Von der Muse geküsst

Von Stefan Moser
Sonntag, 30.09.2007 | 22:59 Uhr
mertesacker, bremen, bielefeld
© Getty
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München - Einer ist immer der Depp! Und an Spieltag Nummer acht war das ohne Zweifel: Arminia Bielefeld. Sich gegen verletzungsgeplagte Bremer acht Stück einschenken zu lassen - das werden sich Ernst Middendorp und seine Mannen noch eine Weile anhören müssen.

Dabei stemmte sich doch immerhin ein Armine gegen die Blamage. Und zwar mit allem, was er hatte. Er ist einer von elf Helden, die es in die Alternative Liste des 8. Spieltags geschafft haben.

1. Die Genitalien von Rüdiger Kauf: Zugegeben, es klingt unschick, derbe und leicht zotig. Aber nun ist es ja nicht unsere Schuld, dass sich plötzlich Spieltag für Spieltag ein primäres männliches Geschlechtsorgan ins Rampenlicht drängelt. Und leider gibt's dafür nun mal kein richtig hübsches Wort. Also ohne lange Umschweife: Einzig und allein Rüdiger Kaufs Puller war es zu verdanken, dass die Bielefelder Klatsche in Bremen nicht zweistellig wurde. Denn gleich zweimal rettete Kauf auf der Linie für seinen bereits geschlagenen Keeper. Und zwar mit seinem - Sie wissen schon. Genau so war's!

2. Ralf Schmidt: Für Nürnberg machte Herr Schmidt am Samstag sein erstes Bundesligaspiel über 90 Minuten. Trainer Hans Meyer vor der Partie: "Der spielt nur, weil ich keinen anderen habe." Für so viele Vorschuss-Lorbeeren bedankte sich der 21-Jährige prompt mit einer sensationellen Slapstick-Einlage im eigenen Strafraum und bereite damit den ersten Gegentreffer für den Bochumer Stanislav Sestak mustergültig vor. Das hat der Meyer nun davon!

3. Manuel Neuer: Hat der Mann einen Wurfarm! Die Power von Roger Clemens und die Präzision von Peyton Manning. Mit einem punktgenauen 60-Meter-Abwurf leitete der Schalker Torhüter gegen Berlin einen Konter über Peter Lövenkrands ein. Der Konter führte zum Elfmeter, der Elfmeter zum entscheidenden Treffer. Der Torwart als elfter Feldspieler, als Vorlagengeber, als Quarterback. Und wer hat's erfunden? Vor langer Zeit der Schumacher Toni!

4. Thalia und Terpsichore: Wer noch mal? Thalia und Terpsichore, zwei völlig unterschätzte Randgestalten in der Sportberichterstattung. Die zwei griechischen Musen teilen sich in der antiken Mythologie die Aufgabenbereiche fröhliche Komödie, Tanz und Reigen. Und was war das für ein Torreigen am 8. Spieltag! 35 Buden in neun Spielen sind Saisonrekord und aller Ehren wert. Allen voran das 8:1 der Bremer gegen Bielefeld. Prädikat: Von den Musen geküsst!

5. Die Schwaben-Jerseys: Der VfB Stuttgart ist auswärts im Moment nun wirklich kein Hingucker. Zehn Gegentore und null Punkte in vier Spielen - das sieht allein schon ziemlich hässlich aus. Aber dann noch diese Trikots! Wie, verehrte Schwaben, nennt ihr eigentlich die Farbe? Modell "Streichwurst fein im Kunstdarm" vielleicht?

6. Turnvater Bobbycar: Was machen die Bielefelder Abwehrspieler eigentlich so im Hauptberuf? Das fragten sich die Anwesenden während der 1:8-Klatsche der Arminia in Bremen. Boubacar Sanogo war's egal. Schmitz' Katz nutzte die kollektive Arbeitsverweigerung seiner Gegenspieler zu zwei Toren und feierte sein zwischenzeitliches 4:1 mit einer blitzsauberen Randwende mit anschließendem Salto rückwärts. Und wer hat's erfunden? In Bremen weiland Miro Klose!

