Mittwoch, 04.02.2015

Im Alter von 80 Jahren

Udo Lattek ist tot

Fußball-Deutschland trauert um Udo Lattek. Lattek, der unter anderem Bayern, Gladbach, Barcelona und Dortmund trainierte, verstarb im Alter von 80 Jahren in einem Pflegeheim in Köln.

Udo Lattek ist im Alter von 80 Jahren gestorben
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Udo Lattek ist im Alter von 80 Jahren gestorben

Udo Lattek, der am 16. Januar 2014 seinen 80. Geburtstag feierte, ist gestorben. Der erfolgreichste Vereinstrainer der deutschen Fußballgeschichte litt an Parkinson, verbunden mit schleichender Altersdemenz.

Nachdem sich Lattek im Mai 2012 bereits einer Hirn-Operation aufgrund eines gutartigen Tumors unterziehen musste, diagnostizierten die Ärzte 2013 die Erkrankung an Parkinson.

In Deutschland trainierte Lattek unter anderem den FC Bayern München, Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund, in Spanien war er für den FC Barcelona tätig.

Ganz Deutschland trauert

Die Größen des deutschen Fußballs reagierten erschüttert und würdigten Latteks Verdienste. "Er war nicht nur der erfolgreichste Trainer der Bundesliga-Geschichte, sondern eine herausragende Persönlichkeit des deutschen Fußballs. Seine Meisterschaften und Titel werden uns allen ebenso in Erinnerung bleiben wie seine direkte, aber immer liebenswerte Art. Udo Lattek war schon zu Lebzeiten eine Legende, er wird uns fehlen", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. Der Verband hatte Lattek 2012 für dessen Lebenswerk ausgezeichnet.

"Der große Udo Lattek ist tot. Ich hatte gehofft, dass ihm die Krankheit noch gute Tage lässt", twitterte Bayern Münchens Ehrenpräsident Franz Beckenbauer angesichts der Tatsache, dass Lattek am 16. Januar noch in der Residenz am Dom in der Kölner Innenstadt im kleinen Kreis seinen 80. Geburtstag gefeiert hatte. Udo Lattek hinterlässt seine Ehefrau Hildegard und zwei Töchter.

Rummenigge, Beckenbauer und Guardiola denken an Lattek

Bestürzung herrschte vor allem beim deutschen Rekordmeister Bayern München. "Die Nachricht vom Tod Udo Latteks hat uns tief getroffen und bewegt. Sein Name ist so eng mit dem Aufstieg des FC Bayern München in den erfolgreichen 70er Jahren verbunden", sagte Karl-Heinz Rummenigge. Der Vorstandsvorsitzende der Bayern war als 18-Jähriger zusammen mit Uli Hoeneß und Paul Breitner selbst von Lattek zum FC Bayern geholt worden.

"Er war einer der erfolgreichsten deutschen Fußballtrainer", betonte Rummenigge, "dazu war er über Jahrzehnte lang eine der großen Persönlichkeiten des Sports, national und international. Mit ihm verlieren wir einen der großen Männer des FC Bayern, einen persönlichen Förderer und Freund."

Auch Bayern-Trainer Pep Guardiola schloss sich den Würdigungen an, ebenso wie FIFA-Präsident Joseph S. Blatter und der FC Barcelona, mit dem Lattek 1982 den Europapokal der Pokalsieger gewann. "Udo Lattek war ein überragender Fußballlehrer und eine große Persönlichkeit", sagte Guardiola, "er hat als Coach beim FC Barcelona große Fußspuren hinterlassen." Auch Weltmeister Thomas Müller zeigte sich betroffen: "Einer der größten FC-Bayern-Trainer ist leider gestorben. R.I.P.", schrieb er bei Twitter.

Die Bayern führte Lattek zu sechs Meistertiteln und drei Pokal-Triumphen, er wurde zudem zweimal Meister mit Borussia Mönchengladbach und gewann mit den "Fohlen" (UEFA-Cup 1979), den Bayern (Europapokal der Landesmeister 1974) und Barcelona den kompletten Satz Europapokale. Weitere Stationen seiner Laufbahn waren Borussia Dortmund, der 1. FC Köln (Sportdirektor) und Schalke 04.

Lattek einer der größten deutschen Fußballlehrer

Kölns Präsident Werner Spinner sagte kurz vor dem Heimspiel der Geißböcke gegen den VfB Stuttgart: "Im Namen des gesamten 1. FC Köln drücke ich Udo Latteks Angehörigen unser tiefes Mitgefühl aus. Mit Udo Lattek verliert der deutsche Fußball nicht nur einen der erfolgreichsten Trainer seiner Geschichte, sondern auch eine seiner prägendsten Persönlichkeiten. Er wird hier in Köln nicht vergessen werden."

Auch Schalke und Mönchengladbach zeigten sich schockiert von der Todesnachricht und äußerten vor allem ihr Mitgefühl mit der Familie. So auch Ligaverbandschef Reinhard Rauball, zudem Präsident von Borussia Dortmund: "Die Bundesliga trauert um einen außergewöhnlichen Sportsmann und einen außergewöhnlichen Menschen. Sie wird Udo Lattek als einen ihrer herausragenden Protagonisten in Erinnerung behalten. Mein Beileid gilt seiner Frau und seiner Familie."

Am Abend gedachten die Klubs vor den abschließenden Begegnungen des 19. Spieltags dem einzigartigen Coach, der laut Weltmeister Benedik Höwedes (Schalke 04) womöglich weiter seiner Leidenschaft frönen wird: "Wenn im Himmel Fußball gespielt wird, dann ab sofort erfolgreich."

Eine Minute Applaus in Köln und Dortmund

Die Bundesligisten 1. FC Köln und Borussia Dortmund haben Lattek mit einer Ehrenminute gewürdigt.

Vor dem Spiel gegen den VfB Stuttgart am Mittwochabend verabschiedeten die Kölner Spieler und rund 47.000 Fans Lattek sowie die Ex-FC-Akteure Fritz Pott und Gerhard Ihns und den früheren Vereinspräsidenten Albert Caspers, die ebenfalls kürzlich verstorben waren, mit anhaltendem Applaus. Auch in Dortmund applaudierten die 80.667 Zuschauer.


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