Nach UCI-Report

Schenk sieht FIFA unter Zugzwang

SID
Montag, 09.03.2015 | 12:31 Uhr
Nach den Dopingberichten forderte Schenk bessere Aufklärungsarbeit im Bereich Fußball
© getty
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Die ehemalige Radsport-Funktionärin Sylvia Schenk, heute Leiterin der Arbeitsgruppe Sport bei Transparency Deutschland, hat die Aufklärungsarbeit des Radsport-Weltverbandes UCI gelobt und fordert ähnliche Schritte vom Fußball.

"Schön, dass das noch mal zusammengefasst und beglaubigt wurde. Dass da jede Menge krumme Dinge liefen, war klar. Der Radsport war verrottet, und alle haben damals mitgemacht", sagte Schenk dem SID.

Die unabhängige Kommission CIRC hatte am Sonntagabend ihren Bericht über die Dopingvergangenheit im Radsport und unter anderem die alte UCI-Führung um die Präsidenten Hein Verbruggen und Pat McQuaid schwer belastet. Nun sieht Schenk mehr denn je auch den Fußball mit seinem Weltverband FIFA unter Zugzwang.

"Die CIRC bekam viel mehr Freiheiten als sie ein Marc Pieth je hatte", sagte Schenk angesichts der Unstimmigkeiten im Zusammenhang mit dem umstrittenen Bericht des ehemaligen FIFA-Chefaufklärers Marc Pieth. Der Aufklärungswille bei der UCI sei "auf jeden Fall größer" als bei der FIFA, ergänzte Schenk (62).

"Unter Blatter ist das nicht möglich"

Mit Blick auf FIFA-Präsident Joseph S. Blatter sagte Schenk: "Für effektive Aufklärung müsste entweder der Kopf der FIFA weg, oder die absolute Unabhängigkeit einer Kommission müsste gewährleistet sein. Unter Blatter ist das nicht möglich. Wenn er wiedergewählt wird, habe ich keine Hoffnung, dass sich irgendwas ändert", sagte Schenk.

Amtsinhaber Blatter, der am Dienstag sein 79. Lebensjahr vollendet, stellt sich bei der FIFA-Präsidentenwahl am 29. Mai in Zürich erneut zur Wiederwahl. Schenk verwies darauf, dass auch die CIRC erst von der Exekutive unter dem neuen UCI-Präsidenten Brian Cookson installiert worden war.

CIRC-Bericht: "Alles wieder hochgekommen"

In dem 227-seitigen CIRC-Bericht wird Schenk ein komplettes Kapitel gewidmet. Sie hatte 2004 und 2005 als Mitglied des UCI-Managements die Missstände in ihrem Sport klar angesprochen, war aber von UCI-Präsident Hein Verbruggen und zahlreichen anderen Funktionären massiv behindert worden.

"Alle haben damals gegen mich gearbeitet. Wie verzweigt die Verstrickungen waren, habe ich mir damals gar nicht vorstellen können. Als ich den Bericht gelesen habe, ist alles wieder hochgekommen."

Die CIRC wirft der ehemaligen UCI-Führung unter anderem vor, dass sie über das Ausmaß der Dopingaktivitäten in ihrem Sport informiert gewesen sei und Hauptakteure wie Lance Armstrong vor Konsequenzen "geschützt" habe.

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