Welttorhüter? Torhüter von Welt!

Von Johannes Mittermeier
Samstag, 06.09.2014 | 15:16 Uhr
Servus, Edwin! Oliver Kahn und van der Sar bei einem Länderspiel im August 2005
© getty
Advertisement
Fed Cup Women National Team
So22.04.
Halbfinale! Kerber, Görges und Co. gegen Tschechien
Primera División
Girona -
Espanyol
Serie A
Cagliari -
Bologna
Premier League
Arsenal -
West Ham
Ligue 1
Nizza -
Montpellier
Serie A
Udinese -
Crotone
Serie A
Chievo Verona -
Inter Mailand
Serie A
Lazio -
Sampdoria
Serie A
Atalanta -
FC Turin
Premier League
ZSKA Moskau -
FK Krasnodar
Primera División
Malaga -
Real Sociedad
1. HNL
Hajduk Split -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
St. Etienne -
Troyes
Premier League
Man City -
Swansea
First Division A
Brügge -
Lüttich
Primera División
Las Palmas -
Alaves
Premier League
Stoke -
Burnley (Delayed)
Primera División
Atletico Madrid -
Real Betis
Serie A
Juventus -
Neapel
Ligue 1
Bordeaux -
PSG
Superliga
Boca Juniors -
Newell's Old Boys
Serie A
CFC Genua -
Hellas Verona
Premier League
Everton -
Newcastle
Primera División
Bilbao -
Levante
Primeira Liga
FC Porto -
Setubal
J1 League
Kashima -
Kobe
Super Liga
Roter Stern -
Cukaricki
DBU Pokalen
Bröndby -
Midtjylland
Copa Libertadores
Cruzeiro -
Univ Chile
First Division A
Genk -
Brügge
Championship
Fulham -
Sunderland
Ligue 1
Montpellier -
St. Etienne
Primera División
Levante -
FC Sevilla
J1 League
Kobe -
Kawasaki
Primera División
Espanyol -
Las Palmas
Premier League
Liverpool -
Stoke
CSL
Guangzhou Evergrande -
Jiangsu
Championship
Aston Villa -
Derby County
Premier League
Huddersfield -
Everton
Primera División
Real Sociedad -
Bilbao
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Ligue 1
Lyon -
Nantes
Serie A
AS Rom -
Chievo Verona
Championship
Middlesbrough -
Millwall
Premier League
Swansea -
Chelsea
Primera División
Real Madrid -
Leganes
Primeira Liga
Benfica -
Tondela
Ligue 1
Bordeaux -
Dijon
Ligue 1
Lille -
Metz
Ligue 1
Monaco -
Amiens
Ligue 1
Strassburg -
Nizza
Ligue 1
Troyes -
Caen
Premier League
Crystal Palace -
Leicester (Delayed)
Primera División
Villarreal -
Celta Vigo
Serie A
Inter Mailand -
Juventus
Premier League
Southampton -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
West Bromwich (Delayed)
Premier League
Burnley -
Brighton (Delayed)
Primera División
Getafe -
Girona
Serie A
Crotone -
Sassuolo
Premiership
Celtic -
Rangers
Eredivisie
Feyenoord -
Sparta
Ligue 1
Rennes -
Toulouse
Serie A
Sampdoria -
Cagliari
Serie A
Atalanta -
CFC Genua
Serie A
Bologna -
AC Mailand
Serie A
Hellas Verona -
SPAL
Serie A
Benevento -
Udinese
Premier League
West Ham -
Man City
Primera División
Alaves -
Atletico Madrid
Ligue 1
Angers -
Marseille
Premier League
Man United -
Arsenal
Superliga
Bröndby -
Nordsjälland
Serie A
Florenz -
Neapel
Primera División
Valencia -
Eibar
Primeira Liga
Maritimo -
FC Porto
Primera División
La Coruna -
FC Barcelona
Serie A
FC Turin -
Lazio
Ligue 1
PSG -
Guingamp
Premier League
FK Krasnodar -
Lok Moskau
Premier League
Tottenham -
Watford
Primera División
Real Betis -
Malaga
Copa Libertadores
Nacional -
Santos
J1 League
Kobe -
Tokyo
Premier League
Brighton -
Man United
Primera División
FC Sevilla -
Real Sociedad
Primera División
Girona -
Eibar
Premier League
Stoke -
Crystal Palace
CSL
Guangzhou R&F -
Shanghai Shenhua
Serie A
AC Mailand -
Hellas Verona
Premier League
Everton -
Southampton
Premier League
Leicester -
West Ham (DELAYED)
Serie A
Juventus -
Bologna
Premier League
Bournemouth -
Swansea (Delayed)
Premier League
Watford -
Newcastle (Delayed)

