Freitag, 24.04.2015

Nach Quereleien in der Evaluierungskommisiion

"Whistleblower" Singler steigt aus

Der Heidelberger Doping-Experte Andreas Singler hat Konsequenzen aus dem Zwist innerhalb der Evaluierungskommission Freiburger Sportmedizin gezogen und seinen Rücktritt angekündigt.

In der Bundesliga soll in den 70ern und 80ern systematisch gedopt worden sein
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In der Bundesliga soll in den 70ern und 80ern systematisch gedopt worden sein
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Singler war in die Kritik geraten, nachdem er am 2. März ohne Absprache mit den weiteren Kommissionsmitgliedern erste Erkenntnisse der jahrelangen Ermittlungen zur Doping-Vergangenheit an der Freiburger Universität veröffentlicht hatte. Dabei hatte er den Fußball und Radsport schwer belastet.

"Die Kommission bedauert sehr, dass eine weitere Zusammenarbeit mit Dr. Singler, der ein anerkannter Doping-Experte ist, nicht mehr möglich ist, und dankt ihm für die bisher geleistete Arbeit", sagte die Kommissionsvorsitzende Letizia Paoli, die Singlers Alleingang mehrfach kritisiert hatte. Das Vertrauensverhältnis sei "leider in den vergangenen Monaten durch seine eigenmächtigen Aktionen und die Weigerung zur Mediation, Kommunikation und Kooperation zerstört worden", hieß es in einer Mitteilung.

Singler hatte geschrieben, dass in den "späten 1970er und frühen 1980er Jahren" beim VfB Stuttgart "im größeren Umfang" und "wenn auch nur punktuell nachweisbar" auch beim damaligen Zweitligisten SC Freiburg Anabolika-Doping vorgenommen worden sei. Im Radsport sei es zu systematischem Doping gekommen, Schlüsselfigur in allen Fällen war der frühere Freiburger Mediziner Dr. Armin Klümper.

Der Abschied Singlers aus der Kommission, die ihre Ergebnisse erst nach dem kompletten Abschluss der Arbeiten im Herbst veröffentlichen will, zeichnete sich ab. Paoli hatte die Vorgehensweise ihres Kollegen stark kritisiert, am Donnerstag entschuldigte sich die Kommission beim VfB und SC Freiburg für das Vorpreschen. Den Beschluss der Kommission muss Hans-Jochen Schiewer, Rektor der Albert-Ludwigs-Universität, noch bestätigen. Dies ist aber reine Formsache.

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