Freifahrtschein für Pagelsdorf

Von dpa
Dienstag, 25.09.2007 | 14:55 Uhr
pagelsdorf, rostock, frank
© Getty
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München - Kein Aktionismus, keine Hektik, kein anderer Coach: Mit einem besonnenen Krisen-Management will der FC Hansa Rostock den Abstieg vermeiden.

Und Trainer Frank Pagelsdorf, der Hansa aus den Niederungen der Zweitklassigkeit in die Eliteliga zurückgeführt hat, soll dem Klub noch über Jahre als Galionsfigur erhalten bleiben.

"Wir wollen nicht nur mit ihm den Klassenerhalt schaffen, sondern über sein Vertragsende hinaus noch viele Jahre mit ihm zusammenarbeiten", betonte Aufsichtsratschef Horst Klinkmann. Damit stellte er Pagelsdorf, der noch bis 2009 unter Vertrag steht, praktisch einen Freifahrtschein aus.

Spekulationen, nach denen über Pagelsdorfs Zukunft debattiert worden sein soll, nahm Herbert Maronn den Wind aus den Segeln - er verwies sie sogar ins Reich der Märchen: "Diese Spekulationen sind absoluter Blödsinn. Es gab keine Diskussionen", stellte der Hansa-Manager klar.

Der 2:0-Sieg über Mitaufsteiger MSV Duisburg und die überaus wichtigen ersten drei Punkte dieser Saison dürften auch nicht gegen eine Fortsetzung der Ära Pagelsdorf sprechen.

Ruhig, grimmig, keine großen Sprüche

Der 49 Jahre alte Fußball-Lehrer besitzt in Rostock Kultstatus - und das nicht nur, weil er den Verein schon zwei Mal in die Bundesliga (1995 und 2007) geführt hat. Der gebürtige Hannoveraner entspricht der allgemeinen Vorstellung eines waschechten Mecklenburgers.

Er scheint in sich selbst zu ruhen, schaut meist grimmig und macht auch keine großen Sprüche. Und genau das mögen die Leute von Küste.

Als es nach dem Aufstieg zum Machtkampf zwischen Pagelsdorf und dem damaligen Manager Stefan Studer kam, zeigte sich deutlich, welchen Einfluss der Trainer hat. So stellte er seinen Posten zur Verfügung. Der Klub reagierte: Studer wurde in die Sichtungsabteilung eingegliedert, Pagelsdorf blieb Coach.

Einmal Titelkandidat sein

Als Machtmensch sieht sich der ehemalige Bundesliga-Profi, der in 236 Erstliga-Spielen 37 Tore erzielt hat, dennoch nicht. Vielmehr versteht er sich als Macher.

Erfolge als Trainer hatte er auch woanders: So führte er den Hamburger SV im Jahr 2000 in die Champions League. Nach seiner Entlassung beim HSV am 17. September 2001 heuerte er bei Zweitligist VfL Osnabrück an, ehe er in die Vereinigten Arabischen Emiraten wechselte und dort Al-Nasr trainierte.

"Dubai ist meine zweite Heimat geworden", sagte Pagelsdorf, der in seiner Trainer-Karriere "ein Mal um die deutsche Meisterschaft spielen" will. Mit Hansa Rostock geht es jedoch nur um eines - den Klassenverbleib.

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