Hintergund

Wolfsburgs unheimliche Liste

Von Daniel Börlein
Montag, 24.09.2007 | 15:58 Uhr
© Imago
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München - Es ist nicht überliefert, wie Petrik Sander vor seinem letzten Spiel als Trainer von Energie Cottbus schlief. Vermutlich schlecht. 

Denn der 46-Jährige wusste, dass seine Amtszeit bei einer weiteren Niederlage beendet ist. Sander wusste auch, dass sein Team in fünf Spielen noch keinen Sieg und erst zwei Tore zustande gebracht hatte.

Doch Energies Coach beschäftigte sich nicht nur mit den Schwächen der eigenen Mannschaft, sondern recherchierte auch über Gegner Wolfsburg. Und dabei könnte er auf einen Fakt gestoßen sein, der ihn vermutlich noch schlechter hätte schlafen lassen.

Der VfL ist nämlich einer der Top-Trainerkiller der Bundesliga. Seit 1997 mussten sechs Übungsleiter nach einer Partie gegen die Wölfe ihren Hut nehmen und waren fortan arbeitslos. Nur der FC Bayern (8) und der HSV (9) bringen es auf noch mehr.

Bongartz war der Anfang 

Sander ist nun die Nummer sieben in Wolfsburgs unheimlicher Liste, doch der Reihe nach:

Zunächst erwischte es im November 1997 Gladbachs damaligen Coach Hannes Bongartz. Der VfL war zum Abschluss der Vorrunde auf den Bökelberg gereist und entschied die Partie durch einen Doppelschlag von Marijan Kovacevic und Roy Präger bereits nach gut einer halben Stunde. Bongartz musste seinen Stuhl räumen, nachdem ihm zuvor in der gesamten Vorrunde nur 18 Punkte gelungen waren. Auf Bongartz folgte Norbert Meier als Fohlen-Coach.

Das zweite Mal schlug der VfL knapp ein Jahr später zu, und das Opfer hieß erneut Borussia Mönchengladbach. Meier-Nachfolger Friedel Rausch wurde gefeuert, nachdem die Fohlen einer 2:8-Heimpleite gegen Leverkusen ein 1:7 in Wolfsburg folgen ließen. Rausch wurde von Rainer Bonhof beerbt.

Maric besiegelte Funkels Schicksal 

Im Mai 1999 machte Stuttgarts damaliger Coach Rainer Adrion Bekanntschaft mit Wolfsburgs Killerinstinkt. Der VfB verspielte beim VfL eine 2:0-Führung, und Adrion musste nach acht Spielen ohne Sieg vorzeitig gehen. Zum Nachfolger wurde Ralf Rangnick bestimmt, der eine durchwachsene VfB-Saison mit Rang elf abschloss.

Tatort Nummer vier: Das Ostseestadion in Rostock. Im Dezember 2001 war für Friedhelm Funkel das Kapitel Hansa nach gut 14 Monaten und einer 1:2-Niederlage gegen Wolfsburg beendet. VfL-Angreifer Tomislav Maric besiegelte mit einem Doppelpack Funkels Schicksal. Der neue Steuermann auf der Hansa-Kogge hieß fortan Armin Veh.

Knapp drei Jahre war dann erstmal Ruhe, ehe die Trainergilde im September 2004 Wolfsburgs nächstes Opfer zu beklagen hatte. Schalkes Coach Jupp Heynckes musste nach verpatztem Saisonstart und einer 0:3-Pleite beim VfL seinen Platz räumen. Die Scharfrichter hießen damals Marian Hristov, der doppelt traf, und Diego Klimowicz. Neuer Trainer in Gelsenkirchen wurde Ralf Rangnick.

Kohlers Entlassung ohne Erfolg 

Im April 2006 reichte den Wölfen erstmals ein Remis, um einen weiteren Trainer zu schassen. Ein 1:1 war Duisburgs Verantwortlichen Grund genug, Trainer Jürgen Kohler vor die Tür zu setzen. Vorher war den Zebras vier Spiele kein Sieg gelungen. Unter Interimscoach Heiko Scholz gelang auch in den folgenden vier Partien kein Dreier und Duisburg stieg als Letzter ab.

Der vorerst letzte Name auf der Liste ist nun also Petrik Sander. Wolfsburgs nächste Gegner heißen Bremen und Hamburg, die Trainer dazu Schaaf und Stevens. Beide sitzen fest im Sattel. Doch kann man deshalb vor einem Spiel gegen Wolfsburg wirklich gut schlafen?

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