Löwen-Legende Werner Lorant wird 70: "Ich bin doch kein Pfarrer"

 
Schon als Spieler war Werner Lorant der "Beinharte", als Löwen-Trainer wurde er zur Kultfigur. Einstecken und vor allem austeilen konnte Lorant schon immer gut. Zu seinem 70. Geburtstag blickt SPOX auf die legendärsten Sprüche und Momente zurück.
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Schon als Spieler war Werner Lorant der "Beinharte", als Löwen-Trainer wurde er zur Kultfigur. Einstecken und vor allem austeilen konnte Lorant schon immer gut. Zu seinem 70. Geburtstag blickt SPOX auf die legendärsten Sprüche und Momente zurück.
Schon als aktiver Spieler war Lorant unter den Angreifern in der Bundesliga als raubeiniger und harter Verteidiger gefürchtet. Seine erfolgreichsten Profijahre verbrachte er bei Eintracht Frankfurt, wo er den UEFA Cup und den DFB-Pokal gewann.
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Schon als aktiver Spieler war Lorant unter den Angreifern in der Bundesliga als raubeiniger und harter Verteidiger gefürchtet. Seine erfolgreichsten Profijahre verbrachte er bei Eintracht Frankfurt, wo er den UEFA Cup und den DFB-Pokal gewann.
Seine Spielweise brachte ihm den Namen "Werner Beinhart" ein. In seiner Bundesliga-Karriere sah er 67 Mal die Gelbe und 2 Mal die Rote Karte. 1974 soll er Theo Homann vom Wupertaler SV mit einem Tritt gegen das Knie zum Sportinvaliden gemacht haben.
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Seine Spielweise brachte ihm den Namen "Werner Beinhart" ein. In seiner Bundesliga-Karriere sah er 67 Mal die Gelbe und 2 Mal die Rote Karte. 1974 soll er Theo Homann vom Wupertaler SV mit einem Tritt gegen das Knie zum Sportinvaliden gemacht haben.
Insgesamt absolvierte Lorant 325 Bundesligaspiele für den BVB, Saarbrücken, Essen, den FC Schalke 04 und Eintracht Frankfurt, ehe er 1987 seine aktive Laufbahn bei Schweinfurt 05 beendete. Dort begann er gleichzeitig seine legendäre Trainer-Karriere.
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Insgesamt absolvierte Lorant 325 Bundesligaspiele für den BVB, Saarbrücken, Essen, den FC Schalke 04 und Eintracht Frankfurt, ehe er 1987 seine aktive Laufbahn bei Schweinfurt 05 beendete. Dort begann er gleichzeitig seine legendäre Trainer-Karriere.
Nach drei Jahren auf der Trainerbank bei den Schweinfurtern und in Aschaffenburg sollte Lorant eigentlich bei Borussia Fulda anfangen, doch der neue Präsident des Bayernligisten 1860 München, Karl-Heinz Wildmoser, riss Lorant aus seinem Vertrag.
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Nach drei Jahren auf der Trainerbank bei den Schweinfurtern und in Aschaffenburg sollte Lorant eigentlich bei Borussia Fulda anfangen, doch der neue Präsident des Bayernligisten 1860 München, Karl-Heinz Wildmoser, riss Lorant aus seinem Vertrag.
Neun Jahre blieb Lorant Trainer der Löwen, führte die 60er mit einem historischen Durchmarsch und zwei Aufstiegen in Folge erst zurück in die Bundesliga und Jahre später in den UEFA Cup. In Giesing hat er immer noch Heldenstatus.
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Neun Jahre blieb Lorant Trainer der Löwen, führte die 60er mit einem historischen Durchmarsch und zwei Aufstiegen in Folge erst zurück in die Bundesliga und Jahre später in den UEFA Cup. In Giesing hat er immer noch Heldenstatus.
Seine Zeit bei 1860 bescherte Werner "Beinhart" aber auch einen Kultstatus unter den Bundesliga-Trainern und das nicht nur durch seine cholerische Art an der Seitenlinie, sondern auch durch seine markigen Sprüche.