Früher beeindruckten sie mit ihren Paraden, Hechtsprüngen und Reflexen. Mit Draufgängertum und einer frivolen Ader. Heute sind die Torwart-Legenden der 90er Jahre in anderen Bereichen unterwegs. Eine Geschichte von Restaurantbesitzern, Rennfahrern - und der neuen Leichtigkeit des Titanen.

Ganz geheuer ist ihm die Sache ja nicht, so viel steht fest. Sein altes Trikot soll er unterschreiben, als Widmung sozusagen, und dann ist es ausgerechnet das Shirt dieses verhängnisvollen 30. Juni 2002. Aber Rivaldo bittet höflich darum, also kneift Oliver Kahn die Lippen zusammen und setzt seine Signatur auf das blaue Torwarttrikot von Yokohama. Jetzt ist Rivaldo glücklich. Und Kahn? Vielleicht.

Die Pointe an der Story ist, dass es natürlich ein harmloser Schuss von Rivaldo war, den sich der beste Spieler der WM 2002 selbst aus den Fangarmen löffelte. Brasilien wurde Weltmeister, Deutschland nicht. Rivaldo ist noch immer der Schlaks von damals, inzwischen 42 Jahre jung, sein Gesicht wirkt dürr, fast eingefallen. Daneben steht Kahn, drei Jahre älter, Fußball-Pensionär seit 2008. Rivaldo hat den Dienst erst in diesem Frühjahr quittiert.

Seite an Seite, wie in später Brüderlichkeit vereint, thronen sie auf dem Podest des "ZDF"-Studios an der Copacabana, in Erwartung des WM-Halbfinals zwischen Brasilien und Deutschland. Wenige Tage nach seinem Abschiedsspiel im September 2008 war Kahn zum TV-Experten geworden, sechs Jahre macht er den Job mittlerweile.

"Beim Fernsehen ist es viel entspannter"

Seitdem hat sich alles verändert auf der Welt, aber Kahn hat sich regelrecht gewandelt. Früher war er der Über-Ehrgeizling im Torgehäuse, ein verbissener, zuweilen manischer Einzelkämpfer, hart zu anderen, sehr hart zu sich. Heute ist Kahn Unternehmer, Autor und Redner, er leitet eine Stiftung und hat BWL studiert. Erfolgreich, logisch, der Wettkampftyp. Die Aufgabe im Fernsehen ergänzt das Portfolio.

In dieser Rolle hat er einen Prozess durchlaufen müssen. Anfangs trat nicht Oliver Kahn auf, sondern der Titan, und manchmal schien es, als würde er jeden Moment den Moderator mit Heiko Herrlichs Hals verwechseln. Und falls nicht den Moderator, dann das Mikrophon.

Mit zunehmender Bildschirmpräsenz ist Kahn locker geworden, verblüffend relaxed, manchmal versucht er sich gar an einem Witz. Den "Druck", der ihn zu Spielerzeiten elendig peinigte, "den empfinde ich nicht mehr. Darüber bin ich froh, weil dieses ständige Adrenalin ungesund ist. Früher war ich vor jedem Match im Tunnel. Beim Fernsehen ist es viel entspannter, da versuche ich über Fußball zu reden und, wenn möglich, dem Zuschauer einen Mehrwert zu liefern", erklärt er dem "Tagesspiegel".

