Fussball

FIFA-Präsident Infantino spricht sich für Reform des Transfermarkts aus

Von SPOX
Infantino spricht sich für eine Reform des Transfermarkts aus.

FIFA-Präsident Gianni Infantino hat sich für eine weitreichende Reform des Transfermarkts ausgesprochen, die Berateranteile, Jugendförderung und Transferfenster betreffen könnte.

Gegenüber ESPN kritisierte Infantino die Entwicklungen auf dem Transfermarkt: "Man könnte sagen, das System ist gesund, da eine Menge Geld im Umlauf ist, aber der Trend ist besorgniserregend." Dabei meinte der Schweizer die immer höher werdenden Summen, die im Fußball im Umlauf sind. Um dem entgegenzuwirken, forderte er eine stärkere Regulierung des Marktes in verschiedenen Bereichen.

So seien die immer höher werdenden Kommissionszahlungen an Berater eine Stellschraube, an der gedreht werden müsse: "Meiner Meinung nach haben die Kommissionen für Agenten ein zu hohes Ausmaß angenommen. Viele Berater stimmen mir zu und würden sich für eine stärkere Regulierung aussprechen. Es gibt keine klaren Regeln."

Auch bei der Ausbildungsentschädigung müsse stärker überwacht werden, ob vereinbarte Zahlungen auch wirklich entrichtet würden: "Eine Lösung wäre, als feste Regel zu vereinbaren, dass fünf Prozent einer Ablösesumme fix als Solidaritäts- und Ausbildungsentschädigung gezahlt werden müssen", schlug Infantino vor: "Diese fünf Prozent könnten an ein zentrales Konto der FIFA gehen, um dann an die Klubs umverteilt zu werden, die einen Spieler ausgebildet haben."

Infantino für frühere Schließung des Transferfensters

Darüber hinaus sprach sich Infantino für den Weg der Premier League aus, das Transferfenster zu verkürzen: "Es ergibt Sinn, am Anfang der Saison zu wissen, wie dein Kader aussieht. Es sollte nicht mehr möglich sein, den Kader noch eine Woche, zwei Wochen oder einen ganzen Monat nach Saisonbeginn zu verändern und womöglich den besten Spieler zu verlieren. Wir müssen die Werte verteidigen, die Fußball zu dem gemacht haben, was er ist."

Zwar gab Infantino zu, dass es schwierig sei, die Transferfenster weltweit zeitgleich schließen zu lassen. Allerdings sei ein Schluss der Wechselperiode Ende Juli "sicherlich besser als das, was wir heute erleben".

Regelungen für Eigengewächse

Außerdem mache er sich über die Konzentration der besten Spieler auf wenige Vereine und Ligen Gedanken, führte der FIFA-Präsident aus: "Es ist wichtig, dass wir Regeln einführen, um die Kadergrößen und die Menge an verliehenen Spielern zu limitieren. Wir haben alle ein Interesse daran, dass die besten Spieler spielen. Derzeit passiert das nicht, weil die besten Klubs zu viele Topspieler in ihren Reihen haben." Darüber hinaus müsse es Überlegungen zu einer Regelung für Homegrown Players geben.

Dass eine größere Regulierung die Faszination für den Fußball unterwandere, glaubt Infantino derweil nicht: "Wenn wir auf die US-Sport-Systeme schauen, sehen wir, dass sie kommerziell und sportlich enorm reguliert sind. Das hat dem Erfolg der Ligen auch nicht geschadet. Natürlich gibt es in den US-Sports einige Regeln, die wir nicht auf den Fußball übertragen können. Aber wir können dennoch beispielsweise über Salary Caps nachdenken."

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung