Fussball

VfB nur durch Meisterbrille top

Von dpa
meira, bochum, stuttgart
© Getty

Stuttgart - Nur wer durch die modische "Meisterbrille" des VfB Stuttgart blickt, sieht die Fußball-Welt der Schwaben derzeit in einem besseren Licht. Der Titelverteidiger war auch beim 1:0 (0:0)-Sieg über den VfL Bochum kaum mehr als ein Schatten seiner selbst.

"Mir ist momentan der attraktive Fußball egal, wenn wir Ergebnisse liefern", sagte Trainer Armin Veh.

Mit dem ersten Auswärtssieg der Saison in Rostock will sich seine Mannschaft weiter aus der Krise kämpfen, ehe kommende Woche der FC Barcelona zum Champions-League-Schlager kommt.

Dass sie immer noch in Meisterträumen schwelgen, wollen sich die Profis um Kapitän Fernando Meira nicht nachsagen lassen.

Gomez erleichtert

"Natürlich sind wir jetzt erleichtert. Wir waren aber zuvor nicht so schlecht, wie es dargestellt wurde", meinte Nationalstürmer Mario Gomez. Vom Erfolg ist der VfB längst nicht mehr geblendet, obwohl bei den Fans noch eifrig für die Sonnenbrille mit den roten Bügeln geworben wird.

Veh war schon hochzufrieden, dass ihn seine zuletzt wackelige Innenverteidigung mit Meira und Serdar Tasci dieses Mal nicht im Regen stehen gelassen hatte und Roberto Hilbert (50. Minute) das Tor des Tages gelungen war.

"Wir wollten kompakt stehen und geduldig sein und uns Torchancen erarbeiten - aber nicht mit vollem Risiko. Das haben wir erreicht", erklärter er seine Taktik. Man müsse mit den Kräften haushalten angesichts der englischen Wochen.

Magnin pokert, da Silva stolpert

Nur zu gern würde Veh noch mehr rotieren, doch dafür hat er zu wenige Alternativen und zu viele Sorgenkinder: Die Mexikaner Ricardo Osorio und Pavel Pardo sind noch nicht feurig genug, der Schweizer Ludovic Magnin soll ein Angebot zur Vertragsverlängerung abgelehnt haben und musste prompt Arthur Boka weichen.

Und der einstige Spielmacher Antonio da Silva wurde auf die Tribüne verbannt. "Ich habe ihm tausend Mal gesagt, er soll den einfachen Pass spielen. Irgendwann ist auch meine Geduld zu Ende", erklärte Veh in der "Stuttgarter Zeitung".

Allerdings nicht im Fall Yildiray Bastürk: Der Neuzugang von Hertha BSC ist nach zahlreichen Verletzungen in der vergangenen und dieser Saison noch lange nicht so weit, um eine komplette Partie durchzustehen. "Er hat aber gute Sachen gemacht und nach hinten gearbeitet", lobte Veh seinen unauffälligen Regisseur.

Bochum fehlte Kraft und Power 

Der Tadel seines Bochumer Kollegen Marcel Koller fiel nach dem vierten Spiel ohne Sieg für den VfL milde aus. "Wir konnten einige Konter fahren, haben diese aber nicht zu Ende gebracht", meinte der Schweizer zum Minimalprogramm der Gäste im Angriff.

Am Ende habe "die Kraft und die Power" gefehlt, das Blatt zu wenden. Einen einzigen gefährlichen Schuss (Philipp Bönig/21.) gaben die Westfalen auf das VfB-Tor ab. Nicht gerade eine Empfehlung für das Aufeinandertreffen der Krisenclubs gegen den 1. FC Nürnberg.

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