzernen wollten an der Konstellation nichts ändern: Werder Nummer zwei, Schalke dahinter. Auch, wenn es die Knappen in den Abschlusstabellen der letzten vier Jahre immerhin zwei Mal vor die Bremer schafften und in der vergangenen Saison beide Partien für sich entschieden.

Vor allem auf der europäischer Bühne wird deutlich, wie groß der Unterschied zwischen beiden Klubs noch ist. Während es Werder in der Champions League in den letzten Jahren regelmäßig ins Achtelfinale schaffte, war Schalke in der Königsklasse - wenn überhaupt qualifiziert - bislang nur schmuckes Beiwerk.

Drei Siege in Folge

Und auch aktuell muss man festhalten: Das Team von Mirko Slomka kommt an dem von Thomas Schaaf einfach nicht vorbei. Mit 20 Punkten liegen die Werderaner vor dem direkten Duell beider Vereine drei Zähler vor den Königsblauen. Und das, obwohl sich die Bremer zu Saisonbeginn alles andere als in Top-Form präsentierten und mit einer schier endlos langen Verletztenliste zu kämpfen hatten.

Nun kommen die Norddeutschen in Schwung, holten 13 der letzten 15 Punkte und gewannen die letzten drei Bundesliga-Partien. Umgekehrte Vorzeichen dagegen bei Schalke: Coach Slomka hat nun mit zahlreichen Verletzten zu kämpfen und holte gegen die Underdogs aus Rostock und Karlsruhe zuletzt nur einen Punkt.

Schalkes Coach gerät damit schon unter Druck. "Die nächsten Spiele müssen gewonnen werden", sagte Vorstands-Boss Josef Schnusenberg. Slomka hat also trotz guter Arbeit schon ein Problem - nach erst 22 Monaten. Bremens Trainer Schaaf ist achteinhalb Jahre im Amt. Auch hier wird Schalke Werder also nicht überflügeln.

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