Sonntag, 14.02.2016

Schmidt spricht von Irrtum bei WM-Affäre

"Möglicherweise im Zeitpunkt geirrt"

Der zeitliche Rahmen in der Affäre um die deutsche Fußball-WM 2006 bleibt undurchsichtig und wirft weitere Fragen auf. Der ehemalige DFB-Generalsekretär hat offenbar früher als bisher angegeben von dem dubiosen 6,7-Millionen-Euro-Darlehen des Ex-adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus gewusst.

Horst Schmidt äußerte sich in einer schriftlichen Stellungnahme zur WM-Affäre
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Horst Schmidt äußerte sich in einer schriftlichen Stellungnahme zur WM-Affäre

Mehrere Dokumente, die dem Spiegel vorliegen, deuten auf ein Treffen von Schmidt mit Louis-Dreyfus schon im Herbst 2003 hin. Schmidt räumte ein, dass dies möglich sei.

"Wir haben uns möglicherweise im Zeitpunkt geirrt", teilte Schmidt am Sonntag in einer schriftlichen Stellungnahme mit: "Dieser mögliche Irrtum hat allerdings - auch nach Mitteilung meiner Rechtsanwälte - keinerlei Einfluss auf die rechtliche und steuerliche Bewertung des Gesamtvorgangs. Es gab und gibt auch deshalb überhaupt keinen Grund, bewusst die Unwahrheit zu sagen."

Er sei bis "zur vergangenen Woche" der festen Meinung gewesen, "meine Information über das Darlehen stammt vom Herbst 2004 und dass das Gespräch mit Herrn Louis-Dreyfus Anfang des Jahres 2005 geführt wurde", teilte der Ex-Schatzmeister des DFB mit: "Dies ist auch die Erinnerung von Dr. Theo Zwanziger (ehemaliger DFB-Präsident, d. Red.). Nun sind offenbar Unterlagen der DFB-Reisestelle aufgetaucht, die zeigen sollen, dass die Reise möglicherweise im Herbst 2003 stattgefunden hat. Ich habe diese Unterlagen bisher nicht gesehen."

Schmidt will Louis-Dreyfus nur einmal besucht haben

Schmidts Erinnerung zufolge seien er und Zwanziger nur einmal bei Louis-Dreyfus gewesen. Beide sollen ihn laut Spiegel in Lugano besucht haben, um den Milliardär zum Verzicht auf die Rückzahlung des Kredits zu bewegen. Schmidt habe kurz darauf in einem Brief an den Ex-adidas-Chef für "das konstruktive Gespräch" bedankt.

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"Meine bisherigen Einlassungen zum Zeitpunkt der Reise decken sich mit der Erinnerung von Dr. Zwanziger", schrieb Schmidt: "Ich weise allerdings darauf hin, dass die Vorgänge über zehn Jahre zurückliegen und ich keinerlei Dokumente oder Kalender aus dieser Zeit habe."

Der Besuch bei Louis-Dreyfus "sollte klären, welche Forderungen Herr Louis-Dreyfus gegenüber dem WM-Organisationskomitee erhebt, womit sie begründet sind und ob er nicht darauf verzichten könnte", betonte Schmidt: "Der Spiegel schließt im Weiteren aufgrund von handschriftlichen Aufzeichnungen, ich hätte bereits im März 2003 gewusst, wer der Empfänger des Geldes ist. Das ist falsch. Ich kenne den Empfänger bis zum heutigen Tage nicht."

Der Spiegel berichtete von handschriftliche Aufzeichnungen Schmidts aus dem März 2003 mit der Notiz "Bin Hammam, WM-OK, 6,7-Millionen". Der Katarer Mohamed bin Hammam, einst FIFA-Vize-Präsident, war eine der Schlüsselfiguren im Korruptionsnetz des Weltverbandes FIFA.


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