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Seine Zeit bei 1860 bescherte Werner "Beinhart" aber auch einen Kultstatus unter den Bundesliga-Trainern und das nicht nur durch seine cholerische Art an der Seitenlinie, sondern auch durch seine markigen Sprüche.
Beispiel gefällig? Bitteschön: "Was soll ich mit den Spielern reden, ich bin doch kein Pfarrer", sagte Lorant einmal, angesprochen auf seine harte Gangart mit den Spielern.
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Beispiel gefällig? Bitteschön: "Was soll ich mit den Spielern reden, ich bin doch kein Pfarrer", sagte Lorant einmal, angesprochen auf seine harte Gangart mit den Spielern.
Von den damaligen Vorzeigetrainern des deutschen Fußballs wie Winfried Schäfer, Otto Rehhagel oder Ottmar Hitzfeld trennten Lorant Welten. Eigene Fans beschimpfte er als "Wichser", eigene Spieler als "Versager"...
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Von den damaligen Vorzeigetrainern des deutschen Fußballs wie Winfried Schäfer, Otto Rehhagel oder Ottmar Hitzfeld trennten Lorant Welten. Eigene Fans beschimpfte er als "Wichser", eigene Spieler als "Versager"...
... und auch die Schiedsrichter waren nicht sicher vor Lorant, wenn dieser mal wieder in Rage geriet: "Der Schiri kann froh sein, dass ich ihm keine geschmiert habe."
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... und auch die Schiedsrichter waren nicht sicher vor Lorant, wenn dieser mal wieder in Rage geriet: "Der Schiri kann froh sein, dass ich ihm keine geschmiert habe."
Auch für die Kollegen hatte er immer einen Spruch parat: Als Rehhagel 1995 Bayern-Trainer wurde, fragte ein Journalist Lorant, ob er sich dem Neuen schon vorgestellt habe. Lorant: "Wieso ich? Der soll sich bei mir vorstellen. Er kommt in meine Stadt"
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Auch für die Kollegen hatte er immer einen Spruch parat: Als Rehhagel 1995 Bayern-Trainer wurde, fragte ein Journalist Lorant, ob er sich dem Neuen schon vorgestellt habe. Lorant: "Wieso ich? Der soll sich bei mir vorstellen. Er kommt in meine Stadt"
Aus der Abneigung gegen den Rivalen machte Lorant keinen Hehl. 1999 schlug 60 zum ersten Mal nach 22 Jahren den FCB. Lorant fuhr am Folgetag laut hupend durch die Säbener Straße: "Ich sah lauter traurige Bayern-Fans und fragte, ob jemand gestorben ist."
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Aus der Abneigung gegen den Rivalen machte Lorant keinen Hehl. 1999 schlug 60 zum ersten Mal nach 22 Jahren den FCB. Lorant fuhr am Folgetag laut hupend durch die Säbener Straße: "Ich sah lauter traurige Bayern-Fans und fragte, ob jemand gestorben ist."
In Mannschaftskreisen führte Lorant bei 1860 ein Handy-Verbot ein. Wer dagegen verstieß, musste mit Konsequenzen rechnen: "Wenn das Handy klingelt, kann man aus dem Bus aussteigen. Der hat ja ein Handy und kann sich ein Taxi rufen."
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In Mannschaftskreisen führte Lorant bei 1860 ein Handy-Verbot ein. Wer dagegen verstieß, musste mit Konsequenzen rechnen: "Wenn das Handy klingelt, kann man aus dem Bus aussteigen. Der hat ja ein Handy und kann sich ein Taxi rufen."
Hatte sich das einstige Raubein schon als Verteidiger den Spitznamen "Werner Beinhart" verdient, so wurde er im Laufe seiner Trainer-Karriere noch härter. Einen verletzten Spieler auswechseln? "Nur wenn sich einer das Bein bricht."
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Hatte sich das einstige Raubein schon als Verteidiger den Spitznamen "Werner Beinhart" verdient, so wurde er im Laufe seiner Trainer-Karriere noch härter. Einen verletzten Spieler auswechseln? "Nur wenn sich einer das Bein bricht."