Auf dem Rasen in Madrid...

Seine Ägide als Keeper, die ihn mit zig persönlichen und kollektiven Auszeichnungen überhäufte, vermisse er nicht, sagt Kahn. "Wirklich nicht. Ich vermisse nur in manchen Situationen das Zusammensein mit der Mannschaft. Deshalb ist dieser TV-Job die Chance für mich, weiterhin nah am Fußballgeschehen zu sein. Wenn ich in Madrid den Rasen betrete, kommen die alten Bilder nochmal hoch."

Als Profi hat Kahn alles gewonnen, nur nicht die Zuneigung des Volkes. Es ist schon erstaunlich, was etwas Abstand zum Fußballkosmos auslösen kann. Sogar Fans, die dem FC Bayern und seiner langjährigen Symbolfigur negativ gegenübertraten, finden Kahn plötzlich "irgendwie sympathisch." Ein bisschen zumindest.

Mehmet Scholl mochten sie schon früher, trotz seiner Münchner Verbundenheit. Noch so ein Mysterium. Der Ex-Dribbler ist Kahns Pendant bei der "ARD", ein Humorbolzen mit Charme. Kahn und Scholl personifizieren eine Generation, die sich vom Fußballfeld abgeseilt hat, ohne den Kontakt zur Branche zu verlieren. Bei anderen Stars, die zur Jahrtausendwende in der Bundesliga glänzten, fällt der Kontrast größer aus: Johan Micoud, der geniale Bremer Spielgestalter, betreibt ein Weingut nahe Bordeaux. Giovane Elber ist Rinderfarmer in Brasilien. Während der WM lieferte er Analysen für's deutsche Fernsehen - so ganz können sie vom Fußball dann doch nicht lassen.

Zanetti, Giggs, Puyol: Dem Klub verbunden

Genau wie Javier Zanetti (41), dessen Karriereende unmittelbar in die Funktionärsebene bei Inter Mailand mündet. Genau wie Carles Puyol (36) in Barcelona und Ryan Giggs (40) bei Manchester United. Einige Legenden der letzten Dekade(n) haben sich unlängst vom Profidasein verabschiedet, der Argentinier Juan Sebastian Veron (39) und der Brasilianer Juninho (39) passen in diese Reihe. Dagegen zögern alte Helden vom Schlage Alessandro del Piero (39), Gianluigi Buffon (36), Andrea Pirlo (35), Thierry Henry (37) oder Raul (37) ihre Karriere nach der Karriere noch hinaus.

Rauls ehemalige Madrider Komparsen sind da einen Schritt weiter. David Beckham bastelt in Miami gerade an seinem eigenen Klub, Luis Figo tritt als Botschafter - für den Kampf gegen Tuberkulose - und alle Monate wieder als Losfee der UEFA in Erscheinung.

Zudem hat der Weltfußballer des Jahres 2001 eine Stiftung ins Leben gerufen, die Kinder aus der Dritten Welt unterstützt. Mit derartigen Initiativen ist er nicht allein, siehe Kahn, siehe auch Vitor Baia. Der Portugiese ist einer jener Torhüter, die in den 90er und frühen 2000er Jahren zu Ikonen avancierten - und sich heute anderen Tätigkeitsfeldern zuwenden. Die Palette reicht vom Restaurantbesitzer zum Rennfahrer.

Seite 1: Oliver Kahn und die Rücktrittswelle

Seite 2: Vitor Baia und Fabien Barthez

Seite 3: Claudio Taffarel und Jose Luis Chilavert

Seite 4: Rene Higuita und Peter Schmeichel

Seite 5: Edwin van der Sar und David Seaman

Werbung
Werbung
Dunkest - The American Fantasy Basketball by SPOX.com
Werbung
Werbung