"Klubs wie 1860 sind interessanter"

Donnerstag, 24.09.2015 | 12:20 Uhr
Jens Lehmann spielte von 2003 bis 2008 in der Premier League beim FC Arsenal
© getty
Advertisement
PDC World Championship
Do14.12.
Wahnsinn im Ally Pally:
Die Darts-WM auf DAZN
Coppa Italia
Live
AC Mailand -
Hellas Verona
Eredivisie
Live
Feyenoord -
Heerenveen
Premiership
Live
Hibernian -
Rangers
Premier League
Live
West Ham -
Arsenal
Coupe de la Ligue
Live
Straßburg -
PSG
Premier League
Liverpool -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Everton (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Man United -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Man City (DELAYED)
Premier League
Tottenham -
Brighton (DELAYED)
Copa Sudamericana
Flamengo -
Independiente
Indian Super League
Pune -
Bengaluru
Coppa Italia
Lazio -
Cittadella
A-League
FC Sydney -
Melbourne City
Indian Super League
Kerala -
NorthEast Utd
Ligue 1
St. Etienne -
Monaco
Championship
Sheffield Wed -
Wolverhampton
Primera División
Sevilla -
Levante
Premier League
Leicester -
Crystal Palace
Premiership
Aberdeen -
Hibernian
Serie A
Inter Mailand -
Udinese
Premier League
Arsenal -
Newcastle
Championship
Sunderland -
Fulham
Primera División
Bilbao -
Real Sociedad
Ligue 1
Rennes -
PSG
Serie A
FC Turin -
Neapel
Premier League
Man City -
Tottenham
Primera División
Eibar -
Valencia
Championship
Cardiff -
Hull
Ligue 1
Caen -
Guingamp
Ligue 1
Dijon -
Lille
Ligue 1
Montpellier -
Metz
Ligue 1
Straßburg -
Toulouse
Ligue 1
Troyes -
Amiens
Premier League
Chelsea -
Southampton (Delayed)
Primera División
Atletico Madrid -
Alaves
Serie A
AS Rom -
Cagliari
Premier League
Stoke -
West Ham (Delayed)
Premier League
Brighton -
Burnley (DELAYED)
Premier League
Watford -
Huddersfield (DELAYED)
Primera División
Girona -
Getafe
Eredivisie
Sparta -
Feyenoord
Serie A
Hellas Verona -
AC Mailand
Eredivisie
Alkmaar -
Ajax
First Division A
Brügge -
Anderlecht
Ligue 1
Nantes -
Angers
Serie A
Bologna -
Juventus
Serie A
Crotone -
Chievo Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
Sampdoria -
Sassuolo
Premier League
West Bromwich -
Man United
Primera División
Celta Vigo -
Villarreal
Ligue 1
Nizza -
Bordeaux
Premier League
Bournemouth -
Liverpool
Serie A
Benevento -
SPAL
Primera División
Las Palmas -
Espanyol
Primeira Liga
Sporting -
Portimonense
Primera División
Barcelona -
La Coruna
Serie A
Atalanta -
Lazio
Ligue 1
Lyon -
Marseille
Premier League
Everton -
Swansea
Primera División
Malaga -
Real Betis
Primeira Liga
Porto -
Maritimo
League Cup
Arsenal -
West Ham
League Cup
Leicester -
Man City
Coppa Italia
Neapel -
Udinese
Primera División
Levante -
Leganes
Coppa Italia
AS Rom -
FC Turin
Primera División
Getafe -
Las Palmas
First Division A
Mechelen -
Brügge
Coppa Italia
Juventus -
Genua
League Cup
Chelsea -
Bournemouth
Ligue 1
Amiens -
Nantes
Ligue 1
Angers -
Dijon
Ligue 1
Bordeaux -
Montpellier
Ligue 1
Guingamp -
St. Etienne
Ligue 1
Lille -
Nizza
Ligue 1
Marseille -
Troyes
Ligue 1
Metz -
Straßburg
Ligue 1
Monaco -
Rennes
Ligue 1
PSG -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Lyon
League Cup
Bristol City -
Man United
Primera División
Real Sociedad -
Sevilla
Indian Super League
Bengaluru -
Jamshedpur
Primera División
Eibar -
Girona
Primera División
Alaves -
Malaga
Indian Super League
Chennai -
Kerala
Serie A
Chievo Verona -
Bologna
Primera División
Real Betis -
Bilbao
Premier League
Arsenal -
Liverpool
Serie A
Cagliari -
Florenz
Primera División
Espanyol -
Atletico Madrid
A-League
Melbourne City -
Melbourne Victory
Serie A
Lazio -
Crotone
Primera División
Real Madrid -
Barcelona
Premier League
Everton -
Chelsea
Premiership
Kilmarnock -
Rangers
Serie A
Genua -
Benevento
Serie A
Neapel -
Sampdoria
Serie A
Sassuolo -
Inter Mailand
Serie A
SPAL -
FC Turin
Serie A
Udinese -
Hellas Verona
Premier League
Man City -
Bournemouth
Championship
Sheffield Wed -
Middlesbrough
Primera División
Valencia -
Villarreal
Serie A
AC Mailand -
Atalanta
Premier League
Burnley -
Tottenham
Primera División
La Coruna -
Celta Vigo
Championship
Aston Villa -
Sheffield Utd
Eredivisie
PSV -
Vitesse
Premier League
Leicester -
Man United
Serie A
Juventus -
AS Rom
Premier League
Brighton -
Watford (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
Stoke -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Huddersfield (DELAYED)
Eredivisie
Ajax -
Willem II
Premier League
Tottenham -
Southampton
Premier League
Boxing Day -
Die Konferenz
Championship
Birmingham -
Norwich
Championship
Burton Albion -
Leeds
Premier League
Liverpool -
Swansea
Premier League
Man United -
Burnley (DELAYED)
First Division A
Anderlecht -
Gent
Championship
Brentford -
Aston Villa
Premier League
West Bromwich -
Everton (DELAYED)
Premier League
Huddersfield -
Stoke (DELAYED)
Premier League
Watford -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Chelsea -
Brighton (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
West Ham (DELAYED)

