Mittwoch, 21.01.2015

Skandalschiedsrichter warnt

Hoyzer: "Fußball ist weiter in Gefahr"

Es ist ruhig geworden in den letzten Jahren um Skandalschiri Robert Hoyzer. Nach seiner Spielmanipulation 2004 und abgesessener Haft sprach der 35-Jährige in der "Sport Bild" über die Verlockungen des süßen Lebens, seine persönliche Zukunft und den harten Kampf gegen Wettmanipulation.

Jahre hörte man nichts vom Skandalschiri, doch jetzt hat er sein Schweigen gebrochen
© getty
Jahre hörte man nichts vom Skandalschiri, doch jetzt hat er sein Schweigen gebrochen

"Getrieben von Oberflächlichkeit, persönlicher Unreife, dem Streben nach Ansehen, Schönheit, Geld, Lifestyle und Autos fliegt der dein ganzes Leben irgendwann um die Ohren", blickt der Ex-Schiri auf die Beweggründe seiner Spielmanipulation im DFB-Pokal im August 2004 zurück, wo der damalige Drittligist SC Paderborn mit 4:2 gegen den HSV siegte.

Von Wettpate Ante Sapina gab es 60.000 Euro und einen Plasmafernseher - rückwirkend ein Fehler, wie Holzer beteuert: "Ich war völlig verloren und überfordert. Ich konnte meine eigenen Lügengeschichten schon nach wenigen Tagen nicht mehr ertragen."

Im Januar 2005 kam die Manipulation an die Öffentlichkeit - Hoyzer wurde zu zwei Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt und musste an den DFB in Jahresschritten von 8400 Euro eine Gesamtstrafe von 126.00 Euro zahlen. Der Aufenthalt im Gefängis war für den gebürtigen Berliner jedoch eine lehrreiche Zeit: "Im Bezug auf Selbstorganisation, Disziplin, Zeitmanagement, aber auch in meinem Wertesysteme habe ich viele Lehren für mich ziehen können."

Engagement beim Berliner AK

Dabei zog sich Hoyzer bewusst aus den Medien zurück, trotz zahlreicher Angebote. "Ich werde bis heute immer wieder für TV-Talkshows oder Interviews angefragt. Das finanziell lukrativste Angebot kam damals vom Dschungelcamp, aber ich lehne alles ab", so der 35-Jährige, der mittlerweile eine neue Berufung gefunden hat.

"Nach mehr als sieben Jahren im Vertrieb eines Software-Unternehmens und einem Fernstudium werde ich mein jetziges Engagement als Technischer Direktor beim Berliner AK hauptberuflich ausüben".

Neben seiner Arbeit beim Regionalligisten aus Berlin setzt sich Hoyzer aber auch für den Kampf gegen Wettmanipulation ein und übt gleichzeitig Kritik. "Das Interesse an Aufklärung und Prävention scheint mir noch zu gering, es geht oftmals nur um Beobachtung. Die Haltung ist zu abwartend und defensiv", so Hoyzer. "Das Wettangebot muss minimiert werden - gerade die unteren Spielklassen sollten komplett aus dem Programm genommen werden. Der Fußball ist weiter in Gefahr".

Andreas Königl

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