Wie ernst es Lorant war, musste Peter Nowak am eigenen Leib erfahren. Weil dieser aus jedem blauen Fleck eine schwere Verletzung machte, stellte ihn Lorant als Stürmer auf, um zu sehen, welche Duelle wirklich wehtun. Nowak war danach seltener beim Arzt.
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Wie ernst es Lorant war, musste Peter Nowak am eigenen Leib erfahren. Weil dieser aus jedem blauen Fleck eine schwere Verletzung machte, stellte ihn Lorant als Stürmer auf, um zu sehen, welche Duelle wirklich wehtun. Nowak war danach seltener beim Arzt.
Doch Lorant war nicht nur der "schlichte Schleifer" seiner Mannschaft, sondern zu seinen Löwen-Jahren dem kicker nach zu urteilen auch ein "erstklassiger Fachmann". So holte er beispielsweise einen Nobody namens Jens Jeremies aus Dresden.
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Doch Lorant war nicht nur der "schlichte Schleifer" seiner Mannschaft, sondern zu seinen Löwen-Jahren dem kicker nach zu urteilen auch ein "erstklassiger Fachmann". So holte er beispielsweise einen Nobody namens Jens Jeremies aus Dresden.
Für Schmunzler und Aufsehen sorgten aber Aktionen abseits des Platzes. "Hey Bayern-Fan", soll er einmal zu einem Jungen mit Klinsmann-Trikot gerufen und ihm anschließend eines der Löwen gekauft haben mit der Warnung: "Wehe, du ziehst es nicht an."
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Für Schmunzler und Aufsehen sorgten aber Aktionen abseits des Platzes. "Hey Bayern-Fan", soll er einmal zu einem Jungen mit Klinsmann-Trikot gerufen und ihm anschließend eines der Löwen gekauft haben mit der Warnung: "Wehe, du ziehst es nicht an."
"Der Star der Mannschaft bin ich", sagte Lorant einmal und schuf auch mit allen anderen lauten Auftritten Ruhe im Verein, weil er allen medialen Fokus auf sich lenkte. Nach einer 1:5-Pleiten gegen die Bayern im Oktober 2001 musste der "Star" jedoch gehen.
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"Der Star der Mannschaft bin ich", sagte Lorant einmal und schuf auch mit allen anderen lauten Auftritten Ruhe im Verein, weil er allen medialen Fokus auf sich lenkte. Nach einer 1:5-Pleiten gegen die Bayern im Oktober 2001 musste der "Star" jedoch gehen.
Lorant zog es anschließend unter anderem zu Fenerbahce, LR Ahlen, APOEL Nikosia, Unterhaching und Kasimpasa. So erfolgreich wie bei den Sechzigern war er jedoch nie mehr.
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Lorant zog es anschließend unter anderem zu Fenerbahce, LR Ahlen, APOEL Nikosia, Unterhaching und Kasimpasa. So erfolgreich wie bei den Sechzigern war er jedoch nie mehr.
Es folgte der Absturz: 2010 wurde Lorants Haus in Dorfen zwangsversteigert, 2011 gastierte er in der Trash-Sendung "Die Alm". Mittlerweile lebt er auf einem Camping-Platz in Oberbayern am Waginger See - gemeinsam mit dem Ex-Profi Dieter Eckstein.
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Es folgte der Absturz: 2010 wurde Lorants Haus in Dorfen zwangsversteigert, 2011 gastierte er in der Trash-Sendung "Die Alm". Mittlerweile lebt er auf einem Camping-Platz in Oberbayern am Waginger See - gemeinsam mit dem Ex-Profi Dieter Eckstein.
Dort besuchte ihn die Süddeutsche Zeitung kürzlich und vermittelte das Bild eines zufriedenen Rentners. "Über was sollte ich mich beschweren? So ist das. Passt doch", wird Lorant zitiert.
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Dort besuchte ihn die Süddeutsche Zeitung kürzlich und vermittelte das Bild eines zufriedenen Rentners. "Über was sollte ich mich beschweren? So ist das. Passt doch", wird Lorant zitiert.
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