England als abschreckendes Beispiel: Mit deutlichen Worten warnt Jens Lehmann vor einem Abfall der Bundesliga und stellt der Premier League ein knallhartes Zeugnis aus. Der Grund: die große Macht der "Theoretiker". Er selbst gibt überraschend offene Einblicke in seine Zukunftspläne - und hat klare Vorstellungen über seinen möglichen Arbeitgeber.

SPOX: Herr Lehmann, Sie leben in der Umgebung von München, dem Mittelpunkt der Flüchtlingswelle. Haben Sie direkte Berührungspunkte?

Jens Lehmann: Natürlich. Bei mir im Heimatort wurden auch Flüchtlingszelte aufgestellt und niemand weiß genau, wie es weitergeht. Ich habe zwei Gedanken, die mir immer wieder durch den Kopf gehen: Einerseits sollte man sich bei allen Debatten die Angst vor Augen führen, die jeden Flüchtling dazu bewogen haben muss, solch eine Tortur auf sich zu nehmen und die Heimat zu verlassen. Andererseits überlegt man ganz pragmatisch, wie man selbst helfen kann.

SPOX: Verstehen Sie den Teil der deutschen Bevölkerung, der vor einer Überfremdung warnt?

Lehmann: Jeder hat Angst vor Fremdem, das liegt in uns. Allerdings relativiert sich das, wenn man selbst irgendwo mal fremd war. Es ist nicht schlecht für die eigene Persönlichkeitsentwicklung, selbst mal Ausländer zu sein und zu verstehen, wie sich Ausländer bei uns fühlen. Ich empfand vor allem die Zeit beim FC Arsenal als besonders wertvoll. Natürlich ist man als Fußballer privilegiert, aber man hat dennoch im Alltag in der unmittelbaren Nachbarschaft gelernt, wie verschiedenste Kulturen auf engstem Raum friedlich zusammenleben können.

SPOX: Sie sind nicht nur Laureus Botschafter, sondern beteiligen sich als Vorstandsmitglied aktiv an der Arbeit der Laureus Sport for Good Foundation in Deutschland und Österreich. Überlegen Sie, ein Angebot speziell für die Flüchtlingskinder zu entwickeln?

Lehmann: Laureus beschäftigt sich schon lange mit der Thematik. In meinem Projekt, den Kicking Girls, sind beispielsweise viele Kinder mit Migrationshintergrund. Sie entstammen zwar nicht der aktuellen Flüchtlingswelle, doch wir von der Stiftung haben Erfahrungen gesammelt, wie herausfordernd die Integration ist und wie sehr der Sport dabei unterstützen kann. Aus diesem Grund werden wir in sehr naher Zukunft überlegen, wie wir bestmöglich helfen können.

SPOX: Was steckt hinter dem Kicking-Girls-Projekt?

