Warum Berlin am "Abgrund" steht

Die unheimliche Magie der Zahlen

Von Stefan Moser
Freitag, 28.09.2007 | 16:10 Uhr
pantelic, ernst, hertha, berlin, schalke
© Getty
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München - Schon richtig, die Hertha ist gut in die neue Saison gestartet. Sogar viel besser als eigentlich alle Experten vorher erwartet hatten.

Vier Siege, null Unentschieden und drei Niederlage stehen für Berlin zu Buche - ergibt in der Tabelle einen respektablen fünften Platz, strammer Kurs Richtung internationales Geschäft.

Doch nun die schlechten Nachrichten: Die Hertha wird gnadenlos abstürzen. Schon im Spiel am Freitagabend (20.30 Uhr im SPOX-LIVE-TICKER und bei Premiere) auf Schalke können die Berliner überhaupt nicht gewinnen.

Schuld an dieser düsteren Prognose ist eine regelrecht unheimliche Magie der Zahlen. Alle Fakten, alle Statistiken - und auch das Karma - sprechen schlicht gegen die Hauptstädter.

Schlechtes Omen 1: Historisches Zahlenwerk

Vier Siege, null Unentschieden, drei Niederlagen und zwölf Punkte nach dem siebten Spieltag: Sieht auf den ersten Blick so schlecht nicht aus. Doch wie so häufig trügt der erste Eindruck. Denn es ist genau diese Zahlenkombination, die den unvermeidlichen Absturz ankündigt.

Beispiele gefällig? Letzte Saison standen Aachen und Gladbach mit exakt vier Siegen, null Unentschieden und drei Niederlagen unerwartet nach dem siebten Spieltag in der Spitzengruppe. Es folgte je eine Pleite in Runde acht und nach einer ganzen Serie von Niederlagen schließlich der Sturz in Liga zwei.

Im Jahr zuvor überraschte Wolfsburg mit zwölf Punkten nach dem siebten Spieltag. Auch die Wölfe verloren ihr achtes Spiel - am Ende rettete sich der VfL mit einem 2:2 gegen Kaiserslautern am letzten Spieltag mit Ach und Krach vor dem Abstieg.

Die Wölfe und der Fluch der Zahlen

Zwei Jahre vorher war es wieder Wolfsburg, das dem Fluch der Zahlen erlag: Vier Siege, null Unentschieden, drei Niederlagen, zwölf Punkte nach Spieltag sieben. Dann kassierte die Elf von Holger Fach erst fünf Stück in Bremen, verlor im Anschluss Spiel um Spiel, feuerte Fach und schaffte am Ende mit Klaus Augenthaler immerhin noch Platz zehn.

Das Jahr zuvor: Rostock überraschte mit Platz vier, stürzte ab und spielte in der Rückrunde praktisch permanent gegen den Abstieg. Die Zahlen nach dem siebten Spieltag? Exakt: Vier Siege, null Unentschieden, drei Niederlagen.

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen, aber schließlich wollen auch noch andere schlechte Omen ihre Aufmerksamkeit.

Schlechtes Omen 2: Berlin fürchtet sich im Dunkeln

Immer wenn es Abend wird, verlernen die Hertha-Kicker das Fußballspielen. Seit 94 Monaten - das sind mehr als sieben Jahre - hat Berlin kein Freitagsspiel mehr gewonnen. Kein Einziges.

"Keine Ahnung, woran das liegt. Aber wir werden hart daran arbeiten, dieses Phänomen zu verscheuchen", verspricht Malik Fathi. Aber es ist nicht wegzudiskutieren: Die Hertha hat eine Flutlichtallergie - schlechte Voraussetzungen gegen derzeit kerngesunde Schalker.

Schlechtes Omen 3: Der Auswärtsfluch

In Gelsenkirchen fühlte sich die Hertha noch nie besonders wohl. In 25 Spielen auf Schalke gelang Berlin ganze 17-mal kein einziger eigener Treffer. Schalke dagegen traf zuhause bislang immer.

Die traditionelle Rivalität zwischen beiden Klubs ist in der Arena auf Schalke zudem besonders gut zu hören. Eine zusätzliche Belastung für die junge Berliner Mannschaft?

Schlechtes Omen 4: Der Varela-Faktor

Vor über sieben Monaten verletzte sich Gustavo Varela und zwar im Spiel gegen Berlin. Nach einer quälend langen Zeit der Rehabilitation gibt er nun sein Comeback. Und zwar im Spiel gegen Berlin - der Fußball schreibt ja so seine Geschichten...

Schlechtes Omen 5: Der Nutella-Faktor

Für die pappig-süße Schoko-Creme stehen Arne Friedrich und Kevin Kuranyi gemeinsam vor der Kamera. Am Freitag soll Friedrich seinen Nutella-Spezi stoppen. Der allerdings "ist richtig gut drauf", wie der Berliner seinen Gegner lobt. Und er hat recht: Vier Tore hat Kuranyi schon erzielt. Muss wohl am Brotaufstrich liegen.

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