7. Ivica Olic: In der 2. Halbzeit gegen Wolfsburg trat der Kroate so anrührend ungeschickt über den Ball, dass klar war: Der Mann ist überfällig für die Alternative Liste! Mit Olic geht das nämlich so: Kommt der Ball zu ihm, bricht grenzenloser Aktionismus aus. Er greift - in der Regel ohne Not - tief in seine Trickkiste und fördert einen etwas ungelenken Übersteiger zu Tage. Der geht aber gern mal schief, weil Olic beim Drübersteigen den Ball leicht touchiert, dieser dadurch in Bewegung gerät, inzwischen ein Gegner aufgetaucht ist - und schon hat man das tollste Durcheinander. Dann wird gewurstelt, es gibt Pressschlag oder Foul, meistens aber Einwurf für irgendwen.

Huub Stevens setzt trotzdem (und zu Recht!) auf Olic, weil er kämpft und rackert und dem Gegner das Leben oft genauso schwer macht wie sich selbst.

Und er hat seine hellen Momente. Beispiele: Sein unfallfreier Übersteiger gegen Nürnberg gefolgt von der Vorarbeit zum Siegtreffer und sein Ballklau in Dortmund, dem er seinen ersten Saisontreffer folgen ließ. Wie gesagt, der Mann war überfällig!

8. Per Mertesacker: Mertesacker feierte am Samstag seinen 23. Geburtstag. Als echter Musterprofi nach eigenem Bekunden zunächst wenig orgiastisch mit "Essen und Rumliegen". Am späten Nachmittag beschenkte er sich schließlich selbst mit seinem ersten Saisontreffer. Damit steht Merte auch stellvertretend für seinen gesamten Berufsstand. Neben dem Geburtstagskind trafen am 8. Spieltag mit Reinhardt, Rafinha, Eggimann, Wörns und Orestes insgesamt sechs Abwehrspieler ins Tor. Ins gegnerische, wohlgemerkt!

9. Dimitar "Ronnie" Rangelow: Der Cottbusser Angreifer traf beim 2:2 gegen Frankfurt doppelt und bescherte seinem neuen Coach Bojan Prasnikar damit zumindest einen Teilerfolg zum Bundesliga-Debüt. So richtig dufte war aber auch der Links-Rechts-Flip-Flap-Auf-Der-Fußspitze-Trick, mit dem Rangelow seinen völlig verdutzen Gegenspieler auf engstem Raum im Strafraum geschmeidig auf den Hosenboden setzte: Eine Lausitzer Lehrstunde in Sachen Feinmotorik. Und...Wer hat's erfunden? Vermutlich irgendein betrunkener Barfuß-Kicker an der Copacabana. Weltberühmt wurde der Trick aber einst durch Roberto Carlos und Ronaldinho!

10. Die englische Woche: Was doch innerhalb von nur einer Woche so alles passieren kann. Bielefeld etwa kassierte satte 13 Tore in sieben Tagen, holte keinen einzigen Punkt und stürzte von Platz zwei gnadenlos zurück ins graue Niemandsland der Tabelle. Ebenfalls null Punkte machte Dortmund: Von Rang vier runter auf Rang 15. Nicht zu vergessen der MSV Duisburg, der ebenfalls eine komplette Nullrunde hinlegte.

Die maximale Ausbeute von neun Zählern machten dagegen der FC Bayern, Schalke 04 - und: Hansa Rostock. Zwar waren das die ersten neun Punkte für die Pagelsdorf-Elf überhaupt, dennoch verbesserte sich Rostock vom Tabellenende immerhin auf Platz 14. So schnell kann's gehen!

11. Die Torkamera: Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge hatten sie schon vorher gefordert - die Torkamera. Wasser auf die Mühlen war da natürlich Miroslav Kloses exquisiter Treffer gegen Leverkusen, dem die Anerkennung zu Unrecht verweigert wurde, weil der Schiedsrichterassistent den Ball nicht hinter der Linie sehen wollte. Dasselbe Schicksal teilten innerhalb von sieben Tagen gleich vier weitere Tore: Viermal regulär, viermal nicht gegeben. Klarer Punktsieg für die Torkamera!

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