Lehmann: Kicking Girls wendet sich speziell an Mädchen mit Migrationshintergrund, die von Haus aus nicht Fußball spielen dürfen, weil in Deutschland häufig männliche Trainer die Mädchen-Mannschaften betreuen. Es gibt nach wie vor kulturelle Schranken und die Väter verbieten, dass ihre Mädchen unter einem männlichen Trainer spielen. Darum beschäftigen wir Trainerinnen und sogenannte Assistentinnen und stellen die Ausrüstung. Häufig haben die Mädchen nicht einmal das Geld, um sich Schuhe zu kaufen. Hinzu kommen Probleme bei der Integration und in der Schule, weil ihnen Selbstwertgefühl und Erfolgserlebnisse fehlen. Daher möchten wir die Mädchen ermutigen, im Sport Spaß zu haben, und bieten zusätzlich an, sie zu Trainerinnen oder Assistentinnen auszubilden. So soll das Vertrauen in sich und andere aufgebaut werden. Es freut mich ungemein, dass das Projekt so gut aufgenommen wird und der eine oder andere Vater sieht, wie viel Freude die Mädchen ausstrahlen, wenn sie kicken dürfen. Auch international gibt es Interesse an dem Konzept.

SPOX: Woher kommt Ihre karitative Ader? Waren das Heranwachsen im Ruhrpott und der langsame Abstieg der einst wohlhabenden Region womöglich charakterbildend? Sie wurden in Essen geboren und spielten für Schalke und Dortmund.

Lehmann: Als ich aufwuchs, war das Ruhrgebiet noch der industrielle Treiber Deutschlands, entsprechend haben mich die später einsetzenden negativen Folgen des Strukturwandels nicht direkt geprägt. Indirekt habe ich natürlich verfolgt, welche Auswirkungen jeder Einzelne zu tragen hat, weil sich gesamtgesellschaftlich fundamentale Dinge ändern. Wenn ich nach Ostdeutschland fahre, fällt mir immer auf, dass die Infrastruktur dank des Solidaritätszuschlags viel besser dasteht als im Ruhrgebiet. So wichtig und gut es für Ostdeutschland ist - für den Pott ist das bitter. In den Jahrzehnten nach dem Krieg war das Ruhrgebiet die Region, die den Wiederaufbau maßgeblich ermöglicht hat. Jetzt wird sie wenig beachtet. Wenn ich dort bin, wundere ich mich leider immer, wie die Vernachlässigung in den Städten zu Tage tritt. Ich finde: Bei aller Solidarität mit den Flüchtlingen dürfen wir nicht vergessen, dass wir auch inländisch viel Bedarf haben.

SPOX: Sie interessieren sich für die Wirtschaft und die Zusammenhänge in der Gesellschaft. Stimmt es, dass Sie in Dortmund darauf bestanden haben, dass in der Kabine immer n-tv läuft?

Lehmann: Das war nicht nur ich, andere Mitspieler sprachen sich ebenfalls dafür aus. Es gab schon vom Elternhaus ein grundsätzliches Interesse an solchen Themen und ich habe von meinem Vater geerbt, gerne und viel zu lesen. Deswegen verstand ich nie, warum ich in der Kabine durchgängig auf irgendein Musikvideo starren muss, anstatt mich mit anderen Dingen zu beschäftigen. Ich war nicht so sehr der Spieler, der gerne auf der Playstation gespielt hat.

SPOX: Ihre Antwort klingt danach, als ob Sie - falls Sie im Fußball verbleiben wollen - am ehesten eine Karriere als Sportdirektor oder Manager anstreben, um einen Klub ganzheitlich nach vorne zu bringen?

Lehmann: Etwas ganzheitlich zu begreifen, ist immer interessant. Ob ich das dann beruflich mache, weiß ich allerdings noch nicht. Es kann sein, dass ich bald wieder in den Fußball gehe. Doch es hängt immer vom Angebot ab, in welcher Funktion. Ganz ausschließen möchte ich eine Tätigkeit als Manager nicht.

SPOX: Sie waren kurzzeitig mit dem 1. FC Nürnberg in Kontakt. 1860 München hätte Bedarf. Könnte ein zweitklassiger Traditionsklub reizvoll sein?

Lehmann: Ich hatte Glück, immer für Traditionsvereine spielen zu dürfen: Schalke, Milan, Dortmund, Arsenal, Stuttgart. Wenn ich in das Fußballgeschäft zurückkehre, würde ich mir genau diese Tradition bei meinem neuen Klub wünschen. Wenn man zu einem Auswärtsspiel fährt und viele Fans mitreisen, versprüht der gesamte Verein eine andere Leidenschaft als bei einem Verein mit kurzer Historie. Daher sind 1860 München und Nürnberg, aber auch andere Klubs, für mich aus Prinzip interessanter - ohne zugleich ausschließen zu wollen, mal woanders zu arbeiten.

Seite 1: Lehmann über Flüchtlingshilfe, sein Laures-Projekt und einen Job im Fußball

Seite 2: Lehmann über die Dominanz der Theoretiker und Probleme in England

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung