Alle Infos zu einer Adduktorenzerrung

Von SPOX
Montag, 11.09.2017 | 08:50 Uhr
Rick van Drongelen musste beim letzten Spiel des Hamburger SV mit einer Adduktorenzerrung ausgewechselt werden
© getty
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Rick van Drongelen beim Hamburger SV, Holger Badstuber beim VfB Stuttgart oder zuletzt auch Gerard Pique vom FC Barcelona: Sie alle fallen oder fielen in letzter Zeit mit einer Adduktorenzerrung aus. Diese gehört zu den typischen Fußballerverletzungen, tritt aber auch häufig bei Hürdensprintern, Eishockey-Spielern oder Schlittschuhläufern auf. SPOX liefert alle Infos zu den Ursachen, Symptomen, der Behandlung und der Vorbeugung.

Welche Funktion haben die Adduktoren?

Bei den Adduktoren handelt es sich um eine Muskelgruppe in der Innenseite des Oberschenkels, die das Schambein mit dem Oberschenkelknochen verbindet. Die Adduktoren ermöglichen das Abspreizen sowie das Heranführen der Beine an den Körper und stabilisieren gleichzeitig das Becken.

Was sind die Ursachen einer Adduktorenzerrung?

Die Verletzung, auch bekannt als Leistenzerrung, entsteht zumeist bei einer plötzlichen, ruckartigen Seitwärtsbewegung, wodurch die Adduktorenfasern überlastet werden. Ein typisches Beispiel einer solchen Bewegung ist die Grätsche im Fußball, bei der das Bein sehr stark vom Körper weggeführt wird und die Adduktoren stark beansprucht werden. Angeborene Fehlstellungen der Hüfte oder des Beckens erhöhen das Risiko einer solchen Verletzung.

Was sind die Symptome einer Adduktorenzerrung?

Die klassischen Symptome einer solchen Verletzung sind Schmerzen im Bereich der Sehnenansätze der Muskeln und in der Schambeinregion. Je nach Schweregrad der Zerrung können die Schmerzen nur bei der Heran- und Wegführung des Beines oder auch im Ruhezustand auftreten. Im Zuge einer Adduktorenzerrung können sich in der betroffenen Muskelgruppe auch Blutergüsse oder Schwellungen bilden.

Die verschiedenen Schweregrade einer Adduktorenzerrung

In der Orthopädie wird zwischen drei verschiedenen Schweregraden einer Adduktorenzerrung unterschieden:

  • Unter einer Leistenzerrung ersten Grades versteht man eine Überdehnung, bei der weniger als fünf Prozent der Adduktorenfasern betroffen sind.
  • Im zweiten Grad sind mehr als fünf Prozent der Muskelfasern gerissen.
  • Beim dritten Grad sind ein Großteil der Adduktorenfasern gerissen, was selbst im Ruhezustand zu starken Schmerzen führt.

Die Ausfallzeit bei einer Adduktorenzerrung

Bei einer Zerrung der Adduktoren muss die verletzte Stelle komplett geschont werden und sollte so wenig wie möglich belastet werden. Je nach Schweregrad der Verletzung kann sich die Ausfallzeit über wenige Tage oder auch mehrere Wochen hinziehen.

Auch individuelle Eigenschaften der Person wie das Alter und die Stärke der Adduktorenmuskulatur haben entscheidenden Einfluss auf die Dauer der Ausfallzeit. Bis die Symptome komplett abgeklungen sind, muss eine vollständige Sportpause eingelegt werden.

Wie wird eine Adduktorenzerrung behandelt?

Bei akuten Fällen einer Adduktorenzerrung ist eine umfassende Erstversorgung unumgänglich. Diese sieht die sofortige Beendigung der Belastung, die Kühlung der verletzten Region, die Kompression der betroffenen Stelle mit einem Druckverband sowie die Hochlagerung des Beines vor. Langfristig dienen Salben, Ultraschalltherapien, Massagen und die verstärkte Einnahme der Aminosäure Leucin (z.B. in Form von Rote-Beete-Saft) dazu, die Durchblutung der betroffenen Stelle zu fördern und den Heilungsprozess zu beschleunigen.

Im Zuge der Behandlung dürfen die betroffenen Muskeln nicht zu früh wieder voll beansprucht werden, sondern sollten auch bei kompletter Beschwerdefreiheit erst durch Physiotherapie und Krankengymnastik wieder langsam an die Belastung herangeführt werden. Wird die Muskelgruppe zu schnell wieder zu stark beansprucht, kann es zu einem Muskelfaserriss kommen.

Wie lässt sich einer Adduktorenzerrung vorbeugen?

Das Risiko einer Verletzung lässt sich durch regelmäßige, vorangehende Dehnübungen vor der eigentlichen sportlichen Betätigung und einer Stärkung der Oberschenkelmuskulatur durch Krafttraining reduzieren. Auch die Auswahl der richtigen Schuhe, die an die jeweilige Sportart angepasst sein sollten, mindert die Gefahr einer Verletzung.

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