BVB in der Krise

Zuschauen, Entspannen, Nachdenken

Von Johannes Blumau
Samstag, 29.09.2007 | 22:48 Uhr
© Getty
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München - Er strahlte wie ein Honigkuchenpferd. Mit glänzenden Augen und aus tiefstem Herzen sagte er: "Das hat Spaß gemacht."

Tamas Hajnal hatte ja wirklich gut lachen. Schließlich durften sich der kleine Spielmacher und seine Kollegen vom Karlsruher SC so richtig nach Lust und Laune austoben. 3:1 hieß es am Ende für den Aufsteiger, der auf den dritten Platz kletterte.

Dass Hajnal und Co. am achten Spieltag so große Freude an ihrem Job hatten, lag aber vor allem am Gegner. Borussia Dortmund zeigte sich im Wildpark nicht weniger desolat als am vergangenen Dienstag bei der "Demütigung" (Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke) gegen den HSV (0:3).

Zuschauen, Entspannen, Nachdenken schien die Devise etlicher Aktiver in Schwarz-Gelb zu sein. In Fußball-Deutsch: erst dem Gegner zu viel Platz lassen, dann nicht richtig nachsetzen und schließlich keine Reaktion zeigen. Es hätte schlimmer kommen können in Karlsruhe.

Zorc und Doll unter Druck

Der BVB ist dieser Tage ein gefundenes Fressen für jeden Gegner, der nur die Grundanforderungen des Erstliga-Fußballs zu erfüllen imstande ist. Drei Niederlagen setzte es in der englischen Woche, man stürzte von Platz vier auf 15 ab.

Am Dienstag schlugen Watzke und Sportdirektor Michael Zorc Alarm. Zorc sprach von "Weicheier-Fußball" und "Kollektivversagen".

Watzke schlug in die gleiche Das-Maß-ist-voll-Kerbe und nahm die sportliche Leitung um Trainer Thomas Doll und Zorc in die Pflicht, indem er forderte, "dass die Spieler nach dieser Niederlage ohne Wenn und Aber rangenommen werden. Wir müssen jetzt Klartext sprechen."

Erinnerungen an HSV-Krise

Dass dies geschehen sei, beteuerte Doll noch nach der erneuten Blamage am Samstag. Er sei sich sicher, dass er "die richtigen Worte" gefunden habe.

Die hat dann aber offenbar niemand gehört. Doll selbst erinnert schon wieder frappierend an die Endphase der epischen HSV-Krise der vergangenen Saison.

"Das hat sehr weh getan" und "wir werden vieles besser machen und uns anders aufstellen", sagte der 41-Jährige am Dienstag, "ich will endlich eine Reaktion sehen, ich will einfach mehr sehen" am Samstag.

Wechselspiele ohne Erfolg

Doll ist wieder bei den Durchhalteparolen angelangt, muss sich aber auch die Feststellung gefallen lassen, dass kaum eines seiner personellen oder taktischen Manöver in dieser Spielzeit - sieht man von der Erfolgsphase (3. bis 5. Spieltag) mit Siegen über Rostock, Cottbus und Bremen ab - gefruchtet hat.

Seien es die diversen Formationswechsel oder die Rotation in der Deckung, wo gegen Karlsruhe mal wieder Neuzugang Robert Kovac ran durfte, nachdem ihn Doll nach zwei desolaten ersten Saisoneinsätzen durch Markus Brzenska ersetzt hatte.

Brzenska hatte zuvor mit Ausnahme des rabenschwarzen HSV-Spiels durchaus überzeugt und die Deckung halbwegs zusammengehalten. Kovac ist dies nun zum dritten Mal in dieser Saison nicht gelungen.

Enttäuschung Blaszczykowski

Wenig gelungen ist bislang auch Jakub Blaszczykowski. Stark bei den beiden 3:0 gegen Cottbus und Bremen bleibt der 21-Jährige ansonsten vieles schuldig.

Gegen den KSC probierte Doll Blaszczykowski zur Abwechslung mal auf der rechten Abwehrseite aus. Eine Maßnahme, die nicht fruchtete.

Dortmund war über rechts verwundbar, und Blaszczykowski machte seinem Spitznamen "Figo Polens" mitunter alle Ehre, indem er es in puncto Biss und Kampfkraft in der Defensive nicht eben übertrieb.

Das richtige Personal?

Zugegeben, dem BVB fehlen mit Sebastian Kehl und Alexander Frei Schlüsselspieler, und Doll hat nicht die freie Auswahl, doch damit lässt sich der desaströse Eindruck der letzten Spiele nicht erklären.

Fraglich ist übrigens auch, ob in Dortmund alles in Ordnung wäre, wenn alle Spieler an Bord wären.

Gelobt wurde der BVB für seine Einkaufspolitik im Sommer, die nach Jahren der gezwungenen Enthaltsamkeit recht üppig ausfiel.

Doch hat Sportdirektor Zorc wirklich das richtige Personal dazugeholt? Mit Petric, Klimowicz, Blaszczykowski und Federico wurden fast ausschließlich Spieler geholt, die Dampf nach vorne machen und Tore schießen können (sollen).

Außer Petric (7 Einsätze, 4 Tore) hat bislang keiner der Einkäufe voll überzeugt.

An die Bereiche Verteidigung innen, Verteidigung außen, Mittelfeld defensiv wurde nicht Hand angelegt bzw. nicht ganz. Kovac kam aus Turin.

Charaktertest gegen Bochum

Gut möglich, dass man in Dortmund erst am Anfang der Krise steht, wenn die Mannschaft und der Trainer nicht bald das Ruder herumreißen können.

Es könnte bald sehr ungemütlich für Doll und Zorc werden, wenn es der Mannschaft nicht gelingt das Ruder herumzureißen, wonach es derzeit nicht aussieht.

Nächste Gelegenheit zur Wiedergutmachung hat der BVB am kommenden Freitag. Dann gastiert der VfL Bochum im Signal-Iduna-Park.

Der Reviernachbar ist sozusagen der Gegenentwurf zu Schwarz-Gelb. Im Sommer hat man seine tragenden Säulen abgegeben und mit weithin Unbekannten nachgerüstet.

Wenngleich die spielerischen Mittel begrenzt sind, erfüllen die VfL-Spieler die Grundanforderungen des Profi-Fußballs an Leistungsbereitschaft und Einsatzwillen zu hundert Prozent.

Und das reicht schon, um den BVB dieser Tage zu schlagen.

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