Poker um den Spielmacher

Van der Farce, Teil II

Von Haruka Gruber
Donnerstag, 11.10.2007 | 13:24 Uhr
Van der Vaart, Hamburg
© Getty
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München - Es war eine Qual - zumindest für den gossip-liebenden Fußball-Fan.

Der Sommer war noch so unterhaltsam gewesen. Erpressungsversuche, kompromittierende Fotos, beleidigte Vereinsobere: Der Hamburger SV und sein abwanderungswilliger Kapitän Rafael van der Vaart boten alles, was das Skandalherz begehrt.

Aber dann das. Pünktlich zu Beginn der Saison war Schluss mit den gegenseitigen Lästereien. Van der Vaart akzeptierte die Entscheidung des HSV, das horrende Angebot des FC Valencia dankend abzulehnen. Der Klub wiederum entschloss sich, die Ressentiments gegen ihren früheren Vorzeige-Engel aufzugeben.

Eine heile Hambuger Welt ohne Platz für Diffamierungen und Eifersüchteleien, so schien es. Doch mittlerweile können die gossip-liebenden Fußball-Fans wieder zuversichtlich in die Zukunft blicken. Denn das Drehbuch für eine Neuinszenierung der "Van der Farce" ist in Mache, die ersten drei Kapitel sind bereits fertig gestellt.

Erstes Kapitel: Treuebekenntnis, wo bist du?

Van der Vaarts Ansage Ende August war klar: "Wenn ich eine Saison bei einem Verein angefangen habe, möchte ich sie auch dort beenden." Sprich: Ein Transfer im Winter kommt für den Niederländer nicht in Frage.

In der "Sport Bild" relativierte er nun die Aussage. "Wie es aussieht, bleibe ich bis zum Saisonende. Aber man weiß nie", so van der Vaart. Nach einem Treuebekenntnis klingt das nicht.

Zweites Kapitel: Loblied auf Rafa

Sein Landsmann und Zimmerkollege Joris Mathijsen singt ein Loblied auf van der Vaart: "Rafael ist jetzt so wichtig wie noch nie für den HSV." Immerhin erzielte der 24-Jährige sieben der zwölf Tore des Tabellen-Vierten.

Genau darin liege aber die Gefahr, dass die Nummer zehn schon nach der Hinrunde aus Hamburg verschwinden könnte, befürchtet Mathijsen. "Wir hoffen, dass er die ganze Saison bei uns bleibt. Aber im Fußball kann alles passieren - auch in der Winterpause. Wenn du so Fußball spielst wie Rafa, kann es passieren, dass im Winter wieder Angebote kommen."

Drittes Kapitel: Hoffmanns Hoffen

Bernd Hoffmanns Rolle ist eine denkbar einfache. Sein Skript gleicht dem vom Sommer. Weil  van der Vaart das "absolute Aushängeschild des HSV" sei, denke der Verein gar nicht dran, ihn vorzeitig aus dem Vertrag zu lassen. 2010 läuft dieser aus, für 2009 besteht eine Ausstiegsklausel über 1,5 Millionen Euro.

Sogar eine Vertragsverlängerung wäre im Bereich des Möglichen. "Das Thema ist für uns nicht abgehakt, wir beschäftigen uns damit. Wir haben weiterhin den Wunsch, dass Rafael noch lange bei uns bleibt", sagt Hoffmann dem "kicker".

Bleibt nur die Frage, was ihn zu diesen warmen Worten bewegt. Ist es wahre Zuneigung? Oder doch der erste Schritt im Ablösepoker mit möglichen Interessenten? Zumindest eines ist sicher: Die heile Hamburger Welt bekommt nach wenigen Wochen wieder Risse - zur Freude aller gossip-liebenden Fußball-Fans.

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